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Wismar Wismar rüstet sich für die nächste Sturmflut
Mecklenburg Wismar Wismar rüstet sich für die nächste Sturmflut
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19:39 08.01.2019
Die Berufsfeuerwehr stellt Hunderte Sandsäcke für Anwohner in Wismar zur Verfügung - wie hier in der Rabenstraße. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

Hunderte Sandsäcke hat die Wismarer Berufsfeuerwehr im Laufe des Dienstagnachmittags in der Stadt verteilt. Nach der zum Teil verheerenden Sturmflut vom 2. Januar kündigt sich nun bereits das zweite extreme Hochwasser des Jahres an. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie könnte der Wasserstand in Wismar eine Höhe von 6,30 erreichen. Das wären 1,30 Meter höher als normal. Damit wird Sturmtief „Benjamin“ zwar vermutlich nicht ganz so dramatische Folgen mit sich bringen wie „Zeetje“ – der Deutsche Wetterdienst spricht dennoch von einer „sehr schweren Sturmflut“ mit der Stufe 3 für die Lübecker Bucht. Erfahrungsgemäß ist der Pegel in Wismar im Vergleich zu anderen Hafenstädten in der Region dabei am höchsten.

Neue Sandsäcke für neue Sturmflut

Gerade erst haben die Frauen und Männer der Berufsfeuerwehr die Sandsäcke wieder in das Lager am Hohen Damm gebracht, da werden schon wieder neue gebraucht. 500 Säcke wurden zum Ziegenmarkt gebracht, 200 weitere zum Bereich Fischereigenossenschaft. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit lieferten am Dienstag zwei Feuerwehrleute weitere 500 Säcke zur Rabenstraße. Anwohner sollen sich nun selbstständig an den Sandsäcken für ihre Häuser bedienen.

Große Schäden nach dem Hochwasser in Wismar

„Der Sand ist der gleiche wie vor einer Woche, die Säcke werden allerdings ausgetauscht. Die sind vom Salzwasser kontaminiert und können daher nicht mehr benutzt werden“, erklärt einer der beiden Feuerwehrleute, während der Container mit den Säcken an der Brücke über den Wallensteingraben abgeladen wird.

Der Ziegenmarkt ist bei einem Hochwasser mit am schlimmsten in Wismar betroffen. Anwohner schützen sich mit Sandsäcken. Quelle: Michaela Krohn

Vorhersage bei 1,30 Meter über normal

Zur selben Zeit schaukeln die Boote und Kutter im Wismarer Alten Hafen schon heftig. Rundherum haben Anwohner die Säcke in Windeseile schon vor ihren Haustüren und Kellerfenstern deponiert. Vor sieben Tagen erst stand dort der Ziegenmarkt unter Wasser. Die Sturmflut hatte in einigen Häusern und Geschäften große Schäden angerichtet (die OZ berichtete). Die Angst vor einem ähnlich starken Hochwasser ist groß – auch, wenn die Wasserstandsvorhersage zurzeit für Mittwoch „nur“ 1,30 über normal ist. Am 2. Januar wurde der höchste Pegel am frühen Abend mit 1,91 über normal gemessen.

„Hier war vor einer Woche schon alles unter Wasser“, berichtet eine Anwohnerin der Rabenstraße. Sie lebe allerdings in der ersten Etage. „Bei mir ist alles sicher. Ich mache jetzt noch einen Spaziergang, bevor das morgen nicht mehr geht“, sagt sie.

Anwohner werden zudem gebeten, ihre Autos aus den brisanten Gebieten rund um den Hafen wegzufahren und woanders sicher zu parken. Über das Informationssystem „fact24“ werden Bürger, die in den vom Hochwasser gefährdeten Bereichen leben außerdem gewarnt.

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