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Wismar Weihnachtspäckchen und Kohlen für die Armen: So helfen Wismarer in Albanien
Mecklenburg Wismar Weihnachtspäckchen und Kohlen für die Armen: So helfen Wismarer in Albanien
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17:00 20.11.2019
An der Reithalle wurde der Laster mit Weihnachtspäckchen und Hilfsgütern für Albanien beladen. Frieder Weinhold (l.), Vorsitzender des Christlichen Hilfsvereins, und der Fahrer gucken, wie die Fracht am effektivsten verladen wird. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Ein 40-Tonnen-Laster mit Hilfsgütern ist auf dem Weg von Wismar nach Albanien. Über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien geht es in das südosteuropäische Land.

In der rund 2200 Kilometer entfernten Stadt Pogradec, seit dem Frühjahr Partnerstadt von Wismar, wird der Laster entladen. „Ab dem 1. Dezember werden die Hilfsgüter verteilt“, so Frieder Weinhold, Vorsitzender des Christlichen Hilfsvereins Wismar (CHW).

Verteilt werden die Weihnachtspäckchen vor allem im Hinterland von Pogradec, in der als sehr arm geltenden Mokra-Bergregion. Seit 26 Jahren ist dort die von Frieder Weinhold ins Leben gerufene Albanienhilfe aktiv. „Die Weihnachtspäckchen-Aktion ist in den Bergdörfern stark verankert. Für uns ist das ein Zeichen der Verbundenheit, dass die Menschen nicht allein sind, sondern an sie gedacht wird, egal welcher Herkunft“, so Weinhold.

Dank an ehrenamtliche Helfer

Sein Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern, die die Päckchen gepackt oder zur Verfügung gestellt und den Transporter beladen haben. In diesem Jahr sind 3297 Weihnachtspäckchen zusammengekommen. Vor allem an Schulkinder werden sie vor Ort verteilt. Weinhold lacht: „Unser Motto beim Verteilen ist, ein Tag Schule soll richtig Spaß machen. Wir werden von Schule zu Schule fahren, um Kindern zu Weihnachten eine Freude zu bereiten.“

Früherer Schüler schreibt

Im Onlinedienst Instragram schrieb dieser Tage der Albaner Igli Kapri, inzwischen ein junger Mann: „Weihnachten kommt! Als ich klein war, wartete ich aufs Geschenk vom CHW jeden November. Danke an CHW und besonders an Sie Herr Weinhold!“

Schulhelte, Zeichenblock, Bleistifte, Radiergummi, Kuscheltier, Socken, Handschuhe, Süßigkeiten – all das und mehr befindet sich in den Päckchen. Einige sind auch für Babys, Familien, Lehrer und Menschen mit Beeinträchtigungen bestimmt. Die Lübecker Christine und Jürgen Reindorf haben die Organisation des Hilfstransportes übernommen. Vor Jahren waren sie mit ihrem Allradwagen in Albanien. Bei ihrer Rückkehr haben sie später durch Zufall von der Hilfsaktion erfahren. Die Lübecker, die früher eine Friedhofsgärtnerei hatten, bringen sich nun aktiv ein, zum Beispiel auch mit Baumpflanzaktionen in Albanien.

Zwei Paletten mit Kohlen

In dem voll beladenen Laster befinden sich neben den Paketen auch zwei große Paletten mit Kohlen. Die sind unter anderem für das Schulinternat im Bergort Bishnica. Weinhold: „Kohlen gibt es nicht zu kaufen. Die sind für besonders kalte Tage.“ In der Regel werde mit Holz geheizt.

Der Vorsitzende des Christlichen Hilfsvereins wird im Dezember ebenfalls vor Ort sein. Er will sich aber vor allem um Organisatorisches kümmern. So geht es um das zentrale Projekt, den Neubau eines Internats in Bishnica. Mit diesem Projekt wird Kindern der Besuch der Schule ermöglicht. Weil ihre Heimatdörfer so weit abseits liegen, könnten Mädchen und Jungen ansonsten nicht die Schule besuchen. Das bestehende Internat erfüllt nicht mehr die Vorgaben.

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Von Heiko Hoffmann

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