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Wismar Wismar: Zu wenige Fahrradständer und Ladestationen für E-Bikes
Mecklenburg Wismar Wismar: Zu wenige Fahrradständer und Ladestationen für E-Bikes
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12:54 19.05.2019
Viele Radler - Einheimische und Touristen - sind in Wismar unterwegs. Quelle: Nicole Buchmann
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Wismar

Radfahren ist die wichtigste Aktivität von Menschen, die ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringen. Fast jeder Zweite fährt Rad. Das entspricht etwa fünf Millionen Urlaubsradlern, teilt der Tourismusverband mit. Und: Immer mehr nutzen auf ihren Reisen Elektro-Räder.

„Die Zahl der E-Bike-Touristen steigt rasant“, berichtet Horst Krumpen, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Er bemängelt das unzureichende Serviceangebot im neuen Parkhaus am Alten Hafen in Wismar: „Dort gibt es zwar Ladestationen für diese Räder, aber keine Möglichkeit, Gepäck sicher zu lagern. Touristen müssten deshalb ihre Sachen mitnehmen, wenn sie die Stadt zu Fuß erkunden wollen.“ Verschließbare Schränke im Parkhaus – so wie sie es auch auf Bahnhöfen in anderen Städten gibt – könnten Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass solche Touristen nicht gleich weiterfahren in den nächsten Ort. Aus demselben Grund sollten auch einige Ladestationen für E-Bikes in der Innenstadt installiert werden.

Zu schmale Wege, schlechte Ampelschaltung

Alle zwei Jahre befragt der ADFC Radfahrer in ganz Deutschland: Macht Radfahren in deiner Stadt Spaß oder ist es Stress? Beim sogenannten Fahrradklima-Test werden Noten verteilt. Und Wismar sackt seit 2014 ab – von damals 3,3 auf einen derzeitigen Notendurchschnitt von 4,0. Repräsentativ ist die Umfrage nicht. Aber sie zeigt Mängel auf. Bei einigen Fragen sehen Radler aus den Städten bundesweit identische Probleme: Falschparker auf Radwegen, zu schmale Radwege, die Verkehrsführung an Baustellen und eine Ampelschaltung, die Autofahrer bevorzugt. Auch in Wismar sorgen diese Themen für Unmut. Das ist beim Verkehrsforum vor etwa 50 Zuhörern im Zeughaus deutlich geworden, an dem Vertreter aller Bewerber-Parteien für die Bürgerschaft teilgenommen haben. Und größtenteils sind sie sich darin einig gewesen: Es gibt viel zu verbessern.

Zu wenige Fahrradständer in der Innenstadt

Eine Gefahr sei die Baustelle an der viel befahrenen Poeler Straße. Dort müssten Radfahrer und auch viele Schulkinder die Straße wechseln – ohne eine Ampel. Sehr gefährlich sei es auch in der Philipp-Müller-Straße, weshalb Radler oft auf die Gehwege ausweichen würden. FDP und Grüne haben das Thema in die Bürgerschaft gebracht. Am Donnerstag soll darüber beraten werden, ob und wie dort ein beidseitiger Radweg inklusive Radfahrer-Abbiegespuren errichtet werden kann.

Etwa 50 Zuhörer haben das Verkehrsforum im Zeughaus verfolgt. Quelle: Kerstin Schröder

„Wir haben schon sehr oft auf das Problem hingewiesen und hoffen, dass wir diesmal unterstützt werden“, so Petra Seidenberg (Bündnis 90/Grüne). Fabian Eiffert (Für-Wismar-Forum) findet, dass es zu wenige Fahrradständer in der Altstadt gibt – auch für die Bewohner, die ihre Räder nicht immer in die Häuser tragen möchten. Dem pflichtet Horst Krumpen bei, der für die Linke im Podium saß.

Mit der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes entstehen dort neue Fahrradständer. Aber auch im Industriegebiet am Haffeld seien mehr solcher Abstellmöglichkeiten für diejenigen nötig, die dort arbeiten. Zurzeit würden da viele Räder an den Zäunen angeschlossen. „Die Radwege sind dort auch nicht breit genug. Als das Gebiet entwickelt wurde, hat man nicht ausreichend an Radfahrer gedacht“, moniert Krumpen. Bei der neuen Straße vom geplanten Pendler-Parkplatz zur Werft dürfe das nicht passieren.

Ostseeradweg führt ins Industriegebiet

Jan Prediger vom ADFC Wismar weist außerdem darauf hin, dass der viel genutzte Ostseeradweg in Wismar durch das Industriegebiet am Haffeld führe, aber die Beschilderung ist nicht überall nach den entsprechenden Richtlinien angebracht, sodass Radfahrer falsch geleitet werden könnten. Positiv sei, dass Busse Räder kostenlos mitnehmen. „Aber die Radfahrer müssen aussteigen, wenn der Platz von jemandem mit Kinderwagen gebraucht wird“, so Prediger. Möglich wäre es auch, die holprigen Pflasterstraßen zu glätten – indem man sie verfugt. „Nicht die komplette Straße, denn Wismar ist ja eine Welterbestadt. Aber ein schmaler Streifen wäre durchaus denkbar“, ergänzt er. Vor allem für Senioren wäre das eine Verbesserung. Frieder Bohacek (SPD) steht dem aufgeschlossen gegenüber: „Man könnte es bei einer Straße mal ausprobieren – natürlich kommt es aber auch auf die Kosten an.“

Regelmäßiges Verkehrsforum gewünscht

Den Vorschlag des ADFC, regelmäßig Verkehrsforen durchzuführen, um Ideen und Anregungen zu sammeln, haben alle Bewerber begrüßt. In Rostock gibt es diese Zusammenkünfte bereits. „Wichtig ist, dass dann alle Verkehrsteilnehmer vertreten sind – Radler, Fußgänger, Autofahrer – sowie Vertreter der Bürgerschaft und Stadtverwaltung“, so Prediger. Er hoffe, dass das Interesse am Radfahren nach der Wahl nicht gleich wieder verblasst.

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