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Wismar Wismarer Schulleiter Uwe Möller verabschiedet
Mecklenburg Wismar Wismarer Schulleiter Uwe Möller verabschiedet
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06:40 02.07.2019
Uwe Möller war all die Jahre der Hahn im Korb unter all den Kolleginnen – hier mit seiner Stellvertreterin und Nachfolgerin Anke Bollbuck (r.) sowie Lehrerkollegin Grit Hoffmann. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Schüler und Lehrer haben Uwe Möller am Mittwoch einen grandiosen Abschied bereitet. Der Leiter der Rudolf-Tarnow-Grundschule am Kagenmarkt geht in den Ruhestand. Doch den musste er sich erst erarbeiten. In der Turnhalle musste er 63 Rentenpunkte sammeln. Bei sportlichen Aufgaben wie Sprung vom Kasten, Rolle vorwärts und Balancieren, beim Lösen von unterhaltsamen Quizfragen in den Fächern Musik, Mathe und Deutsch und beim Zielwerfen mit Fragen zu seiner Schule. Seine letzte Runde drehte der Mathe- und Sportlehrer bei tropischen Temperaturen in der Pendelstaffel mit Kindern und Lehrern.

„Ich schwitze auch aus den Augen“

Uwe Möller, Leiter der Rudolf-Tarnow-Grundschule in Wismar, wurde am Mittwoch herzlich verabschiedet.

Lieder, Sketche und als emotionaler Höhepunkt ein auf Uwe Möller umgedichtetes Lied schufen einen Rahmen, der bei Kollegen und Eltern Tränen kullern ließen. Aber nicht nur bei ihnen. „Vielen Dank den Kindern, vielen Dank den Lehrern, vielen Dank den Eltern. Es war überwältigend. Ich schwitze nicht nur aus dem Körper, sondern auch aus den Augen“, gestand Uwe Möller. Wie herzlich er mit den Kindern umzugehen weiß und wie sehr ihn die Kinder lieben, war immer wieder mit Freude zu erleben.

„Mensch, war das emotional. Er ist ein toller Mann“, meinte Antje Brauer, und Christin Lüder ergänzte: „Mehr geht nicht als Schulleiter.“ Die beiden Frauen waren früher selbst Schulkinder bei den Tarnows, jetzt ihre Kinder.

63 Rentenpunkte musste Uwe Möller erarbeiten, um in den Ruhestand gehen zu dürfen. Quelle: Heiko Hoffmann

Und Uwe Möller kennt sie alle. Er ist ein großes Stück Kagenmarkt und ein ganz großes Stück Tarnow. Während seines Studiums am Institut für Lehrerbildung in Dömitz hatte er seine Frau kennengelernt. Nach der Armeezeit verschlug es den Boizenburger der Liebe wegen nach Wismar. So kam er im Mai 1978 zur Polytechnischen Oberschule (POS) „Kalinin“ an den Kagenmarkt. Er unterrichtete in fünften bis achten Klassen und war nebenbei Übungsleiter von 14- bis 16-jährigen Handballmädchen der TSG Wismar.

Schulleiter seit 1991

Nach der Wende kam es dann zu Veränderungen im Bildungswesen. Aus der „Kalinin-POS“ wurde die John-Brinckman-Realschule, die später geschlossen und abgerissen wurde. Aus der „Krupskaja-POS“ wurde die Rudolf-Tarnow-Grundschule. Deren Leitung übernahm Uwe Möller 1991. Damit war er Chef von 40 Kolleginnen und über 400 Schülern. Zu den Höhepunkten zählte der Umzug der Tarnows in den Neubau der Grundschule im Februar 2011.

Der Vater von zwei Söhnen und vierfache Opa wurde bei den Einschulungsfeiern gerne als „Schwiegermuttertyp“ ein Stück angehimmelt. Seine langjährige Stellvertreterin Anke Bollbuck kann das gut verstehen. „Er hat Charme“, sagt sie unumwunden. Ab dem neuen Schuljahr wird Anke Bollbuck, die seit 1996 an der Schule ist, die Leitung übernehmen. Auch sie steht für jede Menge Herzblut. Die 320 Kinder können sich freuen.

Umringt von Kindern: Uwe Möller. Quelle: Heiko Hoffmann

Uwe Möller war am Mittwoch mehrfach dicht am Wasser gebaut. „Ich freue mich über alle Erinnerungen, die ich an die Tarnows habe.“ Der 26. Juni 2019 wird gespickt sein mit Erinnerungen. Schon am Morgen hatte Hausmeister Danny Peters seinen Chef in Hornstorf abgeholt. Mit Trommeln und Geschrei bereiteten ihm die Tarnows einen gebührenden Empfang beim Weg durch ein Kinderspalier in seine Schule. Nach dem traditionellen „Freitagsfrühstück“ mit Stellvertreterin Anke Bollbuck und Sekretärin Sylvia Herzog ging es in die Turnhalle.

Moderiert wurde die Show zum Sammeln der Rentenpunkte von Grit Hoffmann, die am längsten an der Seite ihres Chefs als Lehrerin arbeitet, und von Sophie Bollbuck, die jüngste Lehrerin. Auch sie ist ein Tarnow-Kind und gestand: „Für mich ist das heute richtig emotional.“ Dann liefen die ersten Tränen. Es waren nicht die letzten. Wie bei vielen anderen.

Tarnow-Engel verliehen

Bei der offiziellen Verabschiedung mit 70 geladenen Gästen, darunter der Bürgermeister, der Schulrat, frühere und aktuelle Schulleiter und Kollegen, wurde das Wirken von Uwe Möller wertgeschätzt. Von seinen Kollegen bekam er unter anderem einen Baum für Süßkirschen geschenkt – in Anspielung darauf, dass er in seinem Lehrerleben Hahn im Korb war und „flotte Kirschen“ immer an seiner Seite wusste.

Zu guter Letzt wurde Uwe Möller der Tarnow-Engel verliehen. Er ist erst der dritte Preisträger, dem diese Ehre zuteil wurde.

Heiko Hoffmann

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