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12:10 26.04.2019
Eduard Kapri (l.), Bürgermeister der albanischen Stadt Pogradec, und Wismars Bürgermeister Thomas Beyer nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Im März hat die Wismarer Bürgerschaft grünes Licht für die Städtepartnerschaft mit der albanischen Stadt Pogradec gegeben. Am Donnerstagabend hat sich Eduard Kapri, Bürgermeister von Pogradec, in das Goldene Buch der Hansestadt eingetragen. Anschließend unterzeichneten er und Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) den Partnerschaftsvertrag. Kapri dankte für die bisher gute Zusammenarbeit und hofft, dass möglichst viele Wismarer Pogradec besuchen werden. Beyer nannte den Weg zur Partnerschaft als „idealtypisch“, weil sie durch Bürgerkontakte von unten angeschoben worden sei. Er überreichte seinem Amtskollegen ein Bild mit einem Motiv der Hansestadt.

Mister Albanien

Frieder Weinhold, Initiator der Albanienhilfe Wismar. Quelle: Hoffmann Heiko

Mit Sekt wurde Stunden später im „Hotel Wismar“ angestoßen. Denn zwischendurch war die Sitzung der Bürgerschaft zu absolvieren. Bürgerschaftsmitglied Frieder Weinhold (CDU) ist besonders glücklich über die Partnerschaft. Denn der Vorsitzende des Christlichen Hilfsvereins ist mit der Albanienhilfe Wismar seit 26 Jahren in dem südosteuropäischen Land tätig, vor allem in der ärmlichen Bergregion im Hinterland von Bishnica.

Ohne Frieder Weinhold würde es die Partnerschaft nicht geben. Daher richtete er nach den Unterschriften einige Worte an die Gäste, an die Politik und an die Verwaltungsspitze. Er dankte allen Beteiligten, die die Partnerschaft möglich gemacht haben. So zum Beispiel den Mitgliedern des Hilfsvereins, den Bürgermeistern beider Städte, der Politik und den Verwaltungen.

Weinhold: „Ich denke, wir können auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Städte schauen. Hier ist etwas zum Ziel gekommen, was sich lange angebahnt hat. Das Engagement auf beiden Seiten ist groß. Ich persönlich bin sehr dankbar dafür. Das ist eine tolle Geschichte, die sich entwickelt hat.“

Masterarbeit zum Hilfsprojekt

Die albanische Delegation mit Bürgermeister, Stellvertreter, Bauamtsleiterin und Übersetzer hatte am Nachmittag die Hochschule besucht. Dort wurden Gespräche mit dem Rektorat, Professoren und Studenten geführt. Weinhold: „Unsere Gäste aus Pogradec sind sehr interessiert, da könnte sich noch einiges an Zusammenarbeit ergeben.“ Ein sächsischer Student schreibt seine Masterarbeit an der Hochschule Wismar über ein Hilfsprojekt in Bishnica. Dabei geht es um den Neubau eines Internats für Kinder, damit diesen der Schulbesuch ermöglicht wird.

Am Morgen hatte es ein ausführliches Gespräch mit Thomas Beyer gegeben. Berührungspunkte der Zusammenarbeit wurden thematisiert. Die Gäste sind noch am Freitag in Wismar. Weinhold ist schon wieder in Richtung Albanien unterwegs. Nächste Woche geht es weiter mit den Planungsarbeiten für das Internat.

6 Partnerschaften

Eduard Kapri, Bürgermeister der albanischen Stadt Pogradec, trägt sich in das Goldenen Buch der Hansestadt Wismar ein. Quelle: Heiko Hoffmann

Städtepartnerschaften unterhält Wismar mit Kemi (Finnland), Aalborg (Dänemark), Calais (Frankreich), Lübeck und Kalmar (Schweden). Jetzt auch mit Pogradec. Die Stadt am herrlich gelegenen Ohridsee mit einer Bergregion im Hinterland zählt rund 21 000 Einwohner, nach einer Kommunalreform sogar 90 000 Einwohner bei großem Flächenzuwachs.

 Bürgermeister Thomas Beyer war im letzten Oktober in Albanien, hat sich vor Ort umgesehen und Gespräche mit dem dortigen Bürgermeister geführt. Beyer spricht von einer „freundschaftlichen Beziehung zu Pogradec, die idealtypisch verlaufen ist“, weil sie sich stetig über Jahre entwickelt habe.

Beginn 1992

Den Anfang hatte die Albanienhilfe Wismar gemacht. Im Februar 1992 war Frieder Weinhold zum ersten Mal in der ärmlichen Bergregion. Neben der jährlichen Paketaktion zu Weihnachten gab und gibt es Hilfstransporte und mehrere konkrete Projekte vor Ort.

So wird im Bergdorf Bishnica ein Internat betrieben. Dies ermöglicht Kindern und Jugendlichen, die sonst kaum eine Chance auf gute Bildung hätten, von der 1. bis zur 9. Klasse zur Schule zu gehen. Weinhold, seit 2013 Ehrenbürger von Pogradec, ist absolut glücklich über die Städtepartnerschaft. Dass sich Frieder Weinhold trotz des Bürgerkrieges im Jahr 1997 nicht vom Hilfstransport hat abbringen lassen, bringt ihm bis heute Hochachtung ein.

Feuerwehr für Pogradec

In den letzten Jahren haben sich auch Kontakte zwischen den beiden Stadtverwaltungen ergeben. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wismar hat Pogradec bei den Vorbereitungen für die Kommunalgebietsreform beraten, ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Pogradec war zu einem dreimonatigen Praktikum in verschiedenen Bereichen der Wismarer Verwaltung. Im Jahr 2016 hat Wismar der albanischen Stadt ein hier ausgemustertes, aber noch brauchbares Feuerwehrfahrzeug überlassen, das seitdem dort im Einsatz ist und ein sehr viel älteres Fahrzeug ersetzt hat. Die Zusammenarbeit im Rahmen der Städtepartnerschaft soll sich zum Beispiel auf die Bereiche Kultur, Wirtschaft und Tourismus erstrecken.

Mehr lesen: Weihnachtspäckchen auf dem Weg von Wismar nach Albanien

Heiko Hoffmann

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