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Wismar Von Wismar mit dem Oldtimer zur British Flair auf Schloss Bothmer
Mecklenburg Wismar Von Wismar mit dem Oldtimer zur British Flair auf Schloss Bothmer
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10:43 28.06.2019
Horst Heckhoff bereitet seinen Rover auf die Ausfahrt nach Schloss Bothmer vor. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Horst Heckhoff lächelt, wenn der Motor anspringt. Das ist Musik in seinen Ohren. Seit drei Jahren hat er seinen „Rover 14 HP“, Baujahr 1935. „Sechs Zylinder, 54 PS. Das war damals schon etwas Edleres“, erzählt er schmunzelnd. Und das ist der Rover immer noch: edel, stilvoll, ein Hingucker. Ein Saloon-Wagen, der den Damen der britischen High-Society das Einsteigen mit Hut ermöglicht.

Der Wismarer Horst Heckhoff fährt und restauriert Oldtimer. Am Samstag trifft er mit seinem Rover von 1935 mit anderen Oldtimerfreunden auf der „British Flair“ auf Schloss Bothmer.

Einige Besonderheiten

„Der Wagen hat einige Besonderheiten“, erzählt Heckhoff weiter. Die automatische Fahrwerksschmierung hat damals schon den Pflegeaufwand geringer gehalten als bei anderen Automobilen der Zeit.

Aber: „Es wurde empfohlen, alle 8000 Kilometer den Zylinderkopf abzubauen, um ihn zu decarbonisieren!“, weiß der Oldtimerfan. Die „Klimaanlage“ ist ganz stromsparend die aufklappbare Windschutzscheibe. Das Dach ist aus Holz. „Solche Flächen konnte man damals noch nicht aus Metall herstellen“, sagt Heckhoff. Auch Türen und Boden sind aus Holz.

Der Wagen hat „Freilauf“ wie ein Trabi. „Wenn Sie Gas weg nehmen, rollt er. Man kann dann schalten ohne Kuppeln!“ Spannende Technik, die Gänge sind nicht synchronisiert.

Einiges dran gemacht

Vor drei, vier Jahren hat er einen Freund besucht und bei ihm eben diesen Oldtimer gesehen. „Ich habe gesagt, wenn du den mal abgeben willst, sag Bescheid!“ Der Freund sagte sofort Bescheid und Host Heckhoff freute sich. „Er war fahrbereit, aber es musste noch einiges dran gemacht werden.“

Die Türen waren verrostet und die Elektrik musste komplett überarbeitet werden. Letzteres ist für Heckhoff als studierter Nachrichteningenieur kein Problem. Ganz im Gegenteil, sein Wissen über die Elektrik von Oldtimern gibt er in Kursen anderen weiter.

Die Blinker zum Rausklappen zwischen Vorder- und Hintertüren mussten, damit das Automobil verkehrstüchtig ist, als Warnblinker „nachgerüstet“ werden.

Für den Sommer den Roadster

Im Rover kann es bei dem Wetter mit dem schwarzen Dach ziemlich heiß werden, trotz „Klimaanlage“. Horst Heckhoff hat dafür seinen Roadster, einen MG TC Midget Baujahr 1947. „Als ich den Kotflügel abgebaut habe, habe ich gesehen, das ist eine Kutsche“, lacht der Oldtimerfan.

Der Roadster stammt aus der „Nachkutschenära“. Um den Wagen zu bekommen, war er bis nach Finnland gereist. „Der Wagen wurde mir angeboten“, erzählt er weiter. Er war interessiert, hat sich aber erstmal schlau gemacht. Und zu lange gewartet, zwei Tage vor seinem „ja, ich will“ wurde er verkauft. Heckhoff hat ihn gesucht und gefunden.

Intensives Hobby

Oldtimerfahren, pflegen und am Leben erhalten ist ein intensives Hobby. „Ich verdiene damit kein Geld, aber ich verliere auch nichts. Alles, was ich rein stecke, könnte ich auch wieder heraus bekommen“, erzählt Horst Heckhoff.

Er findet es reizvoll, vieles selbst reparieren zu können. Und schmunzelt: „Ob heutige Autos irgendwann einmal Oldtimer werden, bezweifel ich. Da kann man nichts mehr selbst reparieren!“

Britisches Flair und Landhausmesse auf Schloss Bothmer

Vom 28. bis 30. Juni 2019 findet erstmals die „British Flair“ mit „Country Fair“ als eine Kombination aus Lifestyle-Messe sowie britischem Event-, Sport- und Kulturprogramm auf das Gelände des Schloss Bothmer bei Klütz ein.

Angefangen hat das Projekt vor 30 Jahren. In Hamburg lebende Briten hatten die Idee, einmal im Jahr britische Traditionen aufleben zu lassen und gemeinsam eine Veranstaltung der besonderen Art zu organisieren. Die Veranstaltung wächst jedes Jahr und ist inzwischen zu einer traditionell dreitägigen Feier der deutsch-britischen Freundschaft geworden.

Bothmer passt mit seiner britischen Geschichte als neuer Standort für das Fest. Die Gäste erwarten typisch britische Produkte und dazu Mode, Naturprodukte und mehr der „Country Fair“ (zu deutsch Landhausmesse) und natürlich ein Unterhaltungsprogramm zwischen Dudelsack, Highland-Games, dem berühmten Paddington Bear oder dem traditionell zubereiteten „Afternoon Tea“.

Freitags, samstags und sonntags hat die Messe von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet am Freitag 5 Euro, am Wochenende 9 Euro, Kinder und Kiltträger zahlen 2 Euro.

Die Eintrittskarte berechtigt ebenfalls zum Besuch des Schlossmuseums Bothmer. Führungen durch das Schloss werden an diesem Wochenende kostenlos angeboten.

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Nicole Hollatz

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