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Wismar Der Wismarer Weihnachtsstern strahlt eisblau
Mecklenburg Wismar Der Wismarer Weihnachtsstern strahlt eisblau
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19:17 09.12.2018
40 der Weihnachtssterne leuchten bereits. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Die Hansestadt hat eine neue Adventsbeleuchtung: den Wismarer Weihnachtsstern, der exklusiv für die Stadt aus einem Detail der Wasserkunst entstanden ist. „Nicht bunter, lauter und schriller, sondern anspruchsvoller und wertiger“, beschreibt Lichtplaner und Produktdesigner Clemens Grapentin die Zielsetzung. Vorher waren die Straßen im Stadtzentrum mit den typischen „Überspannern“ als Sternschnuppen geschmückt. Die sind fast drei Jahrzehnte alt und mussten nun sowieso ersetzt werden.

Zusammenarbeit von Stadt, EVB und Hochschule

„Ende 2014 haben wir Kontakt mit der Hochschule aufgenommen“, berichtet Marion Eckhardt vom städtischen Entsorgungs- und Verkehrsbetrieb (EVB). Ihr Bereich „Stadtverkehr und Infrastruktur“ ist unter anderem für die Adventsbeleuchtung in der Altstadt zuständig. Die Studierenden unter Prof. Dr. Thomas Römhild im Studiengang „Architectural Lighting Design“ nahmen sich der Aufgabe an. Der Stehgreifentwurf der „Wismarer Schneeflocke“ überzeugte die Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt, des EVB, der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft, der Einzelhandelsgruppe „Gute Adressen Wismar“, Hochschule und Stadtwerke. Inspiriert hat sie ein Detail der Wasserkunst.

Etwas Besonderes für Wismar schaffen

Es sollte etwas Einmaliges, Wismartypisches und Modernes entstehen, was einerseits auffällt, aber sich auch im Altstadtbereich angenehm zurückhält. Entstanden ist ein halber Stern aus Metall. „Ein Aluminiumkonstrukt mit hochglanzpolierten Edelstahlkugeln“, erklärt der Produktdesigner Clemens Grapentin. Er hatte die Aufgabe, den Entwurf technisch umzusetzen und mit Leben zu erfüllen. Die glänzenden Kugeln reflektieren die umgebenden Lichtpunkte, die matte Oberfläche des Sterns lässt das Licht aus allen Richtungen gleichermaßen sichtbar erscheinen.

Zwei Lichteffekte und Tagwirkung

Zwei Lichteffekte ergeben sich. „Das Licht in der Mitte beleuchtet die Struktur des Sterns, das ist warmes, weiches Licht“, sagt Grapentin. Das ist auch das Licht der Leuchten, an die die Sterne angebracht wurden und werden. Von der Ferne fällt besonders das kaltweiße LED-Licht auf. „Wie Eiskristalle, die sich auf den Stern setzen“, beschreibt Grapentin weiter. Dazu sollte der Stern auch bei Tageslicht gut und wertig aussehen und an den vorhandenen Leuchten angeschlossen werden können.

40 dieser Sterne wurden angeschafft und haben jetzt ihre Premiere bei der Weihnachtsbeleuchtung. „Wir haben als EVB eine Anschubfinanzierung gemacht“, sagt Marion Eckhardt. Nun werden Spender und Sponsoren gesucht, die ihre Stadt und ihre Sterne unterstützen.

Zehn Unternehmen, Verbände und Privatleute haben bereits den Sponsorenvertrag für die ersten zehn Sterne unterschrieben, drei wurden über Spenden refinanziert. Bereits im März hat Wismars Welterbemanager Norbert Huschner „seinen“ Stern seiner Stadt gesponsert, anlässlich eines runden Geburtstages. „Ich wollte nicht so groß feiern, sondern lieber etwas für die Gemeinschaft tun“, erzählt er vom ersten Wismarer Weihnachtsstern, der nun natürlich am Welterbehaus leuchtet. „Für mich ist das ein Beitrag zu meiner Verbundenheit mit meiner Heimatstadt Wismar. So einen Stern gibt es nur hier. Das ist keine Massenware, wie man sie sonst überall findet, das ist ein Wismarer Motiv, das von Wismarer Studenten entwickelt wurde.“

„Weihnachtsstimmung kommt nicht auf“

Die Meinungen zur neuen Weihnachtsbeleuchtung gehen auseinander, im sozialen Netzwerk Facebook äußern sich viele Nutzer kritisch.

Annekatrin Boldt kommentiert: „Die Sternschnuppen haben mir besser gefallen als diese kleinen Lämpchen.“ Tanja Makowitz: „Mir gefällt die neue Beleuchtung leider auch nicht. Die gemütliche Weihnachtsstimmung kommt dabei leider nicht auf und somit auch nicht der winterliche Zauber unserer schönen Altstadt.“ Kati Hölzel hätte sich wieder eine straßenüberspannende Beleuchtung gewünscht: „Diese hier fällt leider überhaupt nicht auf und kann man sich daher auch sparen.“

Sylvia Grabe: „Ich finde die Beleuchtung nicht schön. Weihnachten sollte ein bisschen kitschig und auch romantisch sein. Diese Gefühle kommen dabei nicht auf, schade. Bleiben halt nur noch die schönen Schaufenster der Einzelhändler.“

Kritik kommt auch von der Für-Wismar-Fraktion, weder die Öffentlichkeit noch die Bürgerschaft sei im Vorfeld informiert oder befragt worden. „Auch bei der zukünftigen Weihnachtsbeleuchtung hätten wir uns eine vorherige Information und Beteiligung gewünscht. Und wir hätten uns auch gut vorstellen können, die Bürger an der Auswahl zu beteiligen“, schreibt Sabine Mönch-Kalina von der Fraktion.

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion äußert ebenfalls harsche Kritik, die neue Beleuchtung stelle keinen „würdigen Ersatz für die alte Weihnachtsbeleuchtung, die sich jahrelang quer über die Straßen der Innenstadt erstreckte“, dar. Auch die Christdemokraten bemängeln die Informationspolitik und die fehlende breite Beteiligung beim Auswahlverfahren. Fraktionsmitglied Tom Brüggert: „Weihnachtliche Stimmung mag bei der Betrachtung nicht so recht aufkommen.“

Die neue Wismarer Weihnachtsbeleuchtung wird sehr verschieden wahr genommen. 40 der Weihnachtssterne leuchten bereits, es sollen 120 werden. Vorausgesetzt, es finden sich genug Spender und Sponsoren.

Nicole Hollatz

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