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Wismar Wismar: Spannende Lektüre zur Schwedenzeit
Mecklenburg Wismar Wismar: Spannende Lektüre zur Schwedenzeit
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08:15 14.08.2019
Astrid Gavini mit einem Bild ihres Protagonisten Liam, zum Schwedenfest liest und stellt sie im Archiv aus. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

Das wird ein spannender Freitagabend zum Schwedenfest! Astrid Gavini ist vielen Wismarern längst ein Begriff. Entweder dank ihrer starken gemalten Wismarbilder oder wegen ihrer Bücher, die immer wieder die Geschichte ihrer Wahl- und Herzensheimat Wismar im Mittelpunkt haben. Am 16. August können ihre Fans beides erleben.

„Ich bin verliebt in diese Stadt“, erzählt Astrid Gavini immer wieder mit leuchtenden Augen. Sie kommt aus Westhofen, einem Weindorf am Rhein und ist immer wieder als Gast und auch länger in der Hansestadt. „Hoffentlich bald für immer“, erzählt sie am Telefon.

Lesung und Ausstellung am Schwedenfestfreitag

Am Schwedenfestfreitag lädt sie zusammen mit Archiv und Archivverein erst zur Ausstellungseröffnung ins Stadtarchiv. Ihre eindrucksvoll gemalten Bilder erzählen von Wismars Schwedenzeit und den Schweden im Großen Nordischen Krieg. Danach wird sie zusammen mit Stadtarchivar Dr. Nils Jörn aus ihrem „Kriegstagebuch“ lesen.

„Die Steine meiner Seele“ ist das Kriegstagebuch ihres Protagonisten Liam Malvin Lindkvist, ein Schwedischer Offizier, den es später nach Wismar verschlägt. Das frisch erschienene Buch erzählt den Weg dorthin.

Kriegstagebuch im Großen Nordischen Krieg

Astrid Gavini: „Im November 1700 führt der junge Schwedenkönig Karl XII. seine Truppen zum ersten großen Gefecht nach Narva. Bereits der zermürbende Marsch zum Kampfeinsatz beschert Liam eine schreckliche Erfahrung. Erste Konflikte mit der Obrigkeit entstehen. Liam spürt einen ansteigenden inneren Zwiespalt.“

Für die Autorin war das Schreiben des fiktiven Kriegstagebuches anhand der gesicherten historischen Ereignisse eine besondere Erfahrung. „Nils hat mich historisch korrigiert“, dankt sie, „beispielsweise waren meine Protagonisten zu schnell unterwegs für die Zeit.“

Liam erzählt von den ersten Jahren im Großen Nordischen Krieg, von kleinen Scharmützeln bis hin zum großen Kampf mit Zar Peter I. Alles in Tagebuchform mit tiefen Einblicken in das Seelenleben des jungen Soldaten. „Er hat schwere Zeiten durchgemacht und kommt wieder nach Schweden“, verrät die Autorin.

Lebendige Geschichte

„Das ist sein ganz persönlicher Blick auf den Anfang des Nordischen Krieges“, erzählt sie – dieser Teil der europäischen Geschichte ist kaum in den Schulbüchern zu finden.

„Wie immer faszinieren mich die Teile der Geschichte, die im Verborgenen bleiben und nicht so bekannt sind. Ich erzähle Geschichte durch Geschichten“, nennt die Autorin ihren Anspruch und ihr Ziel, gleichzeitig zu unterhalten und zu bilden.

Der Weg nach Wismar

„Das schwerste Werk, was ich bisher gemacht habe. Es muss ja historisch stimmen und gleichzeitig fesseln“, erzählt Astrid Gavini weiter über das persönliche Neuland eines Kriegstagebuches. Auch die Botschaft war ihr wichtig: „Krieg ist immer derselbe Mist, egal ob mit Muskete oder mit modernen Waffen!“

Das Buch endet in der Wismarer Garnison. „Das ist der Anfang all meiner Wismargeschichten um Liam, ab 1707 ist er in Wismar.“ Aber das ist die nächste, längst veröffentlichte Geschichte. „Seelen im Nebel“ hat Astrid Gavini ihre vier Bände mit der Geschichte um Liam und seine Elisabeth in Wismar überschrieben. Auch der vierte Band aus der Reihe ist gerade druckfrisch erschienen.

Lustiges über die Schwedenköpfe

Dem ernsten Kriegsthema hat sie etwas Unterhaltsames zum Schwedenfest gegenübergestellt. „Wie die Schwedenköpfe nach Wismar kamen“ hat sie ihr druckfrisches Büchlein überschrieben, extra zum 20. Schwedenfest. „Letztendlich hätte nur eine historisch schillernde Persönlichkeit in ihren Flegeljahren auf solche Gedanken kommen können“, beantwortet sie die Frage.

Karl XII. war von 1697 bis 1718 König von Schweden und, so die augenzwinkernde Überzeugung der Buchautorin, als junger Kerl inkognito in Wismar. Und er hat in der Hansestadt Mist gebaut: „Der kesse Kerl ist mein Landsmann, der kommt aus Rheinlandpfalz“, Astrid Gavini hat ihm eine Geschichte angedichtet und erklärt so nicht nur das Geheimnis der Wismarer Schwedenköpfe.

Lesung mit Musik und Kunst

Einlass zum historischen Schwedenabend am 16. August ist um 18.30 Uhr, der Eintritt kostet drei Euro für den Archivverein, Vereinsmitglieder zahlen nichts.

Der Abend wird musikalisch vom Wismarer Musiker Christian Schmidtke umrahmt. Die Autorin wird auch ihre Bücher verkaufen und signieren. Stadtarchivar Dr. Nils Jörn kann Fragen zu den historischen Hintergründen beantworten.

Die Bücher gibt es direkt im Wismarer Buchhandel.

Mehr Infos:

Von Nicole Hollatz

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