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Wismar Dieser Bastler fährt mit dem Wartburg Cabrio zum Oldtimer-Treffen nach Wismar
Mecklenburg Wismar Dieser Bastler fährt mit dem Wartburg Cabrio zum Oldtimer-Treffen nach Wismar
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19:46 09.07.2019
Sven Lorenz und Christian Krause (liegend) arbeiten am Wartburg 311 Cabriolet. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Manfred Krug hatte so einen“, lacht Sven Lorenz und zeigt auf das rote Schmuckstück, den Wartburg 311 in der Ausführung als Cabriolet und mehr als 50 Jahre alt. Und er fährt wieder! Nach unzählbaren Arbeitsstunden und etlichen Jahren im Depot des Wismarer Technikmuseums Phantechnikum wird er zur Museumsrallye mit Oldtimertreff am 20. Juli dabei sein.

Der Blick ins Fahrzeugdepot und in die Werkstatt des Phantechnikums. Nach und nach werden einige der Schätze wieder in einen fahrbereiten Zustand versetzt.

Austauschmotor und unzählige Arbeitsstunden

„Er hat einen Austauschmotor und viel von der Mechanik musste gemacht werden“, erzählt Christian Krause, der technische Leiter im Haus. Zusammen mit Sven Lorenz hat er das Schmuckstück wieder fahrbereit gemacht. „Acht Stunden alleine für den Tank“, weiß Sven Lorenz noch.

Ersatzteile gibt es zum Glück für die „Osttechnik“ noch. Dank Internet und guter Kontakte. „In der Oldtimerei sind Beziehungen das halbe Leben“, lacht Christian Krause.

Sein Kollege Sven Lorenz: „Außer beim Kühleranschluss für den Wartburg. Das war ein Formteil.“ Für das 311er Cabriolet haben sie das Teil nun selbst gebaut. „Aber wahrscheinlich haben wir einen Kontakt und bekommen ein Original“, freut sich Lorenz.

Hilfe kam von einem echten Experten für die DDR-Automobile. „Rolf Mahnke aus Neukloster, der kennt jede Schraube am Wartburg“, dankt Krause dem Fachmann.

Viele Schätze

Im gläsernen Depot des Phantechnikums lagern viele solcher Schätze und warten auf Zeit, Ersatzteile oder Geld für die Reparatur. „Der wird unser nächstes Projekt“, zeigt Krause auf den edlen schwarzen EMW 340-1 von 1953. Die Bremsen müssen gemacht werden, dann könnte er wieder fahren.

Bis der „Sachsenring P240“ wieder fährt, wenn überhaupt, könnte es dauern. Als „Skelett“ ist der Anblick trostlos. Krause hofft auf das Beste, immerhin ist das Auto vergleichsweise selten.

„Ein Auto für die Staatsoberhäupter oder große Betriebschefs“, erzählt er über den repräsentativen Oberklasse-Pkw mit Sechszylindermotor. Nur zwischen 1956 und 1959 wurde er vom VEB Horch Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau hergestellt.

Tempodreirad und Exportschlager

Der „IFA F9“ hat nicht nur edle Ledersitze (Krause: „Für Leute mit richtig viel Geld!“), sondern auch eine spannende Geschichte. Gebaut als EMW 309 zwischen 1953 und 1956 im VEB Automobilwerk Eisenach, entstand er ohne „Segen“ der Regierung. „Das gab eine Parteistrafe und später eine Prämie, weil er sich zum Exportschlager entwickelte“, erzählt Christian Krause.

Das „Tempodreirad“ fährt neuerdings auch in Indien, dort baut Mercedes den Lasten-PKW. Der im Depot des Phantechnikums ist aus der Vorkriegszeit. Der Blick unter die Motorhaube zeigt, da ist noch alles so wunderbar einfach. „Alles Mechanik, das reizt ja auch. Man kann alles selbst reparieren!“, erzählt Christian Krause.

Passionierte Bastler

Beide schrauben auch nach Feierabend an den eigenen Oldtimern. Lorenz sammelt Simsons und MZs und hat 13 solcher alten motorisierten Zweiräder in seiner Garage und Werkstatt. Krauses Herz schlägt für die alten BMW-Motorräder. „Erst wollte ich nur eins, dann ist das so passiert“, lacht er. Inzwischen hat er acht alte BMWs in seiner Sammlung. Aber das wäre eine andere Zeitungsgeschichte.

„Man muss sich für das Thema interessieren, wenn man so was richtig und mit Liebe machen will“, sagt Sven Lorenz.

Oldtimertreffen und Museumsfest

Am Samstag, 20.07.2019, öffnet um 9 Uhr die Registratur für alle Oldtimer, die bei der Museumsrallye unter dem Motto „Charmante Tour durch das Mecklenburger Land“ mitfahren möchten. Um 11 Uhr beginnt dann der Staffelstart.

Um Voranmeldung wird gebeten, damit für alle Fahrzeuge die Startnummern vorbereitet werden können (03841.257811 oder per E-Mail an info@phantechnikum.de). Wer möchte, kann bei der Rallye spannende Aufgaben bewältigen und Highlights in und rund um Wismar erkunden. Am Ende wird der Sieger gekürt.

Am Sonntag, dem 21.07.2019, wird von 13 bis 18 Uhr das Museumsfest gefeiert, das sich ganz dem Leben und Wirken Leonardo da Vincis widmet.

Zum Museumsfest öffnen „Leonardos Kunstatelier“ und „Leonardos Bibliothek“. Es wird gemalt, gelesen und erzählt. Birte Bernstein von „Funkenflug Erzählkunst“ lädt zu jeder vollen Stunde ein, ihren Geschichten zu lauschen. Leonardos Spiegelkabinett wird zur Selfiestation mit der Möglichkeit, historische Gewänder dort anzuprobieren.

Mit vielen Stationen, Holzspielzeugen, Bogenschießstand, Geheimschriften, Stelzenläufern, Puppenspielern und Improvisationskünstlern wird der Tag zu einem Familienfest. Museumsdirektor Andrej Quade beleuchtet in einem Vortrag das Leben des Leonardo da Vinci. Und die Trickfilmserie „Es war einmal... Leonardo da Vinci“ wird gezeigt.

Nicole Hollatz

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