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Wismar Wismar soll breiten Sandstrand erhalten
Mecklenburg Wismar Wismar soll breiten Sandstrand erhalten
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05:11 24.11.2018
Eine Bürgerinitiative will in Seebad Wendorf einen etwa 60 Meter breiten Sandstrand schaffen. Quelle: Ulrich Jahr
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Wismar

Die Wismarer sollen wieder einen Ostseestrand vor der Haustür bekommen. Dafür setzen sich vier Fachleute aus der Hansestadt ein. Sie haben die InitiativeSandstrand Seebad Wendorf“ gegründet. Am Donnerstagabend stellten sie ihre Visionen, Ideen und Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit der Öffentlichkeit vor.

„Wir wollen Seebad Wendorf wieder zu einem echten Seebad entwickeln“, erklärte Manfred Wahls den interessierten Zuhörern. Der Bauingenieur lebt in Wendorf. Er beobachtet seit Jahrzehnten, wie das Wasser immer mehr vom Uferbereich abträgt und er zunehmend flacher wird. Mit Dr. Frank Wobschal vom Ingenieurbüro für Tiefbau, Landschaftsarchitekt Jan Rose und Dr. Olaf Niekamp, Professor für Wasserbau und Hydromechanik an der Hochschule Wismar, hat Wahls im vergangenen Jahr die InitiativeSandstrand Seebad Wendorf“ ins Leben gerufen.

„Wir wollen Seebad Wendorf wieder zu einem echten Seebad entwickeln.“ Manfred Wahls, Bauingenieur Quelle: Wilfried Erdmann

Mit Sandstrand Uferbereich sichern

Die vier Experten sehen „Handlungsbedarf in Größenordnungen“, um das Seebad zu einem attraktiven Naherholungsgebiet zu entwickeln. „Das ist unser Ziel. Aber oberste Priorität hat zunächst die Herstellung eines Sandstrandes“, stellte Wahls mehrfach klar, „denn damit kann das Ufer dauerhaft gesichert werden.“ Bisherige Sandaufspülungen in der Vergangenheit hatten keinen nachhaltigen Erfolg.

Auf einer Länge von etwa einem Kilometer – vom Ende des Küstenwaldes bis zum Yachthafen – soll nach Ideen der Initiative ein etwa 60 Meter Sandstrand aufgeschüttet werden. Dahinter könnten sich die Fachleute eine Brandungsmauer und eine bis zu drei Meter breite Promenade vorstellen – ähnlich wie in Kühlungsborn. Vor dem Strand soll eine etwa 90 Meter breite Badezone entstehen. Dieser Bereich muss ausgebaggert und mit Ostseesand aufgespült werden, um einen sauberen Untergrund und sauberes Wasser zu erhalten. In etwa 200 Metern Entfernung vom Strand, wo das Wasser 1,80 bis zwei Meter tief ist, will die Initiative schwimmende Wellenbrecher installieren. Sie sind umweltfreundlich und sollen laut Frank Wobschal die extremen Abbrüche verhindern, die jetzt bei Sturmflut erfolgen.

Millionenprojekt nur mit Förderung möglich

Alles in allem ein Millionenprojekt und nur mithilfe von Fördermitteln zu finanzieren. Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium hingegen hätten ergeben, dass es Kosten für bauliche Maßnahmen, die der touristischen Entwicklung dienen, mit bis zu 75 Prozent fördert. Den Antrag muss die Hansestadt stellen und rund 25 Prozent als Eigenanteil aufbringen. Eine Beratung dazu habe es mit dem Wismarer Bauamt bereits gegeben.

„Zunächst müssen wir eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die Finanzierung abzusichern“, informierte Manfred Wahls über die nächsten Schritte. Dazu sind etliche Gutachten zu erstellen, muss eine seeseitige Vermessung erfolgen, die Parkanlage und der Küstenwald berücksichtigt werden. Die Schaffung eines Sandstrandes mit den erforderlichen Uferschutzanlagen sei laut Initiative die Basis dafür, um später ein Naherholungszentrum mit touristischer Infrastruktur und attraktiven Freizeitmöglichkeiten zu entwickeln und eine bessere Verkehrsanbindung zu Land und zu Wasser zu schaffen. „Wir brauchen viele Sympathisanten. Je mehr Mitstreiter wir haben, desto größer ist die Chance, dass unsere Vision verwirklicht werden kann“, sagte Manfred Wahls. Auch für weitere Ideen sei die Initiative dankbar. Mit ihrer Auftaktveranstaltung wollte sie das öffentliche Interesse wecken.

Viel Zuspruch von Zuhörern

Mehrere Zuhörer äußerten sich zustimmend und zollten den Experten Anerkennung für ihr Projekt. Etwa Hans-Martin Helbig und Wolfgang Box. Sie würdigten den Mut der vier Fachleute zu ihrer Vision. Box, der Mitglied der CDU-Bürgerschaftsfraktion ist, erklärte, dass Seebad ein historischer Name sei. Es wurde 1821 gegründet. Hannes Nadrowitz verwies auf die Chance, mit einem Ostseestrand in der Stadt die Verweildauer der Gäste in Wismar wesentlich zu erhöhen. Jetzt gäbe es vor allem viele Tagestouristen. Einige kritische Stimmen wollten zunächst die touristischen Angebote in Wendorf verbessert sehen.

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