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Wismar Wismarer erforschen Schmierstoffe aus Algen
Mecklenburg Wismar Wismarer erforschen Schmierstoffe aus Algen
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18:11 09.10.2019
In vielen Gewässern bilden sich Algen. Quelle: Holger Kröger
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Wismar

Algen statt Mineralöl – ein Forschungsteam der Hochschule Wismar arbeitet an einem neuen Projekt, mit dem leistungsstarke Schmierstoffe entwickelt werden sollen. Und zwar auf der Basis von Rohstoffen, die aus Algen anstelle von Mineralöl gewonnen werden können.

Name des drei Jahre dauernden Projektes ist „ALBINA“. Die Abkürzung steht für Algen, biobasiert und nachwachsend. Beteiligt sind vier norddeutsche Hochschulen. Offizieller Start ist bereits im April 2019 gewesen. Seit Anfang Oktober analysieren die Wismarer nun die Ergebnisse der vorherigen Laborversuche für den technischen Einsatz. Dafür wird im produktionstechnischen Labor untersucht, ob die Schmierstoffadditive überhaupt geeignet sind und welchen Einfluss sie haben – zum Beispiel im Einsatz für das Umformen von Blechen. Beteiligt sind an der wissenschaftlichen Arbeit Biotechnologen, Maschinenbauer und Verfahrenstechniker. Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes soll darüber hinaus der Austausch mit Partnern aus Industrie und Gewerbe darstellen.

Stoffe verringern Reibung und Verschleiß

Schmierstoffe (auch: Schmiermittel) dienen zur Verringerung von Reibung und Verschleiß sowie zur Kühlung, Schwingungsdämpfung, Dichtwirkung und dem Korrosionsschutz. Prinzipiell bestehen alle Schmierstoffe aus einer Basisflüssigkeit (meistens Grundöl) sowie aus weiteren Inhaltsstoffen, welche man Additive nennt. Sie unterliegen verschiedenen Einflüssen: mechanischen (Druck- und Scherspannungen), thermischen (Wärme), chemischen Wechselwirkungen mit anderen Stoffen und Einflüssen der Umgebung (zum Beispiel Luft, Wasser und Luftfeuchtigkeit).

Rohstoffquelle mit positivem Klimaeffekt

Algen sind besonders nach Auskunft der Hochschule gut für die Gewinnung innovativer Rohstoffe aus Biomasse geeignet. Sie wachsen sehr schnell und benötigen keine Ackerflächen, so dass sie nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Zudem gäbe es bereits eine Technik, mit der Algen gezüchtet und geerntet werden können. Sie werde bereits im industriellen Maßstab betrieben. Außerdem würde es einen positiven Klimaeffekt geben: Algen brauchen für ihr Wachstum unter anderem viel Kohlendioxid, das so gebunden und der Atmosphäre entzogen werden kann.

Wissenschaftler und Industrievertreter trafen sich kürzlich in Malchow/Poel und machten auch einen Rundgang durch den Schaugarten. Quelle: Kerstin Baldauf

Die bisherigen Forschungen in Bremen und Bremerhaven haben sich mit der Auswahl geeigneter Algenstämme und deren Aufbereitung gewidmet sowie der chemischen Untersuchungen zur Brauchbarkeit der Algensubstanzen als Schmierstoffzusatz. In den nächsten 30 Monaten sind nun die Wismarer unter der Leitung von Professor Roland Larek am Zug. Sie sollen die entwickelten Schmierstoffe erproben und quantifizieren. Dafür sind bei einem Treffen am Standort Malchow auf der Insel Poel den Projektpartnern die Forschungsbedingungen am Bereich Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften präsentiert worden.

Fördermittel vom Bundesministerium

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“, Förderbereich „Biobasierte Produkte und Energieträger“, mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Für das Arbeitspaket der Hochschule Wismar stellt das BMEL rund 225 000 Euro zur Verfügung.

Mit der Politstrategie Bioökonomie setzt die Bundesregierung auf innovative Technologien und Produkte aus nachhaltig erzeugten biogenen Rohstoffen als Basis für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem. Wichtige Treiber für diesen Schwerpunkt sind die Endlichkeit fossiler Rohstoffe sowie der Schutz des Klimas, der Biodiversität und der natürlichen Ressourcen.

Mehr Infos:

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Von OZ/Kerstin Baldauf

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