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Mecklenburg Wismar Wismar feiert interkulturelle Woche
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00:00 07.09.2017
Beim Hoffest im Kirchhof der Heiligen-Geist-Kirche am Freitagnachmittag ist jeder willkommen. Auch im vergangenen Jahr wurde viel musiziert und getanzt. Das Fest ist der Auftakt der interkulturellen Woche 2017 in Wismar. Quelle: Foto: Nicole Hollatz
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Wismar

Ein Arbeitgeber in der Hansestadt, der einem Studenten einen Nebenjob verweigert, weil er keine „Asylanten“ einstellt, ein neunjähriges Mädchen, das von einem Erwachsenen auf dem Marktplatz angerempelt und an den Haaren gezogen wird, weil es Ausländerin ist, ein Fitnessstudio, das einem Inder wegen seiner Herkunft einen Vertrag verweigert – auch so sieht das Miteinander verschiedener Kulturen dieser Tage aus.

Doch schon am Freitag kann – wer will – erleben, wie es anders geht – das Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Beim Hoffest im Kirchhof von Heiligen-Geist in der Lübschen Straße entsteht der „Klang aus vielen Tönen“.

Musik, Tanz aus vieler Herren Länder und ebensolche Suppen sollen die Gäste erfreuen und zum Austausch anregen. „Wie in den vergangenen zwei Jahren bitten wir die Besucher, eine Suppe für das vielfältige Buffet mitzubringen“, sagte Petra Steffan während der Programmvorstellung der interkulturellen Woche 2017.

Dass es die auch in diesem Jahr wieder gibt in Wismar, begründet Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) damit, dass das Thema unterschiedliche Kulturen an Aktualität gewonnen habe. „Zum einen leben deutlich mehr Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund mit uns, zum anderen erleben diese Menschen die Stadt aber durchaus verschieden.“

Beyer sprach vom Rassismus, der den Menschen aus Syrien, dem Iran oder aus Ägypten im Wohnhaus oder auf der Straße entgegenschlägt. „Ich möchte das nicht überbetonen – ich erlebe auch genau das Gegenteil. Klar aber ist, dass wir uns darüber Gedanken machen müssen, wie wir dem begegnen.“

Zumal es auch Leute gebe, die genau diesen Alltagsrassismus befördern. „Da braucht man nur auf einige Wahlplakate zu gucken.

Am Tisch zur Pressekonferenz sitzen Organisatoren der interkulturellen Woche dann auch aus Irland, Russland, der Ukraine und aus dem Iran. Zwölf Veranstaltungen wird es im September geben – darunter ein Kinderfest im Friedenshof, einen Vortrag über den Kaffee im Treff im Lindengarten oder kurdische Musik in der Kammerbühne des Wismarer Theaters. Leila Sayadi und Amir Moradi wollen ihr Heimatland vorstellen. „Die Menschen in Deutschland wissen, warum die Syrer herkommen oder die Ukrainer – dort ist Krieg. Warum aber die Iraner nach Deutschland und Europa fliehen, das wollen wir erzählen“, erklärt Amir Moradi die Idee. Um die Rolle der Frau soll es gehen, um Literatur und Musik, um den Iran vor und nach der Revolution 2009.

Und dann ist da noch der „Tag des Flüchtlings“. Mit einer Menschenkette auf dem Marktplatz soll füreinander eingestanden und gegen Rassismus aufgestanden werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, für die Initiative „Wismar - neugierig, tolerant, weltoffen“ Gesicht zu zeigen – mit einem Foto vor der Wasserkunst. Knapp 3000 Menschen aus mehr als 100 Nationen leben derzeit in Wismar.

Veranstaltungen zur interkulturellen Woche 2017 in Wismar

Freitag, 8. September: Hoffest „Ein Klang aus vielen Tönen“, Heilig-Geist-Kirchhof von 16 bis 19 Uhr

Mittwoch, 13. September: Vortrag über den Kaffee als des Deutschen liebsten Getränks, 17 bis 18:30 Uhr im Treff im Lindengarten (TiL)

Sonntag, 17. September: Eröffnungsgottesdienst zur Interkulturellen Woche in der Neuen Kirche am St. Marienkirchhof um 10 Uhr

Dienstag, 19. September: Vladimir Sekerko zeigt unter anderem Fotos seiner großen Liebe Wismar in der Ausstellung „Augenblicke“ in der Gerichtslaube, Vernissage 17 Uhr

Donnerstag 21. September: Fachworkshop „Migration als Trauma“, Teilnahmegebühr 45 Euro, Anmeldung unter kontakt@frauenbildungsnetz.de

Freitag, 22. September: Klezmer aus Hamburg zu Gast auf Schloss Bothmer, Beginn 19 Uhr, Karten gibt es in der Buchhandlung Peplau (Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.)

Montag, 25. September: Kinderfest am Friedenshof, An der Mole 14 von 15 bis 17 Uhr

Mittwoch, 27. September: Campus-Mensa der Hochschule tischt Speisen aus dem Orient und aus Afrika auf - von 11 bis 14:30 Uhr

Mittwoch 27. September: Möbel bauen für wenig Geld – ein Vortrag von Van Bo Le-Mentzel an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule

Mittwoch 27. September: Kurdische Musik im Theater Wismar um 19 Uhr

Freitag, 29. September: „Tag des Flüchtlings“ auf dem Markt von 13 Uhr an

Freitag, 29. September: Vortrag über den Iran, von 17 bis 19 Uhr im TiL

Nicole Buchmann

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