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Wismar Wismarer: Neues Wasserspiel plätschert jetzt im Welterbe-Haus
Mecklenburg Wismar Wismarer: Neues Wasserspiel plätschert jetzt im Welterbe-Haus
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11:32 26.10.2019
Keramik-Künstlerin Dörte Michaelis vor ihrem Wasserspiel im Wismarer Welterbe-Haus Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar/Neuhof

Es plätschert jetzt im Garten des Welterbe-Hauses – wenn auch nur ganz leise. Denn das neue Wasserspiel, das am Freitag vorgestellt wurde, besticht nicht mit spritzenden Fontänen, sondern mit winzigen Häusern. An denen führen Rinnen vorbei, die ein kleiner Sprudel mit Wasser speist. Es sind Nachbildungen von echten Wismarer Häusern. Wie die früher mit Wasser versorgt wurden, zeigt das neue Kunstwerk von Dörte Michaelis. Die Keramik-Künstlerin aus Vogelsang bei Neuburg hat das Wasserspiel auf dem Hof des Welterbe-Hauses neu gestaltet. In monatelanger Handarbeit hat sie dafür die Gebäude samt Dächern und Schornsteinen detailgetreu angefertigt, gebrannt und glasiert. Keines gleicht dem anderen.

Alte Leitungen werden auch heute noch gefunden

Vorlage ihrer Arbeit ist ein historischer Wasserleitungsplan gewesen. Der stammt vermutlich aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts und ist die früheste überlieferte Bestandsaufnahme der innerstädtischen Bebauung von Wismar: Ausgehend von der Wasserkunst führen Leitungen aus ausgebohrten Fichtenstämmen in die Hauptstraßen und die großen Bürgerhäuser der Stadt. Auch heute noch werden immer wieder solche Leitungen bei Bauarbeiten in der Wismarer Erde gefunden.

Einige der Keramik-Fliesen des Brunnens Quelle: Kerstin Schröder

Am Freitag ist das neue Kunstwerk offiziell vorgestellt worden. Plätschern tut es schon eine Weile. Als Dörte Michaelis das erste Mal Wasser durch die dünnen Rinnen ihres Kunstwerks laufen sah, wusste sie: „Jetzt ist es komplett.“ Ihre handgefertigten Keramik-Fliesen zeigen die Wismarer Altstadt – geformt aus rotem, beigem und hellgrauem Ton. „Ich habe mich in den Wintermonaten Haus für Haus durchgearbeitet und am Ende zwei Tage lang geschaut, ob auch alle da sind“, erzählt sie. Wie viele Häuser es insgesamt sind, habe sie nicht gezählt: „Auf jeden Fall sind es viele“, lacht die Künstlerin. Sie habe die Häuser im Maßstab 1:1 erstellt plus zehn Prozent, „weil der Ton bei der Herstellung schwindet“, erklärt sie.

60 000 Gäste kommen jedes Jahr ins Welterbe-Haus

Wegen der großen Anzahl der Mini-Quartiere ist die richtige Zusammenstellung beim Festmachen eine Puzzlearbeit gewesen. Ein Fliesenleger hat Dörte Michaelis dabei unterstützt, die Häuserreihen auf der fünf mal sechs Meter großen Betonfläche zu befestigen. „Mit Kleber, der kein Wasser aufnimmt, sonst wären sie schnell wieder abgegangen“, erklärt die Künstlerin. Lange Haltbarkeit sei bei dem Projekt wichtig gewesen. Denn der historische Wasserleitungsplan ist früher schon einmal im Garten zu sehen gewesen – allerdings aufgemalt. „Leider waren die Farben nach wenigen Jahren verblasst“, berichtet Norbert Huschner, Leiter des Amtes für Welterbe, Tourismus und Kultur in Wismar. Deshalb sollte etwas Langlebiges her und laut Dörte Michaelis halten die Keramik-Mini-Häuser einiges aus. „Mit Füßen sollte man allerdings nicht dagegen treten“, warnt sie. Deshalb dürfen Besucher das Wasserspiel auch nicht betreten.

Etwa 60 000 Gäste schauen sich jedes Jahr auf dem Gelände des Welterbe-Hauses um. Auch Wismars zweite stellvertretende Bürgermeisterin Heike Bansemer (SPD) geht gerne in den Garten, wenn sie Besuch hat. Das neue Wasserspiel hat sie auch schon gezeigt. „Und mein Besuch war sehr angetan“, lobt sie. Sie findet, es sei etwas Tolles entstanden, das sich sehen lassen kann und den Innenhof weiter aufwertet. In dem wirkt das neue Wasserspiel wie eine Insel, auf die Besucher von oben und von Sitzbänken aus schauen können.

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Von Kerstin Schröder

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