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Wismar Wohnschiff für Wismarer Werft steht vor Verkauf
Mecklenburg Wismar Wohnschiff für Wismarer Werft steht vor Verkauf
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07:36 21.12.2018
Das Kreuzfahrtschiff "SuperStar Libra" kam Anfang August nach Wismar. Quelle: Frank Goehling
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Wismar

Im August kam das Kreuzfahrtschiff „SuperStar Libra“ nach Wismar. Derzeit liegt es in der großen Schiffbauhalle. Eigentlich sollte es zum Wohnschiff umgebaut werden. Damit wollte MV Werften die Wohnsituation für extern beschäftigte Arbeiter entspannen. Seit einiger Zeit macht das Gerücht die Runde, dass das Schiff die Hansestadt wieder verlassen wird.

Auf OZ-Nachfrage sagt Stefan Sprunk, Sprecher von MV Werften: „Es gibt bekanntlich eine große Nachfrage auf dem Weltmarkt nach Schiffskapazitäten. So gibt es aktuell auch Interessenten für die ,SuperStar Libra’. Ein etwaiger Verkauf hängt selbstverständlich von diversen Variablen ab, kann aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.“

Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass die Kosten inzwischen deutlich zu hoch sein sollen. Obwohl das Schiff seit Wochen in der Halle liegt, hätten die eigentlichen Umbauarbeiten noch nicht begonnen. Außerdem soll es eine Reihe behördlicher Auflagen gegeben haben. Fragen zur Zuständigkeit des Brandschutzes wären ebenfalls noch zu klären gewesen.

Die Zeichen verdichten sich, dass das Schiff verkauft wird. „Sollte dieser Fall eintreten, werden wir uns um Alternativen, zum Beispiel um eine Charter, bemühen. Mit der Stadt und dem Bürgermeister stehen wir zu der Thematik in regelmäßigem Informationsaustausch“, so der Werftsprecher.

Die „SuperStar Libra“ verfügt über 700 Kabinen. Für etwa 1400 Beschäftigte sollte es als Wohnschiff dienen. Ab Frühjahr 2019 sollten die ersten Bewohner einziehen. Wenn Ende September 2019 das Mittschiff für den ersten Kreuzliner der Global Class von Rostock nach Wismar kommt und bis zur fast vollständigen Endausrüstung hier liegt, sollte die höchste Kabinenbelegung erreicht werden. So der Plan.

Auch Wismars Vize-Bürgermeister und Bausenator Michael Berkhahn (CDU) geht mittlerweile davon aus, dass der Kreuzliner die Hansestadt wieder verlässt: „Die Werft sucht ein neues Schiff. Uns gegenüber hat die Werft gesagt, dass sie weiter daran festhält, dass sie eine Lösung mit einem Wohnschiff will. Das ist im Sinne der Stadt. Die Mengen an Menschen bekommen wir ja sonst nicht anders untergebracht.“

Wie die OZ im Sommer berichtete, gehörte das Kreuzfahrtschiff zur Genting Hong Kong Reederei Star Cruises. Genting ist Eigentümer der Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund. Nach mehr als 30 Jahren Dienst nahm das 216 Meter lange und 32 Meter breite Schiff mit einem Tiefgang von sieben Metern Anfang August Kurs auf Wismar.

Seit März entsteht in Wismar und Rostock das erste Kreuzfahrtschiff der Global Class mit einer Länge von 342 Metern. Mit bis zu 9500 Passagieren wird es hinsichtlich der Passagierzahl das größte Schiff der Welt. Entsprechend groß ist der Bedarf an Arbeitskräften und Wohnraum. Am Standort Wismar ist bei voller Besetzung von etwa 1500 eigenen Mitarbeitern auszugehen. Eine vergleichbare Anzahl extern Beschäftigter wird bei der Fertigung der Kreuzfahrtschiffe involviert sein.

Im Juli hatte Peter Fetten, Geschäftsführer von MV Werften, gesagt: „Es ist eine clevere Idee, die ‚SuperStar Libra' jetzt für uns als Wohnschiff einzusetzen. Die Unterbringungssituation ist damit viel entspannter und die Wege sind deutlich kürzer.“ Auch Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) sagte zum Wohnschiff: „Es ist gut und richtig, dass die Werft auch für die Wohnbelange der zeitweilig Beschäftigten Verantwortung übernimmt.“ Daran hat sich offenbar nichts geändert. Die Frage ist jetzt, wann welches Schiff mit wie vielen Kabinen nach Wismar kommen wird.

Heiko Hoffmann

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