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Wismar Wismar in Flächennot: Stadt will vorhandenes Grün pflegen und aufwerten
Mecklenburg Wismar

Wismar in Not: Keine Flächen für Ausgleichsmaßnahmen

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07:00 17.01.2020
Landschaftarchitekt Jan Rose zeigt auf die vielen neu gepflanzten Bäume. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Die Stadtverwaltung soll Flächen oder auch Einzelstandorte für das Pflanzen von zusätzlichen Bäumen und Sträuchern ausweisen. Dafür sprachen sich der Bau- und Sanierungsausschuss sowie der Ausschuss für nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Klimaschutz in einer gemeinsamen Sitzung zu Wochenbeginn aus. Doch der Hansestadt gehen die Flächen aus. Schon jetzt kann sie keine Ausgleichsmaßnahmen mehr vornehmen, die der Gesetzgeber anerkennt. Denn der möchte, dass neue Flächen als Ausgleich für Versiegelungen bepflanzt werden. „Es muss was Neues entstehen. Vorhandenes aufwerten und pflegen, zählt nicht“, bringt Bürgermeister Thomas Beyer die aktualisierte Regelung im Landesgesetz auf den Punkt.

Ökopunkte oder Ausgleich außerhalb der Stadt

Deshalb ist die Hansestadt gezwungen, entweder sogenannte Ökopunkte beim Land zu kaufen oder in anderen Regionen, vor allem im Landkreis Nordwestmecklenburg, Ausgleichspflanzungen vornehmen zu lassen. „Diese neue Regelung ist praxisfern und schadet unserer Stadt, weil wir hier Neues bauen und Flächen versiegeln“, erklärt Beyer. Der Verwaltungschef bedauert zudem, dass die Kommunen durch die Behörden nicht beteiligt wurden. Auch das sehe er kritisch, weil Wismar auf die begrenzte Flächenverfügbarkeit hingewiesen hätte.

„Dabei haben wir in unserer Stadt Flächen, die wir gerne aufwerten würden“, sagt Beyer und verweist als gelungenes Beispiel auf das Köppernitztal. Es grenzt an das neu entstandene Wohngebiet „Lübsche Burg Ost“. Mithilfe des Investors, einer Immobiliengruppe aus Börgerende, wurde die waldartige Parkanlage im Köppernitztal aufgewertet.

72 Bäume im Köppernitztal gepflanzt

„Wir haben die Verbuschung beseitigt, das heißt den Jungwuchs entfernt und einzelne Gehölze freigestellt. Man konnte das Wasser im Köppernitzbach schon gar nicht mehr sehen, weil er mit Büschen zugewachsen war“, berichtet Landschaftsarchitekt Jan Rose. Durch diese Arbeiten sind Sichtachsen und lichte Räume entstanden, was sich auf das Sicherheitsempfinden der Fußgänger und Radfahrer im Köppernitztal auswirke.

Zudem wurden baumpflegerische Arbeiten am Gehölzbestand ausgeführt und insgesamt 72 Bäume in Lücken gepflanzt. Auch der Teich zwischen dem Hauptweg und der Köppernitz wurde entschlammt. Um die Besonnung für dieses geschützte Biotop zu gewährleisten, ist hier ebenfalls Jungwuchs entfernt worden.

Wismarer freuen sich über sanierten Höhenweg

Auf dieser waldartigen Treppe im Höhenweg geht's bequem in Richtung Tierpark. Quelle: Haike Werfel

Nicht zuletzt wurde der alte Höhenweg wiederhergstellt. So nennen die Wismarer den Weg entlang der Böschung vom Hauptweg bis zur Asphaltstraße, die zum Tierparkeingang hinunterführt. Er ist als wassergebundene, das heißt wasserdurchlässige Kiesdecke ausgebaut worden. Am Ende wurde eine waldartige Treppe mit Eichenholzstufen angelegt.

„Das freut die Anwohner besonders“, weiß Maike Kayatz vom Baumamt. Um den Weg abzukürzen, habe sich vorher so mancher durch das Dickicht gehangelt. Das sei schon ziemlich abenteuerlich gewesen.

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Über die Autorin

Von Haike Werfel

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