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Wismar Erste inklusive Kita des Landes eröffnet in Wismar
Mecklenburg Wismar Erste inklusive Kita des Landes eröffnet in Wismar
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19:00 22.11.2019
Die Kinder der Kita "Bunte Stifte" fühlen sich sichtlich wohl. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Der Satz „Ist das schön hier!“ fiel beim Rundgang oft. Gestern wurde Wismars neue Kita „Bunte Stifte“ zwischen der Dr.-Leber-Straße und der Turmstraße am Altstadtrand feierlich eröffnet – mit den Entscheidungsträgern, den Architekten und Planern sowie Vertretern der bauausführenden Firmen.

„Jeder ist anders, jeder ist richtig, jeder ist wichtig!“, beschreibt Thilo Werfel als Geschäftsführer der Wismarer Werkstätten den Grundgedanken der Kita mit Platz für 24 Krippenkinder und 60 Kinder im Alter ab drei Jahren. Die Kita in Trägerschaft der Wismarer Werkstätten GmbH ist die erste inklusive Kita des Landes.

Teilhabe am Leben

„Inklusion heißt Teilhabe von Anfang an. Es ist normal, verschieden zu sein!“, erklärte Clemens Russell von der Lebenshilfe MV den Grundgedanken. „Wir müssen für Orte sorgen, an denen nicht behinderte und behinderte Menschen zusammen leben können.“

So ein Ort ist der Kindergarten. „Wir akzeptieren jeden Menschen, wie er ist. Jedes Kind ist hier willkommen“, führt Kitaleiterin Tessa Borchers weiter aus.

Jette Köpnick und Jaron spielen mit den Bauklötzen. Jaron hat sich als Feuerwehrmann verkleidet. Quelle: Nicole Hollatz

Im Februar 2018 begannen die Bauarbeiten auf dem Grundstück, auf dem vorher wild geparkt wurde. Anfang September konnten die Kinder und ihre Erzieherinnen einziehen.

Tolle Räume und feste Strukturen

Jede Gruppe hat drei Räume: zum Entspannen, Spielen und Essen. In jedem Essensraum ist eine eigene Küche mit Kühlschrank. Klare Strukturen und die fest zugeordneten Gruppen sind im Konzept wichtig.

Zusammen mit Kindergartenkind Len erklärte Thilo Werfel mit bunten Bausteinen, was Inklusion ausmacht. Quelle: Nicole Hollatz

Die Kinder sind begeistert vom Sport- und Bewegungsraum, der Kinderküche, in der auch die Kleinen helfen können, dem Bastelraum mit Werkbank und viel Platz für kleine Künstler und große Kunst. Es gibt Ecken zum Kuscheln, Bauen und Lernen. Die lichtdurchfluteten Räume und die vielen schönen Details lassen staunen.

Vierfacher Lückenschluss

Mit dem Neubau gelang den Wismarer Werkstätten ein vierfacher Lückenschluss, betonte Bürgermeister Thomas Beyer. Erstens entstanden weitere Kinderbetreuungsplätze. „Wir haben für die über Dreijährigen noch Kapazitäten, in der Krippe sind wir bis 2021 ausgebucht“, so Tessa Borchers.

Der zweite Lückenschluss ist die Lückenbebauung an sich. Im Frühjahr 2016 beteiligte sich die Wismarer Werkstätten GmbH an einer Kita-Ausschreibung und überzeugte mit den pädagogischen und baulichen Konzepten.

Die Gäste konnten sich die Räume anschauen und staunten. Quelle: Nicole Hollatz

Beyer: „Die dritte Lücke war das Konzept an sich, so eine Einrichtung gab es bisher nicht!“ Und auch für das Portfolio der Wismarer Werkstätten ist die Kita ein folgerichtiger „Lückenschluss“, die nun von Krippe über Schule, Ausbildung, Werkstattarbeit und Wohnen alle Lebensbereiche für Menschen mit Behinderungen abdecken können. In der Kita spielen und lernen Kinder mit oder ohne Behinderungen miteinander und von einander.

Inklusion von Anfang an

„Nicht behinderte Kinder können viel lernen durch Inklusion“, so Clemens Russell. Thilo Werfel: „Jedes Kind erhält die Betreuung und Förderung im Alltag, die es benötigt, um die Welt zu entdecken und zu begreifen.“

Auch unter den Mitarbeitern sind Menschen mit Behinderungen. Thilo Werfel: „Wir bieten im Rahmen unseres inklusiven Ansatzes Menschen mit Behinderung einen Außenarbeitsplatz hier in diesem Haus an. Menschen mit und ohne Behinderung handeln hier gemeinsam für das Wohl der Kinder. Und, wir können nach wenigen Wochen sicher sagen, sie lernen viel voneinander, entwickeln Respekt und Verständnis füreinander. Sie werden ein Team!“

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Von Nicole Hollatz

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