Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Wismar: Tour soll Touristen in Manufakturen locken
Mecklenburg Wismar Wismar: Tour soll Touristen in Manufakturen locken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:13 09.04.2019
Ramona Stelzer zeigt Fischleder in unterschiedlichen Farben. Die Goldschmiedin verarbeitet es in Schmuckstücken. Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

Schmuck aus Fischleder, Uhren aus Holz, Tassen mit Getreidehenkel – das sind Produkte, die aus kleinen Manufakturen stammen. Eine neue Entdeckertour für Touristen verbindet 20 dieser regionalen Hersteller, zwei stammen aus Wismar: die Goertz Möbelmanufaktur und Ramona Stelzer Design. Die Goldschmiedin, die Fischleder verarbeitet, hat in der vergangenen Woche einen neuen Laden in der Krämerstraße eröffnet und ist gestern Gastgeberin für die Präsentation der „ManufakTour“ gewesen. Mit dabei: Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder. Sie weiß, Touristen suchen gezielt nach regionalen Besonderheiten. Und da es für kleine Manufakturen finanziell schwierig sei, sich alleine zu vermarkten, werde den Urlaubern mit der Tour „ein Fahrplan in die Hand gegeben“, der ihnen zeigt, wo sie etwas finden können.

Und damit ist noch längst nicht Schluss. Das Projekt soll weiter ausgebaut werden. „Vielleicht mit einem eigenen Stadtrundgang, in den die Manufakturen eingebunden werden“, schlägt Torsten Goertz vor. Der Geschäftsführer der Goertz Möbelmanufaktur GmbH hat eine gläserne Werkstatt am Hafen, in der Besucher verfolgen können, wie Möbelstücke angefertigt werden. Die Geschäfte laufen gut: „Wir haben gerade unseren vierten Lehrling eingestellt, die Lieferzeiten betragen bis zu 15 Wochen“, berichtet Goertz. Er kann sich auch ein gemeinsames Produkt mit Ramona Stelzer Design vorstellen.

Fischleder in unterschiedlichen Farben

Die Wismarerin verarbeitet gegerbtes Leder von zehn unterschiedlichen Fischen, unter anderem von Aal, Rochen, Scholle, Lachs und Papageienfisch. Das Leder hängt in verschiedenen Farben an der Wand und wird für Ringe, Anhänger, Ohrstecker und andere Schmuckstücke verwendet. „Durch das Gerben verschwindet der Fischgeruch - und auch die originale Farbe“, erklärt Ramona Stelzer. Daher müsse das Leder anschließend gefärbt werden. Das wiederum erklärt die Farbenvielfalt an der Wand. Sie reicht von zart rosa bis kräftig rot, von hellgelb bis tiefschwarz.

2014 hat sich Ramona Stelzer mit ihrem Handwerk selbstständig gemacht – zunächst mit einem Atelier in der Lübschen Straße. Jetzt ist sie in der Altstadt präsent. „Ich habe eine Nische gefunden, kein anderer in der Region macht so etwas“, freut sie sich über den Erfolg.

Viele Bewerber für die Tour

50 Bewerber aus den Landkreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim sowie in der Landeshauptstadt Schwerin hat es für die „ManufakTour“ gegeben. Letztlich sind 20 ausgewählt geworden, auf die „die Definition Manufaktur zutraf“, erklärt Ilka Rohr, zuständig für regionale Entwicklung und Tourismus im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Protagonisten würden altes Handwerk pflegen und die Traditionen auf höchstem Niveau weiterentwickeln. Außerdem kann man ihnen bei ihrer Arbeit auf die Finger schauen. Bei manchem ist sogar Mitmachen erwünscht: So gibt es für Laien etwa Kurse im Schmieden und Filzen oder der Keramik- und Pappmaché-Herstellung.

Geschäftsführer Torsten Goertz mit seiner Frau Kristina vor der Werkstatt. Die kann man durch große Scheiben gut einsehen. Quelle: Kerstin Schröder

Auch Kerstin Behrens lässt sich in ihrer ersten mecklenburgischen Porzellanmanufaktur in Sukow im Landschaftsschutzgebiet der Lewitz über die Schulter schauen. 14 Kilometer entfernt von der Landeshauptstadt Schwerin und dennoch mitten in der Natur findet sie Motive für ihre Dekore auf Tafelgeschirr und Accessoires: heimische Bäume, Gräser, Blumen und Insekten. Aber auch die Nähe zur Ostsee und den Mecklenburgischen Seen ist für sie wichtig: „Fische und Segel arbeite ich auch als plastische Motive in die Objekte ein.“ Vor einigen Jahren hat sie für die Heringstage in Wismar eine Tasse mit einem Herings-Henkel produziert. Der ist ein begehrtes Produkt geworden, für viele maritime Ereignisse werde er geordert, berichtet die Künstlerin. Auch Angler würden die Tasse gerne kaufen und mit eigenen Sprüchen versehen, wie zum Beispiel „Dorschkönig 2019“. Mittlerweile gibt es den Henkel auch in Getreideform.

Kerstin Behrens von der ersten mecklenburgischen Porzellanmanufaktur zeigt ihre begehrten Tassen - mit Henkeln in Fisch- und Getreideform. Quelle: Kerstin Schröder

Projekt soll weiterentwickelt werden

Ihre Begeisterung für die Porzellanmalerei gibt Kerstin Behrens gern an ihre Besucher weiter: „In meinen Kursen können die Teilnehmer ihre eigenen kleinen Kunstwerke aus Porzellan schaffen, ihre malerischen Talente entdecken und die Arbeit in einer Porzellan-Manufaktur ganz praktisch kennenlernen.“

Die „ManufakTour“ ist eine von fünf neuen „Kulturlandschaftsrouten“, die von der Metropolregion Hamburg entwickelt worden sind. Ziel ist es auch, den regionalen Produzenten mit digitalen Marketinginstrumenten wie einer gemeinsamen Online-Plattform einen sehr viel größeren Markt zu eröffnen. Die Betreuung übernehmen der Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin und der Verband Mecklenburgische Ostseebäder. Wie Anett Bierholz berichtet, könne sie sich neben einem Stadtrundgang auch eine Wanderausstellung vorstellen mit Fotos aus allen Manufakturen. Die sind für die Internetpräsentation der Tour angefertigt worden und könnten in Zukunft auch Werbung für die Region in anderen Bundesländern machen.

Die genauen Stationen der vor allem für Autofahrer gedachten Tour sind auf der Webseite www.mecklenburg-schwerin.de/manufaktour zu sehen.

Mehr Infos: http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Soko-Wismar-kurbelt-Tourismus-an

http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Wismar-Moebelbauer-macht-gute-Geschaefte-am-Hafen

Kerstin Schröder

Wismarer Studenten haben Ideen für einen Welterbepfad zwischen dem Spaßbad und Altstadt entwickelt. Die drei spannendsten Konzepte sind prämiert worden. Eine wird umgesetzt.

08.04.2019

Ein bislang unbekannter Mann hat die Frau am Freitag auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes bei Wismar gezwungen, mit ihrem Auto in einen Waldweg zu fahren. Dort wurde sie von dem Täter vergewaltigt. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

08.04.2019
Wismar Alter Hafen mit neuer Attraktion - Im Baumhaus schlägt das maritime Herz von Wismar

Das maritime Traditionszentrum im Baumhaus am Alten Hafen ist eröffnet. Besucher können hier eine Dauerausstellung besichtigen und Ausflüge mit der Poeler Kogge und der Atalanta buchen.

08.04.2019