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Wismar Schabbell-Museum Wismar: Besucherzahlen sollen 2019 steigen
Mecklenburg Wismar Schabbell-Museum Wismar: Besucherzahlen sollen 2019 steigen
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11:35 24.01.2019
Wismars Stadtgeschichtliches Museum will in diesem Jahr mit neuen ganz verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen mehr Besucher anlocken. Auch die Nachbarschaft rund um Schabbell, Nikolaikirche und Schweinsbrücke soll wieder mehr belebt werden. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

An Ideen, Wismars Stadtgeschichte attraktiv darzustellen, mangelt es nicht. Das Wismarer Schabbellhaus soll 2019 mehr Besucher anziehen. Gewünscht hatte sich die Stadt – nachdem das Museum sieben Jahre lang umgebaut, restauriert und erweitert wurde – 30 000 Besucher für das erste Jahr 2018. Gekommen waren aber nur rund 15 000. Das soll sich in diesem und in den kommenden Jahren ändern. Helfen sollen viele Veranstaltungen, thematisch ganz verschiedene Ausstellungen und auch die Eintrittspreise sollen noch einmal überdacht werden.

Auch das Technische Landesmuseum Phantechnikum in Wismar zählte im Jahr 2018 weniger Besucher als im Vorjahr. Schuld sei unter anderem der lange, heiße Sommer gewesen (die OZ berichtete). Auf die vielen heißen Tage im Sommer will Wismars Kulturamtsleiter Norbert Huschner die geringen Besucherzahlen des Schabbells allerdings nicht schieben: „Unsere Aufgabe ist es, das Haus mit Leben zu füllen“, sagt er. Vor dem Umbau seien „nur“ etwa 8000 Menschen im Jahr ins Stadtmuseum gekommen. Inzwischen hat sich die Ausstellungsfläche aber vervierfacht. „Wir haben schon im ersten Jahr viele Sonderführungen angeboten und Schulklassen hier gehabt. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Huschner. Inhaltlich sei man zufrieden. „Wir müssen uns aber etwas einfallen lassen, um mehr Besucher für das Schabbell zu begeistern“, gibt Wismars Kulturamtsleiter zu. Auch beim Theater der Hansestadt seien die Besucherzahlen erst nach ein paar Jahren gestiegen.

Eintrittspreise sollen überdacht werden

„Das Schabbell war sieben Jahre geschlossen. Das haben wir vielleicht unterschätzt“, sagt Museumsleiterin Corinna Schubert. Dennoch seien vor allem Sonderführungen und Veranstaltungen gut angenommen worden. „Wir haben mehr als 130 Führungen im Haus gehabt und über 30 Schülergruppen“, berichtet sie. Vor allem in der Weihnachtszeit habe es jeden Tag Führungen gegeben. Auffallend sei dabei allerdings gewesen, dass die öffentlichen Führungen am Sonnabend viel weniger besucht waren als die Sonderführungen. „Wir sind ja noch in der Phase des Ausprobierens und wollen die Sonnabendsführung jetzt auf 11 Uhr verlegen.“ Großes Interesse gab es am Tag des offenen Denkmals mit 1274 Besuchern und 225 bei den Lesegärten.

Knackpunkt dabei: Bei diesen Veranstaltungen haben Besucher freien Eintritt. „Wir müssen noch einmal die Entgelte überdenken“, sagt Welterbe- und Kulturamtsleiter Norbert Huschner. Heißt: Die Eintrittspreise für das Museum könnten zu hoch sein und Besucher abschrecken. Ein reguläres Ticket kostet acht Euro, ermäßigt fünf Euro.

Kulturamtsleiter Norbert Huschner und Museumsleiterin Corinna Schubert wollen das Stadtgeschichtliche Museum Wismar 2019 noch bekannter machen. Quelle: Michaela Krohn

Damit will das Schabbell 2019 punkten

In diesem Jahr will das Schabbell nun einiges Neues ausprobieren. So will die Museumsleitung auch mit den Geschäften und Cafés rund um Schabbell und Nikolaikirche zusammen Projekte anschieben. Zudem wird es im Sommer eine Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums geben, das erst in den nächsten Jahren in Rostock gebaut werden soll. „Das Landesmuseum gibt es ja noch gar nicht, aber wir wären schon diesen Sommer Außenstelle“, betont Norbert Huschner. Es gebe viele großartige Ausgrabungen, die dann in Wismar gezeigt werden.

Restaurator Jens Wyssusek und Historiker Maximilian Marotz säubern die Gemälde im Wismarer Schabbell und entfernen Feinstaub von der Malschicht. Quelle: Michaela Krohn

Außerdem sollen im Frühjahr und Herbst Kunstausstellungen im Schabbell zu sehen sein. Auch ein Braufest soll stattfinden, genauso wie eine Lange Nacht der Kunst, Open-Air-Kino und ein Seminar der Hochschule Wismar. Eine Ausstellung soll sich mit starken Wismarer Frauen beschäftigen. „Die Idee ist aus einer Führung zu diesem Thema entstanden“, berichtet Corinna Schubert.

Schabbellhaus in Wismar

Planung, Umbau, Restaurierung und Erweiterung des Wismarer Schabbellhauses haben insgesamt 12,54 Millionen Euro gekostet. Davon sind 2,3 Millionen städtische Mittel gewesen. Der Großteil der Summe wurde gefördert, unter anderem durch das Bundes-Investitionsprogramm für Unesco-Welterbestätten. Die Ausstellungsfläche hat sich nach dem Umbau in etwa vervierfacht. 1510 Quadratmeter sind es nun, zuvor waren es 450 Quadratmeter.

An dem Projekt wurde seit 1999 gearbeitet, zunächst nur planerisch. Die geplanten Kosten von zehn Millionen Euro waren zu hoch. Erst mit dem Investitionsprogramm des Bundes für Unesco-Welterbestätten und der damit einhergehenden Förderung von 90 Prozent wurde das Vorhaben 2009 angegangen. Das Museum war dann sieben Jahre geschlossen, bis es im Dezember 2017 wieder eröffnete.

In den vergangenen Tagen wurde im Museum vor allem geputzt (die OZ berichtete). Die sieben Mitarbeiter haben zahlreiche Ausstellungsstücke mit Pinseln, kleinen Schwämmen oder Staubwedeln aus Straußenfedern von feinstem Staub befreit. „Das Haus arbeitet noch und draußen war lange eine Baustelle“, erklärt Museumsleiterin Corinna Schubert.

Michaela Krohn

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