Wismarer Gründerin gewinnt mit MVliebe IHK-Wirtschaftspreis
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Wismar Wirtschaftspreis für Wismarer Gründerin: „Das ist ein Motivationsschub“
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Wismarer Gründerin gewinnt mit MVliebe IHK-Wirtschaftspreis

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12:22 16.10.2021
Vanessa Kersting hat einen Regioladen in der Lübschen Straße eröffnet.
Vanessa Kersting hat einen Regioladen in der Lübschen Straße eröffnet. Quelle: Nicole Hollatz
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Vanessa Kerstings liefert wie gewohnt Tüten aus – mit einem noch glücklicheren Lächeln als sonst. Denn am Abend zuvor hat die junge Gründerin einen wichtigen IHK-Preis in Westmecklenburg entgegengenommen: den für das beste Geschäftskonzept in einer Altstadt.

„Das ist ein richtiger Motivationsschub“, sagt sie. Die 28-Jährige freut es, dass sie mit ihrer Liebe für Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern andere Menschen begeistern konnte. Und das innerhalb kürzester Zeit. Im März 2021 hat die Wismarerin die Onlineplattform MVliebe gestartet, fünf Monate später hat sie dann einen Laden eröffnet. Hier können die Kunden ihre Bestellungen auch persönlich abgeben. „Ich kann sie dabei beraten und erzählen, wer hinter den Produkten steht, denn bei der Auslieferung habe ich dafür meist keine Zeit“, erzählt Vanessa Kerstings. Die Bestellungen stellt sie nach Kundenwunsch in sogenannten Regio-Tüten zusammen und bringt sie zu den Kunden.

Die Gründerin hat noch viele Ideen: Das Sortiment soll irgendwann die gesamte kulinarische Vielfalt von Mecklenburg-Vorpommern widerspiegeln. Zudem wird an einer E-Flotte gearbeitet, um eine CO2-neutrale Lieferung anbieten zu können. Und künftig soll kein Müll anfallen, ein Konzept dafür wird gerade erstellt.

Preis belohnt Mut für Existenzgründungen

Mit dem Preis hat Vanessa Kerstings 2500 Euro erhalten sowie kostenlose Mitgliedschaften in Unternehmernetzwerken. „Ich freue mich wahnsinnig über die Unterstützung und möchte mir unbedingt noch die Läden der anderen Bewerber anschauen, die haben auch tolle Geschäftsideen“, lobt sie.

Mit neuen Konzepten wird in Mecklenburgs Innenstädten versucht, sich gegen den wachsenden Internethandel und den drohenden Leerstand in den Einkaufsmeilen zu wehren. Den Mut belohnt die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin mit Preisen auf dem Wettbewerb „Erfolgsraum Altstadt“. Bei dem hat noch eine weitere Wismarerin gewonnen: Victoria Lommatzsch. Sie ist vor 100 Gästen im Filmpalast Capitol Schwerin zur Siegerin in der Kategorie „Beste Neugründung“ gekürt worden. In der können Unternehmer antreten, die in den vergangenen fünf Jahren ihre Geschäfte eröffnen haben.

Victoria Lommatzsch bei der Kaffeezubereitung. Quelle: Nicole Hollatz

Kaffee viele Jahre nicht vertragen

Victoria Lommatzsch hat früher Kaffee nicht vertragen – bis sie eine kulinarische Reise in einem selbstgebauten Camper durch Europa unternahm. Sie hat Austern an den französischen Küsten gesammelt, Oliven in Griechenland geerntet und eine Kaffeerösterei in Norwegen besucht. Dort hat sie Kaffee getrunken. „Den habe ich nicht nur vertragen, sondern war auch vollkommen in den Bann des Handwerks gezogen.“ Von da an begann ihre innige Liebe zum Kaffee.

Gestartet hat Victoria Lommatzsch mit einem Versandhandel. Seit Mai 2021 kann man nun auch schwedische Kaffeekultur mit Genuss von mildem und handgeröstetem Spezialitätenkaffee in ihrer kleinen Kaffeebar hinter der Nikolaikirche genießen. Besonders mit ihrer Unternehmerpersönlichkeit hat sie die Jury überzeugt. Bei Vanessa Kerstings ist es die Nachhaltigkeit des Angebots gewesen.

30 Bewerber aus elf Innenstädten

Insgesamt haben sich 30 Geschäftsfrauen und -männer aus elf Innenstädten um die Preise beworben. Alle Geschäfte sind von einer achtköpfigen Jury besucht worden. „Sie haben sich viel Zeit genommen, das fand ich toll, das ist ein Zeichen von Wertschätzung“, betont Vanessa Kerstings. Sie weiß, dass sie erst am Anfang stehe. Deshalb sei die Auszeichnung ein Ansporn, über sich hinauszuwachsen.

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Die weiteren Finalistinnen und Finalisten in der Wettbewerbskategorie Neugründung sind Lulu-unverpackt aus Ludwigslust, Bellmado aus Grevesmühlen und die kreative Sandstrahl-Werkstatt aus Wismar gewesen. Die Kategorie „Geschäftsentwicklung“ dreht sich um Angebote, die etabliert sind, eine innovative Weiterentwicklungsstrategie umgesetzt und die Corona-Krise bewältigt haben. Hier hat Anna Schade mit „Annas Laden“ gewonnen, einem Spielzeug-Kaufhaus in Crivitz. Ihr Geschäft bietet Spiel- und Schreibwaren für die Kleineren und Verspielten sowie Mobilfunk als Spielzeug der Großen.

„Der Wettbewerb zeigt erneut, dass die Region Westmecklenburg viel zu bieten hat. Es gibt in unseren Innenstädten großartige und kreative Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Geschäfte mit viel Liebe betreiben und in der Krise Durchhaltevermögen und Nervenstärke bewiesen haben. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, diese Vielfalt in unseren Innenstädten auch in Zukunft zu erhalten, betont Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwerin und Initiator des Wettbewerbs.

Von Kerstin Schröder