Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Wismar: SPD will Sportstätten ausbauen
Mecklenburg Wismar Wismar: SPD will Sportstätten ausbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:11 21.05.2019
Tilo Gundlack, Präsident der Wismarer Bürgerschaft, möchte bei der Wahl am 26. Mai wieder für die Sozialdemokraten in das Stadtparlament gewählt werden. Quelle: Michaela Krohn
Anzeige
Wismar

Sozialdemokrat Tilo Gundlack (50) ist seit 2014 Präsident der Wismarer Bürgerschaft. Zudem ist er unter anderem Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern. Er wünscht sich, dass die SPD die stärkste Bürgerschaftsfraktion in Wismar bleibt.

Herr Gundlack, Sie bekommen eine Million Euro in die Hand. Was würden Sie in Wismar damit als Erstes angehen?

Sportstätten neu entwickeln und sanieren. Es gibt zu wenige auf der einen Seite. Dann gibt es welche, die sind nicht gut genug ausgebaut, die müssten repariert und saniert werden. Das PSV-Stadion ist schon ein bisschen älter. Die Bahn muss erneuert werden, die Spielfläche muss erneuert werden. Oder an der Bürgermeister-Haupt-Straße – da gibt’s auch Probleme. Das muss alles mal gemacht werden.

Bleiben wir in Bewegung: Müssen Fahrradwege in Wismar mehr ausgebaut werden?

Ich glaube, es kann nie genug Fahrradwege geben. Aber das Problem ist: Wismar ist nun mal keine Fahrradstadt. Es fahren aber immer mehr mit dem Fahrrad. Wenn ich mir die Straßen angucke, die Breite der Straßen, die Nebenanlagen und die Hauptverkehrsstraßen – da sind die Fahrradwege ja gut ausgebaut. In der Altstadt wird man das aber nie erreichen. Es ist einfach zu eng. Die Anbindung zum Umland wird mit den Fahrradwegen aber auch immer besser. Man kann ja zum Beispiel fast bis Schwerin durchfahren.

Was sagen Sie zur Diskussion über das Radfahren in der Fußgängerzone?

Da sollten einige Fahrradfahrer eher darauf achten, ob sie wie die Losgelassenen fahren oder sich auch mal zurückhalten und eventuell mal absteigen. Ein neues Problem wird durch die E-Roller hinzukommen. Wenn es überhandnimmt, muss man letztendlich eine Entscheidung fällen, dass sie zumindest in der Fußgängerzone absteigen müssen.

Und die Leute müssen natürlich entsprechend der Straßenverkehrsordnung fahren. Das ist oft ein großes Problem. Wenn ich nach Wendorf in mein Wahlkreisbüro fahre, dann fahre ich auf der rechten Seite hoch – aber wie viele Leute kommen mir da entgegen, die eigentlich auf der anderen Seite fahren müssten?

Sie fahren selbst Fahrrad?

Ja.

Fahren Sie auch selbst Bus?

Manchmal.

Wirklich?

Ja. Ich habe mir jetzt auch mal dieses Schnupperticket von Nahbus gekauft, um wirklich mal zu sehen, wie die Busse in der ganzen Stadt fahren und darüber hinaus. Da bin ich gerade in der Beantragung. Ich dachte, es geht schneller, man kann da draufklicken wie bei einer App. Aber nein, man muss sich die PDF runterladen, ausfüllen, zur Post bringen oder per Fax zu Nahbus schicken. Dann bekomme ich irgendwann mal hoffentlich ein Schnupperticket – für drei Monate.

Mit dem Sie abends aber nicht fahren können, weil keine Busse fahren.

Das ist das Problem dabei. Man zahlt 40 Euro für die Stadt und für die Umlandzonen dann noch mehr.

Wie wollen Sie den Nahverkehr in Wismar nun verändern?

Verbessern natürlich. Das wird eine große Anstrengung werden. Das Problem liegt ja nicht im Tagesverkehr, sondern in den Abendstunden und im Wochenende. Man muss auch schauen, wie die Busse überhaupt besetzt sind. Es gibt Erhebungen, die zeigen, dass manchmal einer allein im Bus fährt oder nur drei oder vier Leute, zum Beispiel nach Dargetzow raus. Ich persönlich glaube, dass die Leute sich darauf eingerichtet haben, dass ein Bus so doof fährt. Wir müssen jetzt sehen, dass wir die Leute wieder an das Busfahren heranführen. Das heißt aber auch, dass Kinder lernen sollten, dass der Bus nicht einfach nur an einem vorbeifährt, sondern, dass sie da auch mitfahren können – spätestens in der Schule.

Ich hoffe auch, dass diese Umsteigerei am Zob in Wismar aufhört. Mit einem Rollator kann man dort gar nicht vernünftig fahren. An Flughäfen gibt es auch Busse, die sich hoch- und runterpumpen können. Das müsste hier doch auch gehen.

Bleiben wir grob beim Thema Verkehr: Die Hochbrücke beschäftigt viele Wismarer. Stellt Ihre Fraktion sich hinter die von Stadt und Land bevorzugte Variante einer neuen Hochbrücke oder sind noch anderen Ideen wie der Trog erlaubt?

Wir diskutieren auch andere Lösungen wie den Trog. Für mich ist das aber nicht bis zum Ende durchdacht. Dann habe ich dort eine Troglösung, die durch den Mühlenteich geht. Da müsste die Deutsche Bahn auch noch mitspielen. Wie teuer das alles wird, weiß kein Mensch. Wenn ich eine Troglösung haben will, frage ich mich: Was ist mit dem Lärmschutz, wenn ich dort auch Wohnbebauung entwickeln will. Und wenn ich weiß, da fährt auch die Bahn entlang, frage ich mich doch, ob ich dort wirklich wohnen wollen würde. Ich kenne da keinen. Man könnte höchstens über die Bahn noch einen Tunnel machen oder einen Deckel über den Trog – dann könnte man so was entwickeln.

Auch in Wismar haben viele Schüler für ein besseres Klima demonstriert. Wie finden Sie das?

Ich habe da eine klare Haltung. Wenn wir als Erwachsene und Politiker es nicht schaffen, was für die Kinder und Jugendlichen zu tun, dann haben die auch das Recht, uns in den Hintern zu treten. Das kann man ruhig so machen. Meine Tochter dürfte daran auch teilnehmen. Man sollte sich als Politiker ja fragen, für wen man die Politik macht. Für sich selbst oder denkt man noch ein wenig weiter? Meine Tochter ist jetzt zehn Jahre alt. Also muss ich dafür sorgen, dass sich die Welt etwas ändert.

In Schulnoten gedacht: Wie steht Wismar als Stadt zum Leben derzeit da?

Ich fühle mich hier wohl. Ich bin hier geboren. Ich gebe Wismar eine 2 – denn Luft nach oben gibt’s immer.

Wie viele Sitze erhoffen Sie sich nach der Wahl für die Bürgerschaft?

Es treten ja dieses Jahr etwas mehr, auch bekannte, Persönlichkeiten an. Wir möchten natürlich das Maximum erreichen und die stärkste Fraktion werden.

Michaela Krohn

Bürgerschaftswahl am 26. Mai: Horst Krumpen von den Linken erzählt im OZ-Interview, was seine Partei in Angriff nehmen und umsetzen will.

21.05.2019

Bürgerschaftswahl am 26. Mai in Wismar: Bernhard Schubach von den Piraten erzählt im OZ-Interview, was seine Partei in Angriff nehmen und umsetzen will.

21.05.2019

Neun Parteien und eine Wählergruppe bewerben sich am 26. Mai um den Einzug in die Bürgerschaft. Im OZ-Interview plädiert Sabine Mönch-Kalina (FWF) für die Brötchentaste und stellt das Theater infrage.

21.05.2019