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Wismar Zahl der Berufspendler im Kreis auf 45 000 gestiegen
Mecklenburg Wismar Zahl der Berufspendler im Kreis auf 45 000 gestiegen
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11:48 15.10.2019
Viele Pendler stehen oftmals im Stau. Quelle: IG Bau
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Wismar

Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Nordwestmecklenburg hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 45 000 Menschen regelmäßig die Grenzen ihres Kreises – das sind 7 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis noch rund 42 000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Familien und Umwelt leiden unter Fahrerei

Gewerkschafter Jörg Reppin spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendelboom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt er. Die Folge seien volle Straßen, Staus und überfüllte Züge.

Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Nordwestmecklenburg mittlerweile gang und gäbe, betont Reppin. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Gewerkschaft fordert mehr Investitionen

Die IG BAU warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen noch weiter vom Arbeiten entfernen. Nötig sei eine „drastische Wende“ in der Wohnungsbaupolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment“, so Reppin. Massive Investitionen seien aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. „Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß“, macht Reppin deutlich. Einen entscheidenden Beitrag gegen den „Pendelfrust“ könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Pendlerproblematik im Landkreis Nordwestmecklenburg ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zur Arbeit in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis.

Von OZ

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