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Wismar Wismars Feuerwehr ist die älteste in Mecklenburg
Mecklenburg Wismar Wismars Feuerwehr ist die älteste in Mecklenburg
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06:13 26.04.2019
Das Gruppenbild der Freiwilligen Feuerwehr Wismar/Altstadt zeigt einen Großteil der insgesamt 102 Mitglieder - Frauen, Männer und Jugendliche. Quelle: Danila Siefert
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Wismar

Vor 160 Jahren wurde die freiwillige Feuerwehr in Wismar ins Leben gerufen. Als Gründungstag gilt der 23. April 1859. Der damalige Name war „Bürgerfeuerwehr“. Dieses Jubiläum möchten die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Wismar/Altstadt am Sonnabend mit Einwohnern und Kameraden aus benachbarten und Partnerwehren begehen. Von 10 bis 15 Uhr findet auf dem Gelände der Altstadt-Wehr am Kagenmarkt sowie auf dem kleinen Platz gegenüber eine Feier mit Musik, Fahrzeugschau, Einsatzübungen und Kinderspielen statt.

Die Feuerwehr Altstadt ist die direkte Nachfolgerin der ersten freiwilligen Feuerwehr in Wismar. Sie musste sich 1997 umbenennen, weil die Freiwillige Feuerwehr Friedenshof gegründet wurde. „Nach den bisherigen Forschungen gilt die Altstadt-Wehr auch als die älteste in Mecklenburg“, sagt Andreas Vagt, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. 1841 soll im sächsischen Meißen die erste freiwillige Feuerwehr in Deutschland gegründet worden sein.

Ein Rückblick: In den Anfängen wurden Brände mit Wasser aus Ledereimern bekämpft, die Hausbesitzer vorhalten mussten (um 1560). 1624 schaffte Wismar die erste Feuerspritze an. „250 Liter Wasser können je Minute mithilfe eines Windkessels stoßfrei über Schläuche gefördert werden“, heißt es in der Chronik der Feuerwehr. „Die Spritze saugt das Wasser selbst an.“

Feuerwehrleute stellen 1972 die Brandbekämpfung zur Gründungszeit der Wismarer Feuerwehr nach: mit Feuerspritze und Wasserwagen. Quelle: FFw

Nach dem Vorbild der Berliner Berufsfeuerwehr werden die Feuerlöschsektionen der Maurer und Zimmerer sowie das Rettungskorps aufgelöst und an deren Stelle 24 Feuerwehrmänner und Oberfeuerwehrmann aus der Bevölkerung gewonnen. Allerdings werden keine Wasserwagen angeschafft und eine Mannschaft formiert. Stattdessen gibt es bis 1908 in der Hegede eine Nachtfeuerwache mit Feuerspritze und drei Wasserwagen. Die diensthabenden Wachmänner können bei Feueralarm Freiwillige als Helfer anheuern.

Zum Zeitpunkt ihrer Gründung besitzt die Ortsfeuerwehr Altstadt mehrere pferdebespannte Feuerspritzen. Später kommen ein Sprungtuch und ein Leiterwagen hinzu sowie eine 15 Meter hohe Feuer- und Rettungsleiter. Um 1900 werden Handfeuerlöschgeräte angeschafft, die auch auf Wagen zu montieren sind. Die Feuerwehrleute erhalten Rauchhelme. Sie bestehen aus einer Lederkappe mit Asbestschutz und sind mit doppelten Gläsern versehen.

Anfang des 20. Jahrhunderts werden Hydranten und Feuermeldestellen in Wismar eingerichtet. Feueralarm gibt es weiterhin durch Läuten vom Marienkirchturm und Feuertuten der Nachtwächter. Die freiwillige Wehr verfügt inzwischen über einen Mannschafts- und Utensilien- sowie über zwei Schlauch- und Hydrantenwagen. 1914 wird eine Dampfspritze in Dienst gestellt.

Nach verschiedenen verheerenden Bränden erhalten die Feuerwehrleute 1924 elektrische Weckerlinien in den Wohnungen. Im gleichen Jahr soll ein neues Feuerwehrdepot an der Frischen Grube entstehen. Außerdem kauft die Wehr eine 19-Meter-Drehleiter von der Lübecker Feuerwehr.

1928 wird Wismars Feuerwehr reorganisiert. Aus der „ständigen“ wird endgültig eine Berufsfeuerwehr und die „Reserve-Feuerwehr“ verabschiedet. An ihrer Stelle wird die freiwillige Feuerwehr mit 24 Mann neu organisiert. Ihr erster Stützpunkt wird das Schauspielhaus am Theaterplatz, das am 9. Januar 1948 ausbrennt.

Seit der Teilung erhält die freiwillige Feuerwehr nur ausrangierte Löschtechnik der Berufsfeuerwehr und in den Kriegsjahren keine Technik mehr. Das erste Löschfahrzeug, ein LF 25, übernimmt sie 1962. Es wird in einer Garage in der Wasserstraße, die als Gerätehaus dient, untergebracht. Ein Jahr später zieht die freiwillige Feuerwehr ins neue Gerätehaus in der Gerberstraße 14a. Das muss sie aus bautechnischen Gründen 1996 verlassen. Ihr vorläufiges Domizil wird das Gebäude der Berufsfeuerwehr in der Frischen Grube. Das währt allerdings bis 2017. Dann wird das neu und großzügig erbaute Gerätehaus an der Prof.-Frege-Straße am Kagenmarkt eingeweiht.

„Dankbar sei allen Kameraden gedacht, die sich in den 160 Jahren im Dienst des Nächsten für die Erhaltung von Leben, Hab und Gut eingesetzt haben.“ Nico Porath, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt Quelle: Nicole Buchmann

Nicht nur räumlich, sondern auch personell erfolgt eine Verjüngung. Nach 19 Jahren gibt Oberbrandmeister Mathias Meschkat die Wehrführung ab. Sein Nachfolger ist Nico Porath (36), Stellvertreter wird Sven Triebess. „Wir sind eine sehr junge Wehr“, berichtet Pressewart Andreas Vagt (36). „Ein Großteil der Mitglieder ist nicht älter als dreißig Jahre.“

Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Wismar/Altstadt insgesamt 102 Mitglieder – 62 aktive Einsatzkräfte, sechs Reserve- und sieben Ehrenmitglieder sowie 27 Jugendliche in der Jugendwehr, die es seit 28 Jahren gibt. Die Feuerwehr verfügt über acht moderne Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge. Im vergangenen Jahr musste sie zu 124 Einsätzen ausrücken.

Feier am Kagenmarkt

Zur Jubiläumsfeier laden die Feuerwehrleute am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr ein. Der Antenne MV Showtruck sorgt für Musik. Es gibt eine Fahrzeugschau, einen Firetrainer, für Kinder eine Hüpfburg und Dosenspritzen sowie Hot Dogs, Eis und Kuchen.

Als Gäste werden Innenminister Lorenz Caffier und Bürgermeister Thomas Beyer erwartet.

Der Kinderchor der Rudolf-Tarnow-Schule singt ab 10.30 Uhr.

In drei Einsatzübungen gemeinsam mit der Jugendwehr demonstrieren die Brandbekämpfer und Retter ihre Fähigkeiten. Die erste Übung findet ab 11.30 Uhr in der Kita „Sonnenschein“ statt, die zweite gegen 13 Uhr und die dritte gegen 14.30 Uhr.

Über Brandschutz werden Erwachsene und Kinder im Schulungsraum des Feuerwehrgebäudes informiert.

Ab 18 Uhr feiern die Feuerwehrmitglieder ihr Jubiläum mit Gästen in der Tarnow-Sporthalle.

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