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Wismar Wismar: Radfahrer fordern mehr Platz
Mecklenburg Wismar Wismar: Radfahrer fordern mehr Platz
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08:20 15.05.2019
Verstehen sich, sind aber kontroverser Meinung: Marie-Anne Schlaberg vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Wismar und Dr. Wieland Kirchner von der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG) Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

Mehr Platz für Fahrradfahrer – das fordert Marie-Anne Schlaberg vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Wismar. Sie findet, dass es zu viele Autos in der Stadt gibt und ergänzt: „Der Verkehr wird weiter zunehmen, das gefährdet noch stärker die Natur und das Klima.“ Ihre Lösung: Es muss mehr Radwege geben – damit die Menschen ihr Auto stehen lassen und stattdessen in die Pedale treten. Außerdem könnte es in der Innenstadt weniger Parkplätze geben, zum Beispiel in der Dankwartstraße: „Wenn dort ein Bus unterwegs ist und ihm Radfahrer entgegen kommen, weichen sie auf den Gehweg aus, weil es wegen der parkenden Autos einfach zu eng ist“, erklärt sie.

Dr. Wieland Kirchner von der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG) ist da anderer Meinung: „Noch weniger Parkplätze in der Innenstadt gefährdet den dort ansässigen Handel. Dann kommen weniger Kunden.“ Statt auf den Gehweg in der Dankwartstraße zu fahren, könnten die Radfahrer auch anhalten und den Bus vorbeilassen. „Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig, denn das Verkehrsproblem wird sich nicht so schnell lösen lassen“, betont Kirchner. 2017 ist eine Verkehrsanalyse zu dem Ergebnis gekommen: Wismars Straßen sind überlastet - vor allem die Knotenpunkte wie zum Beispiel die Zufahrt zum Werft-Gelände oder der Burgwall. Und die neuen Baupläne der Werft (sie fertigen seit dem vergangenen Jahr riesige Kreuzfahrtschiffe) bringen eine weitere Belastung durch den Zulieferer- und Pendlerverkehr. Eine neue Straße zur Werft ist geplant, auch ein Pendler-Parkplatz für die Mitarbeiter. Aber reicht das? Und welche anderen Lösungen sind denkbar? Um diese Fragen geht es in einem Verkehrsforum, das am Donnerstag, dem 16. Mai, veranstaltet wird – vom ADFC und der WWG. Die OSTSEE-ZEITUNG präsentiert die Podiumsdiskussion. Eingeladen sind Vertreter von SPD, CDU, LINKE, Für Wismar Forum, FDP, Grüne und AfD. „Wir wollen wissen, mit welchen Ideen die Bewerber für die neue Bürgerschaft dieses Thema angehen wollen“, erklärt Marie-Anne Schlaberg. Alle Herausforderungen des Straßenverkehrs in Wismar sollen beleuchtet und diskutiert werden.

Der ADFC fordert breitere Radwege an Tempo 50 Straßen, gute Befahrbarkeit in den Tempo 30 Zonen der Altstadt durch abgeschliffenes Pflaster oder wenigsten gut verschlossene Fugen an beiden Straßenseiten. Freigegebene Bürgersteige für Radler sollten die Ausnahme sein. „Davon gibt es schon zu viele. Dadurch können Radfahrer nicht mehr unterscheiden, wo sie es nicht dürfen und fahren überall. So kommt es zu Konflikten mit Fußgängern und Unzufriedenheit bei beiden Seiten“, sagt sagt Marie-Anne Schlaberg. Außerdem sollten mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter animieren, das Auto stehen zu lassen. Zum Beispiel biete die Firma Egger ihren Mitarbeitern Räder an. „Das ist eine gute Sache“, sagt die Wismarerin. Aber im Holzkluster, wo Egger und andere Firmen ansässig sind, seien die Wege für Radfahrer nicht im besten Zustand.

Dr. Kirchner gibt zu bedenken, dass nicht jeder auf das Rad umsteigen werde und möchte. Zudem habe die Stadt eine Versorgungspflicht für das Umland. Menschen aus umliegenden Dörfern würden auch künftig mit dem Auto in die Stadt kommen. „Deshalb brauchen wir auch bessere Angebote und nicht weniger Platz für den Autoverkehr“, sagt er. Die Forderung nach mehr Platz für Radfahrer sei für ihn weltfremd und nicht umsetzbar. Autofahrer würden viel Steuern bezahlen und hätten ein Anrecht auf Parkplätze – dort, wo sie erlaubt sind. Eine bessere Ordnung sei nötig – und gegenseitige Rücksichtnahme. Ihn ärgere es zum Beispiel, wenn Radfahrer auf Straßen fahren, obwohl es daneben Radwege gibt. „Das machen sie, wenn die Wege dreckig und uneben sind, weil Wurzeln hochkommen“, erklärt Marie-Anne Schlagberg. Sie wisse aber auch, dass sich Radfahrer nicht immer regelkonform benehmen und auch dort unterwegs sind, wo sie es nicht dürfen und so Fußgänger gefährden.

Das Verkehrsforum beginnt am 16. Mai um 18.30 Uhr im Zeughaus. Der Eintritt ist frei.

Kerstin Schröder

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