Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Wismar will ab 2020 Stiefelgeld für Feuerwehrleute zahlen
Mecklenburg Wismar Wismar will ab 2020 Stiefelgeld für Feuerwehrleute zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:25 04.12.2019
Bei Einsätzen wie im Oktober beim Brand im Norma-Einkaufsmarkt an der Tierparkpromenade rücken Berufsfeuerwehr und freiwillige Feuerwehren gemeinsam aus. Quelle: Karl-Ernst Schmidt
Anzeige
Wismar

Die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren in Wismar wird deutlich aufgewertet. Neu ist das Stiefelgeld für Kameraden der Wehren Altstadt und Friedenshof. Allein dafür werden jährlich 25 000 Euro im Haushalt eingeplant.

Die Einsatzpauschale von 7,50 Euro wird für jeden Kameraden gezahlt, der zum Einsatz gerufen und sich innerhalb von 20 Minuten nach Alarmierung am Gerätehaus meldet. Um diesen Punkt gab es zuletzt noch Diskussionen.

Strittiger Punkt ausgeräumt

Dabei ging es um die ursprüngliche Formulierung, dass die 7,50 Euro nur die Kameraden bekommen, die „alarmiert und an der Einsatzstelle tätig geworden sind“. Bei Facebook war von einem „Schlag ins Gesicht“ die Rede. Begründung: „Es kann passieren, dass deutlich mehr Kameraden zum Gerätehaus eilen als benötigt.“

Dieser strittige Punkt ist nun mit der Ergänzung zur 20-Minuten-Regelung ausgeräumt. Das wurde am Montagabend während der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Bürgerschaft deutlich. Dort gab es Zustimmung zu den neuen Entschädigungssätzen. Das letzte Wort hat die Bürgerschaft am 19. Dezember.

Freiwillige zufrieden

„Aus unserer Sicht ist das ein guter Anfang. Die Stadt und die Politik zeigen, dass sie die Feuerwehren unterstützen.“ Stephan Hoffmann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof Quelle: Norbert Wiaterek

Nico Porath, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt, zeigte sich erleichtert im Gespräch mit der OZ. Die Änderungen seien gut. Wie das Geld verwendet werden soll, werde gemeinsam beraten. Zufrieden ist auch Stephan Hoffmann, Leiter der FFW Friedenshof: „Aus unserer Sicht ist das ein guter Anfang. Die Stadt und die Politik zeigen, dass sie die Feuerwehren unterstützen.“

Neu ist außerdem, dass der Ortswehrführer ab Januar monatlich 170 Euro erhält (bisher 140), der Stellvertreter 85 Euro (bisher 70) und der Jugendfeuerwehrwart 85 statt bisher 35 Euro. Damit werden die Höchstsätze der Feuerwehr-Entschädigungsverordnung MV gezahlt. Neu aufgenommen in die Liste der Funktionsträger wird der Gerätewart der Ortsfeuerwehr. Er erhält monatlich 85 Euro.

Ausbilder bekommen für Lehrgänge nach wie vor zehn Euro pro Stunde. Dieser Satz wird auch weiterhin gezahlt, wenn Mitglieder eine Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen leisten.

Verwendung ist Sache der Wehren

Wie das Stiefelgeld verwendet wird, ist Sache der Feuerwehren. Sie können es für Zwecke ihrer Wehr verwenden oder den Kameraden geben.

Senator Michael Berkhahn (CDU): „Die neuen Entschädigungssätze sind eine Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehr.“ Es gehe beim Stiefelgeld „nicht um ein Kopfgeld, sondern um die Wehr insgesamt“.

Wismar hat sich mit den Entschädigungen an Greifswald orientiert. Der Senator sagte im Ausschuss auch, dass der Landesfeuerwehrverband derartigen Entschädigungen kritisch gegenübersteht. Er zitierte dazu aus einem OZ-Interview mit Landesbrandmeister Hannes Möller.

Besondere Situation in Wismar

Allerdings kommt die Stadtverwaltung zu dem Schluss: „Für Wismar gestaltet sich die Situation anders.“ Sie sei hier eine besondere. Denn die freiwilligen Feuerwehren unterstützen im Ernstfall mit einem Vorausfahrzeug, das mit zwei Einsatzkräften besetzt ist, den Erstangriff der Berufsfeuerwehr, die mit sieben Einsatzkräften ausrückt. Das sei „durchaus eine Sonderleistung, die über das eigentliche Ehrenamt hinausgeht. Deshalb sieht es die Verwaltung hier gerechtfertigt, eine finanzielle Sonderleistung an die Wehren auszuzahlen“, so die Auffassung der Stadt.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof waren im Durchschnitt der letzten drei Jahre 1512 Kameraden jährlich im Einsatz. Das macht bei 7,50 Euro jährlich 11 340 Euro. Die Altstadtwehr kommt im selben Zeitraum auf 1852 Einsatzkräfte bzw. 13 890 Euro.

Nicht alle Wünsche erfüllt

Im Sommer hatten sich die Wehrführer der FFW Friedenshof und Altstadt mit zwei Schreiben an die Stadt gewandt. Darin hatten sie zum einen das Stiefelgeld, zum anderen höhere Aufwandsentschädigungen für Wehrführer, Stellvertreter und Jugendwart sowie erstmalige Entschädigungen für Zugführer, Gruppenführer, Gerätewart, Stammmaschinist, Atemschutzgerätewart und Bekleidungswart beantragt. Von den sechs letzteren Funktionen wird jetzt der Gerätewart berücksichtigt.

Im August gab es Anträge von SPD und CDU in der Bürgerschaft, die das Ansinnen der beiden Wehren unterstützen. Für den 19. Dezember steht der Beschluss auf der Tagesordnung der Bürgerschaft.

Mehr lesen Sie:

Nach Feuer: Friseursalon öffnet neuen Laden im Promenadencenter

Wismar: Alle Feuerwehrleute sollen für Einsätze bezahlt werden

Stiefelgeld für die Feuerwehr: Führung spricht sich dagegen aus

Über den Autor

Von Heiko Hoffmann

Wismar Beliebte Kurse an Mecklenburgs Volkshochschulen Volkshochschule: Wismarer lieben Gartenkeramik- und Platt-Kurse

Mehr Kurse zum 100-Jährigen: Aufgrund des runden Jubiläums der Volkshochschule Wismar hat es 2019 deutlich mehr Angebote gegeben, sich weiterzubilden – bei den Sprachkenntnissen, im Malen oder Kochen.

04.12.2019

KIS hat viele Mitarbeiter, die schon von Anfang an dabei sind. Das liegt daran, dass Geschäftsführer René Wenzel und sein Bruder André (Prokurist) sehr viel Wert auf die Ausbildung legen. Damit versuchen sie, gegen den Fachkräftemangel anzukämpfen.

04.12.2019

Wo gibt es in Mecklenburg-Vorpommern den besten Glühwein? Wir nehmen ab sofort Ihre Vorschläge für Stände auf den vier größten Weihnachtsmärkten im Land entgegen. Zu gewinnen gibt es einen schönen Abend in Rostock – natürlich mit dem beliebten Heißgetränk.

03.12.2019