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Wismar Wismar: Zwei kunstvolle Jubiläumsausstellungen
Mecklenburg Wismar Wismar: Zwei kunstvolle Jubiläumsausstellungen
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07:36 28.06.2019
Mit Livemusik (das "Lutopia Orchestra", sehr genial!) feierten die Künstler, Kunstfreunde und Zufallspassanten den Galerie-Geburtstag. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Am 6. Juli 1979, zur 750-Jahrfeier Wismars, wurde die Galerie hinter dem Rathaus als Museumsgalerie und Teil des Schabbells eröffnet. Am Mittwoch feierten die Künstler und Kunstfreunde den 40. Geburtstag ihrer Galerie. Mit zwei Ausstellungen und starker Musik auf der Straße.

In der Gerichtslaube im Rathaus und in der Galerie Hinter dem Rathaus zeigen 26 Künstler aus der Region ihre „Hæutungen“ als aktuelle Positionen zur Kunst und den Blick in die Vergangenheit.

Galerie als kultureller Treffpunkt

„Es ist wie das Sahnehäubchen für die Hansestadt, dass wir so eine Galerie und so einen aktiven Verein haben“, dankte und würdigte Heike Bansemer in Vertretung des Bürgermeisters das Engagement. Seit 29 Jahren ist der Verein „Gemeinschaft Wismarer Künstler und Kunstfreunde e.V.“ Träger der Galerie.

Klaus-Jürgen Ramisch, Sachgebietsleiter Kultur und Archiv im Landkreis: „Die Galerie war schon vor der Kreisgebietsreform ein Anlaufpunkt für die Künstler aus der ganzen Region.“ Land, Landkreis und Stadt fördern den Verein und damit die Galerie.

Mehrfache „Hæutungen“

Die Jubiläumsausstellung ist zweigeteilt. In der Gerichtslaube des Rathauses stehen Objekte und Plastiken, Malereien, Zeichnungen und Grafiken schmücken die Wände in der Galerie Hinter dem Rathaus. Die doppelte Lesart des beide Ausstellungen vereinenden Titels „Hæutungen“ ist gewollt.

Einmal das Erinnern an die vergangenen Jahrzehnte. Im Obergeschoss der Galerie Hinter dem Rathaus hängen Bilder und Zeitungsartikel aus der Zeit, selbst angeordnet zum kleinen Kunstwerk.

In der Gerichtslaube steht Hans W. Scheibners Werk „Der Schrei“ als Leihgabe aus dem Museum. Ein Schreiender, lautlos als Pappmachefigur, vor dem Gedicht „Die Wolfsjagd“ vom russischen Dichter, Schauspieler und Sänger Vladimir Semënovič Vysockij (1938-1980).

Gewidmet hat Scheibner die Installation den „Studenten und Soldaten in China, die ihr Leben lassen mussten auf dem Platz des Himmlischen Friedens“. Gezeigt wurde das Werk in einer Sonderausstellung im Oktober und November 1989, die eigentlich als Ausstellung zum 40. Jahrestag der DDR anderes als diese mutige Kritik beinhalten sollte.

Erinnerungen und Metamorphose

Einerseits der Titel „Hæutungen“ als Erinnerungsaufforderung. „Zum anderen spielt der Begriff mit der Verwandlung, der Metamorphose und auch der Verdichtung, der Konzentration auf das Wesentliche“, erklärt Brigitte Neugebauer-Winkler vom Verein. Weiter: „Der Künstler erforscht sensibel und dünnhäutig ein Objekt, wirft die normale Sichtweise ab, die wir als Nichtkünstler uns auferlegen.“

Keramikkünstlerin Lena Biesalski hat in ihrem Werk „Kollektiv“ Steinzeugscherben angeordnet zur „Hæutung“, das „Heile“ in der Mitte, darum die abgestoßenen Scherben als das Alte, das nicht mehr passt.

„Im Laufe der Zeit“ nennt Ursula Mertens ihr Bild im Erdgeschoss der Galerie. Menschlich anmutende Terrakottafiguren schweben zwischen Messingdraht. Schwimmende im Wasser? Entschwindende im Strom der Zeit?

Kunst im Heute

„Ein Künstler, der sich vom Druck der Erwartungen befreit, häutet sich in eben dieser Weise und überrascht uns mit feinnerviger Betrachtung“, so Brigitte Neugebauer-Winkler in ihren einführenden Worten.

Weiter: „Das sehen wir als Hæutung in seiner Mehrdeutigkeit: Das Finden des eigenen Ausdrucks im Laufe der Zeit, die Reibungen, die Verfeinerung und immer wieder die Verortung im Heute.“

26 Künstler aus der Region

In der Gerichtslaube im Rathaus und in der Galerie Hinter dem Rathaus stellen aus: Angelika John, Markusz Schöne, Ursula Mertens, Horst Matthies, Karin Zimmermann, Britta Matthies, Klaus Dieter Steinberg, Martin Jamborsky, Viola Kröger, Henry Walinda, Thomas Wageringel, Wilko Hänsch, Monika Ringat, Olaf Hoppe, Bernadette Maria Roolf, TO Helbig, Anneliese Schöfbeck, Wolf-Dieter Pfennig, Susanne Tonn, Hans W. Scheibner, Rainer Kessel, Anna Martha Napp, Lena Biesalski, Udo Richter, Jan Witte-Kropius und Horst Wendt.

Beide Ausstellungsorte sind jeweils mittwochs bis freitags von 12 bis 18 Uhr, Samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, die Ausstellungen laufen bis zum 3. August.

Nicole Hollatz

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