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Wismar Wismarer Bibliothek bereitet Selbstverbuchung vor
Mecklenburg Wismar Wismarer Bibliothek bereitet Selbstverbuchung vor
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14:16 16.01.2019
Uta Mach, Leiterin der Stadtbibliothek, liest für ihr Leben gerne. Der Roman "Achtzehn Hiebe" ist ein Lesetipp, der Reiseführer über Andalusien könnte Urlaubsträume wecken. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Rund 130000 Besucher zählt jährlich das Zeughaus in der Ulmenstraße. Die meisten suchen die Wismarer Stadtbibliothek auf. Über 330000 Medien wurden 2018 ausgeliehen. Mit der Leiterin Uta Mach sprach die OSTSEE-ZEITUNG.

Frau Mach, bevorzugen Sie beim Lesen das gedruckte Buch oder ziehen Sie E-Books vor?

Warum entscheiden, je nach Situation nutze ich beides! Im Urlaub ist der E-Book-Reader unschlagbar, aber zu Hause, wenn mir in der Bibliothek gerade ein spannendes Buch in die Hand gefallen ist, dann immer auch gern ein Buch. Genauso ergeht es mir mit DVDs aus unserer Mediothek oder Download bei bekannten Anbietern.

Wie lange wird noch analog gelesen?

Warum immer die Frage nach dem Lesen? A finde ich es nicht wichtig, wie gelesen wird, so lange gelesen wird. B finde ich, dass es die digitalen, heute bequem downloadbaren Medien, im Moment viel stärker trifft. Das sehen wir auch an unseren Zahlen bei CDs, DVDs, Blu-rays. Alles das, was gut und günstig im Netz zu finden ist, hat es schwer. Und c, das Buch ist nicht totzukriegen. Es wird sich ändern und es wird gerade im Kinderbuch immer mehr Effekte, wie zum Beispiel 3D und Interaktivität geben. 

Können Sie sich die Bibliothek im Zeughaus ohne Medien vorstellen?

Nein, aber ich stelle mir die Bibliothek vor mit viel mehr Platz zum Verweilen, Hausaufgaben machen, Freunde treffen, Spiele spielen. Dafür werden auch Regale Platz machen müssen. In der Kinderbibliothek haben wir damit schon angefangen.

Wie ist 2018 aus Sicht der Stadtbibliothek gelaufen?

Das Jahr war durchwachsen. Das schöne Wetter hat den einen oder anderen abgehalten, sich bei uns etwas auszuleihen. Da gehöre ich selbst dazu, ich habe noch nie so wenig Bücher gelesen wie 2018. Es war einfach zu schön. Dann sind die digitalen Medien ziemlich zurückgegangen. Wir werden darüber reden müssen, was wir in welchem Umfang noch anbieten wollen oder können.

Gibt es Neuerungen 2019?

Wir sind mit Ehrenamtlern des Fördervereins der Stadtbibliothek dabei, die rund 75000 Medien für die Selbstverbuchung vorzubereiten. Ich möchte mich nicht genau auf einen Termin festlegen, aber spätestens zur Jahresmitte können Sie Ihre Medien selbst verbuchen. Dann haben wir zum Jahresende Tonies und eine Tonie-Box zum Ausleihen bereitgestellt. Das sind teilweise interaktive Hörbücher von bekannten Kinderbüchern, sehr nett.

Dr. Ute Mildner (l.) und Erika Borchardt bereiten die Selbstverbuchung von Büchern vor. Die beiden Frauen sind ehrenamtlich beim Förderverein der Stadtbibliothek tätig. Insgesamt 75000 Medien werden vorbereitet. Quelle: Heiko Hoffmann

 Für Kinder und Jugendliche ist die Stadtbibliothek kostenlos. Müssten nicht alle das Angebot nutzen? 

Ja, das sehe ich auch so. Anscheinend viele Eltern nicht. Was schade ist, denn kein Elternhaus kann das an Auswahl bereitstellen, was wir hier haben. Und bei denen es knapper in der Haushaltskasse ist: Ich denke, wir haben ein kostenloses und nachhaltiges Medienparadies für Kinder.

 Bibliothek und Förderverein organisieren regelmäßig Veranstaltungen. Welche sollte man sich nicht entgehen lassen?

Wir fangen gleich spannend an mit der Geschichte der Familie von Oertzen und der Südsee am 22. Januar. Empfehlen möchte ich den Experten Dr. Reinhard Erös, der uns am Beispiel seiner eigenen Stiftung am 20. Februar erläutern wird, wie Hilfe in der Dritten Welt funktionieren kann. Er ist seit mehr als 20 Jahren in Afghanistan tätig. Und natürlich unsere traditionelle Frauentagsveranstaltung, dieses Mal mit der Schauspielerin Anne Kasprik am 11. März. Ansonsten gibt es natürlich viele der beliebten Veranstaltungen wie unser Bilderbuchkino, das Hoffest und die Lesegärten. Am besten immer auf unserer Homepage stadtbibliothek.wismar.de informieren.  

Zu guter Letzt: Wie lautet Ihr Buchtipp für 2019?

Ich habe zuletzt „Mit der Faust in die Welt schlagen“ von Lukas Rietzschel gelesen. Darin geht es um die Entwicklung zweier Brüder aus der sächsischen Provinz, die zu Wutbürgern und Fremdenhassern werden. Das schildert Rietzschel so glaubwürdig, unaufdringlich und ohne Zeigefinger. Erschreckend.

Gebüren, Nutzer, Bestseller in der Stadtbibliothek Wismar

Gebühren, Nutzer und Bestseller

Gebühren, Nutzer und Bestseller

334581 Medien wurden im letzten Jahr ausgeliehen. Im Jahr zuvor waren es 355747. Besonders häufig werden Romane, Kinderbücher, Sach- und Fachliteratur, CDs und DVDs ausgeliehen. Bei CDs und DVDs gab es aber auch starke Rückgänge.

Über die Onleihe wurden 26888 Medien ausgeliehen, ein Zuwachs um 9,3 Prozent.

Die Bibliothek zählt 4720 Nutzer, ein Rückgang von 0,9 Prozent. 383 Veranstaltungen fanden statt.

Bestseller* - Romane:

Riley Lucinda führt mit sieben Romanen die Hitliste an: „Der Engelsbaum“ 62, „Die Perlenschwester“ 59, „Helenas Geheimnis“ 54, „Die Sturmschwester“ 49, „Der verbotene Liebesbrief“ 48, „Der Lavendelgarten“ 48, „Das Orchideenhaus“ 47

Kinderbuch:

Jeff Kinney bleibt stark nachgefragt: „Keine Panik!“ 58, „Ich war’s nicht“ 58, „Von Idioten umzingelt“ 56

* Die Anzahl der Entleihungen hängt auch davon ab, wie viele Exemplare vorrätig sind.

Heiko Hoffmann

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