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Wismar Wismar: Sieben Premieren beim 13. Filmfest
Mecklenburg Wismar Wismar: Sieben Premieren beim 13. Filmfest
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18:09 18.06.2019
Die Schauspieler Florian Bartholomäi (l.) und Bernhard Conrad, die männlichen Hauptrollen im Film "Kahlschlag", der 2017 unter anderem in Alt Farpen und Robertsdorf bei Wismar gedreht wurde. Quelle: Sylvia Kartheuser
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Wismar

Spannender kann der Auftakt nicht sein! Das 13. Filmfest in Wismar beginnt am Freitag mit einem Thriller. Eine Dreiecksgeschichte, gedreht vor allem in Nordwestmecklenburg, die verhängnisvoll endet. „Kahlschlag“, der „Sensationserfolg“ eines Rostocker Nachwuchsregisseurs, preisgekrönt und seit Ende 2018 ein viel gefragter Film. Auf der Berlinale jüngst war er zu sehen und nun erstmals auch in Wismar: ab 19.30 Uhr im Filmbüro, nachdem Wismars Bürgermeister Thomas Beyer als Schirmherr das Filmfest eröffnet hat.

Das Filmteam kommt

Der 90-minütige Spielfilm wird in Anwesenheit des Filmteams um Max Gleschinski gezeigt, kündigt Sabine Matthiesen, Filmbüro- und Festivalleiterin, an. Er gewann mit seinem Langfilmdebüt bei den Internationalen Hofer Filmtagen 2018 den renommierten Förderpreis Neues Deutsches Kino. „Eine grandiose Auszeichnung für das junge Filmtalent, das diesen Film nur aufgrund der Förderung des Landes realisieren konnte“, berichtet Sabine Matthiesen, Geschäftsführerin der Kulturellen Filmförderung MV.

„Rabenliebe“ verfilmt

Sie hat fürs Wismarer Filmfest wieder geförderte Filme ausgewählt, die Wismar- oder MV-Premieren sind und spannende Themen behandeln. Etwa der Dokumentarfilm „Lievalleen“. Der Titel in friesischem Plattdeutsch bedeutet „Alleingelassen“. Peter Wawerzinek, Schriftsteller und Regisseur aus Rostock, verfilmte sein Buch „Rabenliebe“. Darin verarbeitet er sein Trauma, dass die Mutter 1957 ihn als Dreijährigen und seine jüngere Schwester allein in der Wohnung zurückließ und in den Westen floh. Die Polizei rettete die Kinder vor dem Hungertod. Er wuchs im Heim auf, seine Schwester kam in die Psychiatrie. Der Film läuft am Samstag um 10.30 Uhr im Filmbüro.

Am 22. Juni sind fünf weitere Filme zu sehen. Um 12.30 Uhr wird erstmals in MV die Doku „To B or to B flat“ über den belgischen Komponisten Boudewijn Buckinx gezeigt, der „Neun unvollendete Sinfonien“ und „1001 Sonaten“ für Violine und Klavier geschrieben hat. „Er ist ein Postmoderner. Seine Musik scheint vertraut und doch irritiert sie immer aufs Neue“, sagt die Festivalchefin begeistert.

Doku über Klaus Gysi

Ab 15 Uhr läuft „Der Funktionär“, eine Doku über Klaus Gysi (1912-1999). Er war ein führender Kulturpolitiker der DDR, Verlagsleiter, Kulturminister, Botschafter, Staatssekretär, ein Meister des geschickten Taktierens im sozialistischen Apparat. 1988 entließ ihn die Partei aus dem Staatsdienst. Regisseur Andreas Goldstein, geboren 1964 in Ost-Berlin, erzählt nicht nur eine private Geschichte über seinen Vater, sondern betrachtet auch jenen Staat, aus dem er stammt, neu. „Was er im Film nur andeutet oder offen lässt, dazu gibt er anschließend im Gespräch bereitwillig Auskunft“, weiß Sabine Matthiesen. Gregor Gysi ist übrigens Goldsteins Halbbruder.

Schriller Film über Szene-Typen

Eine spannende Persönlichkeit ist auch Sven Marquardt – durch sein markantes Aussehen, als früherer Türsteher im legendären Technoclub Berghain in Ost-Berlin und als Fotograf von Weltruhm. Annekatrin Hendel hat einen Film über ihn und zwei seiner Weggefährten gemacht: „Schönheit & Vergänglichkeit“, zu sehen ab 17 Uhr. Sie seien alle zusammen ineinander verliebt gewesen, sagen die Protagonisten. Und nicht nur auf amourösem Gebiet zeigten sich der Fotograf und dessen Modelle Dominique „Dome“ Hollenstein und Robert Paris rebellisch: Im Ost-Berlin der 1980er-Jahre waren sie als Punks und Kunstschaffende ein Teil der Subkultur. Wie in einer Parallelwelt hätten sie gelebt. „Ein schriller Film“, sagt die Festivalleiterin.

Das Model Dominique "Dome" Hollenstein und der Fotograf Sven Marquardt im Film "Schönheit & Vergänglichkeit". Quelle: E-Mail-OZ-Newsdesk

Nicht minder spannend ist die Geschichte der schwedischen Malerin Hilma af Klint (1862-1944). Sie malte ihr erstes abstraktes Bild lange vor Kandinsky. Mehr als 1500 abstrakte Bilder schuf sie, die der Nachwelt bis heute verborgen blieben. Eine sensationelle Entdeckung der Kunstwelt. Hilma af Klint, der Pionierin der abstrakten Malerei, widmet Halina Dyrschka ihren Film „Jenseits des Sichtbaren“ (Samstag ab 19.30 Uhr). Gedreht wurde unter anderem auf dem Segelschoner „Atalanta“ in Wismar. „Der Film zieht magisch an“, verspricht Sabine Matthiesen.

Eine Szene aus dem Film "Jenseits des Sichtbaren" über die schwedische Malerin Hilma af Klint. Er wird in den USA, in Schweden und Südamerika gezeigt, aber in Deutschland findet die Regisseurin keinen Verleih. Quelle: Ambrosia Film

Das Filmfest geht mit einem Episodenfilm von vier jungen Rostockern zu Ende. Unter dem Titel „Welt unter“ schildern sie einen Tag voller Rückschläge, Geheimnisse und neuer Offenbarungen: persönliche Weltuntergangsgeschichten. (ab 22 Uhr).

Tickets

Bereits im Vorverkauf sind Karten im Filmbüro MV, Haus 5, Bürgermeister-Haupt-Straße 51 erhältlich. Der Preis beträgt sechs Euro. Kinder bis zwölf Jahre zahlen drei Euro. Zum Kinderfest gilt freier Eintritt für alle.

Reservierungen sind telefonisch unter 03841-618100 oder per Mail an info@filmbuero-mv.de möglich. Reservierte Karten sind bis spätestens 15 Minuten vor der Vorstellung abzuholen.

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