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Wismar Wismar: Wirtschaft im Fokus der Wahl
Mecklenburg Wismar Wismar: Wirtschaft im Fokus der Wahl
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14:43 12.04.2019
Im Rathaus werden im Mai die Wahlurnen ausgeschüttet. Quelle: OZBILD
Wismar

Voll war der Saal im Technologie- und Gewerbezentrum Wismar am Donnerstagabend. Etwa 100 Zuhörer hatten sich dort eingefunden, um zu erfahren, wie die Bewerber-Parteien für die Bürgerschaft zum Thema Wirtschaft stehen. Dazu hatte die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin im Vorfeld eine Umfrage durchgeführt – mit dem Thema „Wie wirtschaftsfreundlich ist die Kommune?“ Aussagekräftige Daten für Wismar konnten allerdings nicht präsentiert werden. Nur vier Unternehmen hatten sich beteiligt. In Schulnoten ausgedrückt bewerteten sie die IHK-Frage mit einer 3,5.

Was wird gegen private Vermietung unternommen?

Der Diskussion stellten sich Michael Tiedke (SPD), Siegfried Ballentin (CDU), Horst Krumpen (Die Linke), René Fuhrwerk (Bündnis 90/Die Grünen), René Domke (FDP), Eike Koebe (Für Wismar) und André Jortzik (AfD). Svenja Preuss, die ein Hotel in Wismar betreibt, wollte wissen, was unternommen wird gegen das Vermieterportal Airbnb. Das profitiere seit langem von unfairen Wettbewerbsbedingungen. Denn private Vermieter, die nicht gemeldet sind, müssen auch keine Kontrollen in Sachen Hygiene, Brandschutz oder Steuern fürchten. Etwa 300 Wohnungen würden, so Svenja Preuss, in der Region Wismar auf diese Weise an Touristen vermietet. Und Wohnungen fürs Dauerwohnen würden schließlich dringend gebraucht. Eine konkrete Antwort auf ihre Frage bekam sie nicht. Stattdessen wurde das Thema Wohnen diskutiert. Laut Horst Krumpen gäbe es in Wismar kein Wohnungsproblem. Mehr als 1000 Unterkünfte würden in der Hansestadt leerstehen. Auch Eike Koebe sah keine Wohnungsnot, doch „alle möchten in die Altstadt ziehen“. Man müsse aufpassen, dass sich die Innenstadt nicht zur Luxus-Zone entwickle und Leute mit weniger Einkommen in den Randbereich gedrängt würden, ergänzte Krumpen. Wie Michael Tiedke berichtete, seien in der vergangenen Jahren viele neue Wohngebiete erschlossen worden. Er räumte aber auch ein, dass dabei der Fokus stark auf Einfamilienhäuser gelegen hätte.

Warum gibt es kein Parkleitsystem?

Dann kam es zum Thema Parken. André Jortzik sprach sich für die seit Jahren diskutierte Brötchentaste in der Innenstadt aus. Zuhörerin Marie Anne Schlaberg entgegnete, man sollte lieber in Radwege investieren, damit das Auto auch mal stehengelassen werde. Horst Krumpen bemängelte, dass die Auto-Navigationsgeräte Touristen zunächst in die Innenstadt führe. Dort bekämen sie keine Hinweise, wo es Parkplätze gibt und wie viele Stellplätze noch frei sind. Mit einem anständigen Parkleitsystem, wie es die meisten Städte schon längst hätten, könnte man das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt deutlich reduzieren, so Krumpen. René Domke sagte, es sei eine Frechheit für manche Parkplätze Geld zu verlangen. Denn sie seien baulich in einem sehr schlechten Zustand. Michael Tiedke verteidigte die Preise. Sie seien moderat und wenn die Plätze ausgebaut würden, müssten völlig andere Tarife verlangt werden.

Wie soll die Zusammenarbeit aussehen?

Zuhörerin Sabine Matthiesen fand, dass die Diskussionen zu sehr ins Klein-Klein gehen würden und fragte nach, wie man sich später die Zusammenarbeit vorstelle. Linke und SPD schlossen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus, die AfD hingegen könne sich eine Zusammenarbeit mit allen vorstellen. „Doch wofür stehen Sie überhaupt, welche Themen beschäftigen Sie?“, wollte die SPD vom AfD-Kandidaten wissen. Antworten gab es nicht. SPD, Linke und FDP gaben an dem Abend die meisten Antworten, die Redebeiträge der anderen waren ziemlich kurz. Der Moderator hätte das besser steuern müssen.

Wie sollen Fachkräfte geworben werden?

Und wie sollen Fachkräfte nach Wismar gelockt werden? Laut Siegfried Ballentin müsste die Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar weiter verstärkt werden. Dort gäbe es großes Potential und Kreativität. Ein Zuhörer berichtete, dass viele seiner Kommilitonen weggezogen seien. Sogar während des Studiums hätten viele lieber gependelt als nach Wismar zu ziehen. Die Hansestadt sei für junge Leute nicht attraktiv. René Fuhrwerk schlug vor, mehr in nachhaltiges Wohnen zu investieren, zum Beispiel im Bereich der Hochbrücke.

Zuhörer Johannes Gößler, Geschäftsführer der MV Werften Fertigmodule GmbH, berichtete, dass er eine Fachkraft aus Österreich sei. „Ich finde, Wismar hat sehr viel zu bieten.“ Sport, Musik – alles sei möglich. Man sollte die Angebote allerdings besser präsentieren – und am besten zusammen, um einen guten Überblick zu bieten.

Die Veranstaltung wurde organisiert von der Industrie- und Handelskammer Schwerin und der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft.

103 Bewerber für 37 Plätze

In Wismar geht es um 37 Plätze in der Bürgerschaft. Insgesamt 103 Bewerber stellen sich der Wahl. SPD und CDU wollen stärkste Fraktion werden. Nach Angaben von Gemeindewahlleiter Frank Brosig ist für die Reihenfolge auf dem Stimmzettel nicht das Ergebnis der letzten Bürgerschaftswahl von 2014 maßgebend, sondern das Landesergebnis der Kommunalwahl. Danach ergibt sich für beide Wahlbereiche folgende Reihenfolge: CDU, Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, AfD, FDP, NPD, dann entweder die Piraten oder die Freien Wähler (rechtliche Prüfung der Reihenfolge steht noch aus) sowie das Für-Wismar-Forum.

Kerstin Schröder

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