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Wismar Mit Willen und viel üben den Traum verwirklichen
Mecklenburg Wismar Mit Willen und viel üben den Traum verwirklichen
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10:48 16.07.2019
Mathis Marks (18) beim Bassspielen – in der Neuen Kirche hatte er sein Programm für den Eignungstest vorgespielt.
Mathis Marks (18) beim Bassspielen – in der Neuen Kirche hatte er sein Programm für den Eignungstest vorgespielt. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

 Mathis Marks freut sich und mit ihm freuen sich viele Wismarer, die ihn in den letzten Jahren begleitet haben. Der 18-Jährige hat gerade die Eignungsprüfung Musik auf Lehramt an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) bestanden. 67 Bewerberinnen und Bewerber waren dort, nur 43 haben es geschafft. Einer davon ist Mathis.

E-Bass und Gesang

„Singen und E-Bass“, erzählt er von seinen Instrumenten und seinem ungewöhnlichen Weg. Während andere mit der ersten Klasse Musikschulunterricht bekommen, hat er als 12-Jähriger angefangen, Bass zu spielen. In einer Rockband, ohne Unterricht und mit Freunden, aber dank der Inspiration und Hilfe seines Vaters als Bassist.

Dann kam die Frage, die in dem Alter automatisch kommt. „Was willst du mal werden?“ Für Mathis, der als Judotrainer erste Erfahrungen damit machen konnte, Jüngere zu unterrichten, war klar: „Ich will Musiklehrer werden.“

Drei Jahre Vorbereitungszeit

Beim Besuch an der HMT dann die Ernüchterung mit dem Gedanken, der Traum hätte sich erledigt. „Ich war bisschen erschlagen von den Anforderungen“, erzählt Mathis rückblickend. Die Eignungsprüfung vor Studienzulassung geht über zwei Tage.

„Musiktheorie, Gehörbildung und Vorspiel mit E-Bass, Gesang und Klavier klassisch“, erzählt er weiter. Dazu musste er eine Unterrichtsstunde vorbereiten und geben – mit den Mitbewerbern als Schüler hat er einen Kanon einstudiert.

Musiktheorie kannte er kaum, Gehörbildung findet weniger mit einer Rockband statt, Klavier spielen konnte er nicht, geschweige denn klassisch singen. „Schulpraktisches Klavierspiel, also Liedbegleitung vor der Klasse“, erläutert er, was er lernen musste. Und gelernt hat.

In der 10. Klasse hat er also angefangen, Klavierunterricht bei Annerose Schuldes zu nehmen, die hat ihn auch zu Jana Rohloff von der Kreismusikschule für den Musiktheorieunterricht vermittelt. Die zog ihn gleich als Bassisten in die Big Band.

Neue musikalische Eindrücke

„Und da habe ich gelernt, was es eigentlich heißt, E-Bass zu spielen. Das ist viel mehr als in der Rock-Coverband!“, sagt er lachend. Als Sänger in der Wismarer Kantorei lernte er dank Kantor Christian Thadewald-Friedrich den klassischen Gesang.

„Das war für mich eine ganz neue Welt“, erzählt er, „auf einmal bekam ich ganz neue musikalische Eindrücke.“ Er hat jeden Tag geprobt und geübt, dazu das, was er bei der Eignungsprüfung vorspielen musste, in zwei Konzerten zu Gehör gebracht und konnte zur „Young Academy“ als Talenteförderung nach Rostock. Jazz spielen in der Big Band, Bach singen in der Kantorei – Mathis Marks hat sich musikalisch weiter entwickelt.

Konzert in Nikolai-Kirche

Die Wismarer können ihn in St. Nikolai live erleben. Beim ersten Wismarer Kirchenkino wird der zum Teil in Wismar gedrehte Stummfilmklassiker Nosferatu gezeigt, dazu kommt Livemusik nach der Komposition von Kantor Christian Thadewald-Friedrich.

Er spielt Orgel, Mathis Marks den E-Bass und Thomas Bittermann Schlagwerk. Am 22., 23. und 24. August jeweils ab 21 Uhr können die Wismarer den bekannten Film und die noch unbekannte Komposition erleben. Karten dafür gibt es direkt in der Kirche.

Nicole Hollatz