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Wismar Wismarer gewinnt begehrten Medizintechnikpreis
Mecklenburg Wismar Wismarer gewinnt begehrten Medizintechnikpreis
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19:00 28.11.2019
Das von Mathias Davids entwickelte männliche Computermodell zur Vorhersage unerwünschter Nervenstimulationen bei der Magnetresonanz-Tomographie. Quelle: Universitätsmedizin Mannheim
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Wismar

Für Aufsehen in der Medizintechnik sorgt der Wismarer Mathias Davids. Der gebürtige Wismarer hat eine hochkarätige Auszeichnung auf dem Gebiet der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) gewonnen. Die Preisverleihung fand in Montreal/Kanada statt. An dem Weltkongress nahmen rund 6000 Wissenschaftler teil. In seiner Doktorarbeit widmete er sich der Simulation unerwünschter Nervenimpulse bei der MRT-Bildgebung.

„Die Ehrung war für mich eine willkommene Wertschätzung der harten Arbeit, die wir in den vergangenen fünf Jahren geleistet haben und ist natürlich gerade für einen jungen Wissenschaftler sehr förderlich und motivierend“, so Mathias Davids.

Wertschätzung harter Arbeit

2008 hatte er sein Abitur an der Großen Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ gemacht. Die nächsten Stationen: Studiengang zum medizinischen Ingenieur in Lübeck, Master mit anschließender Promotion in medizinischer Physik in Mannheim. Aktuell lebt der 30-Jährige in Boston/USA. Bei seinem mehrjährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Universität arbeitet er an einem Spezialthema zur medizinischen Bildgebung.

Wismar hat an Charme gewonnen

Die Verbindung zu Wismar bleibt. „Ich bin natürlich regelmäßig in der Heimat, nicht zuletzt wegen der Familie, und schlendere immer wieder gerne durch Wismars Altstadt, die seit meinem studienbedingten Umzug 2008 noch mal deutlich an Charme gewonnen hat“, sagt der junge Mann, der gerne klettert, läuft, auf Reisen geht und vorzugsweise elektronische Musik hört.

Der gebürtige Wismarer Mathias Davids wurde in diesem Jahr in Kanada für die weltweit beste Arbeit eines Nachwuchswissenschaftlers zur Bildgebung am Magnetresonanz-Tomographen geehrt.  Quelle: Privat

Vor allem aber tüftelt er gerne. Mathias Davids, der am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg geforscht hatte, gewann beim Internationalen Kongress für diagnostisch genutzte Magnetresonanz-Tomographie (MRT) den mit 2000 US-Dollar dotierten Preis. Der „I. I. Rabi Award“ ist nach dem früheren US-Physiker Isidor Isaac Rabi benannt. Der Nachwuchswissenschaftler hat damit im Bereich der MRT-Forschung die in diesem Jahr beste Arbeit weltweit abgeliefert.

Experten stark beeindruckt

„Was für den Laien wenig spektakulär klingen mag, ist aus Sicht der Experten eine (kleine) Sensation – sowohl hinsichtlich der Bedeutung der Forschung als auch der Wertigkeit der Auszeichnung“, so Dr. Eva Maria Wellnitz. Die Sprecherin der Universitätsmedizin Mannheim sagt weiter: „Was der junge Wissenschaftler erforscht, hat nicht weniger als das Potenzial, die Entwicklung der Magnetresonanz-Tomographie einen großen Schritt nach vorne zu bringen, indem möglicherweise die letzte physiologische Grenze der MRT-Bildgebung überwunden werden kann.“

Der junge Wissenschaftler hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Effekt von Nervenstimulationen, die die Magnetfelder eines MRT im menschlichen Körper auslösen können, auf dem Computer simulieren lässt. „Dieses Modell erlaubt es uns, während der Entwicklung eines neuen MRT-Gerätes verschiedene hypothetische Varianten vorab auf Stimulationen zu testen und schrittweise die besten Varianten weiterzuentwickeln“, so Davids.

Neue Generation von Tomographen

Die Forschung könnte nach Ansicht von Experten die Entwicklung neuer Magnetresonanz-Tomographen massiv unterstützen und zu einer neuen Generation deutlich schnellerer und damit kosteneffizienterer, Tomographen führen. Die in der MRT-Entwicklung heute übliche Konstruktion eines neuen MRT-Prototypen mit anschließender Stimulationsstudie mit etwa 50 gesunden Probanden – mit Kosten von insgesamt etwa einer halben Million Euro und neun Monate Dauer – entfiele.

Die Magnetresonanz-Tomographie hat sich zu einem enorm wichtigen Bildgebungsverfahren in der Medizin entwickelt, mit dem sich ohne belastende Strahlen hochauflösende Bilder des menschlichen Innern aufnehmen lassen.

Boston-Marathon ein Thema?

Aus den empfangenen Magnetfelddaten können im Computer hochauflösende anatomische und funktionelle Bilddaten berechnet werden. Die Auflösung der Bilddaten kann jedoch nicht beliebig optimiert werden, da der menschliche Körper physiologische Grenzen setzt. Hier setzt das von Mathias Davids entwickelte Verfahren an. Der Effekt der Nervenstimulationen lässt sich auf dem Computer modellieren.

Jetzt, wo Mathias Davids, in Bosten lebt, kann der weltberühmte Marathon in der US-Metropole ein Thema für ihn werden? „Das wäre vielleicht ein schönes Zukunftsprojekt“, sagt er. Abseits der Medizintechnik, aber auch spannend.

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