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Wismar Zusammen ist man weniger allein: Neue Pflege-WG in Wismar
Mecklenburg Wismar Zusammen ist man weniger allein: Neue Pflege-WG in Wismar
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06:00 14.03.2019
Anneliese Hoff (Mitte) und Klemens Schäfer sind erst seit ein paar Tagen Mitbewohner in der Pflegeeinrichtung Hameyer Hinter dem Rathaus in Wismar. Zusammen mit Stephanie Luft, Mitarbeiterin beim Pflegedienst, fertigen sie die Türschilder für ihre neuen Zimmer an. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

Klemens Schäfer sitzt mit seinen neuen Mitbewohnern am großen Küchentisch, unterhält sich ein wenig mit ihnen, greift zu Papier und Schere. Denn die fünf Neuen in der Wohngemeinschaft wollen gleich Türschilder basteln. Jedes bekommt eine andere Farbe. Auf den Schildern wird später ihr Name stehen – damit sie immer den Weg in ihr Zimmer finden. Denn die fünf Mitbewohner haben nicht etwa eine Studenten-WG bezogen. Sie alle sind über 80 Jahre alt und die ersten Bewohner der neuen altersgerechten Pflege- und Wohnanlage, die am 1. März Hinter dem Rathaus eröffnet wurde.

Bewohner können Alltagsleben teilen

Eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren: Das Konzept ist nicht ganz neu – weitere vom Pflegedienst Hameyer gibt es in Wismar in der Großschmiedestraße und in der Störtebekerstraße (die OZ berichtete) und auch andere Pflegedienste haben diese Form des Wohnens für Senioren in der Hansestadt für sich entdeckt. Statt im Alter langsam zu vereinsamen und zunehmend gesellschaftlich isoliert zu werden, haben die Bewohner so die Möglichkeit viele Dinge des Alltags zu teilen – wenn sie wollen, so wie das Basteln der Türschilder. Mitarbeiterin Stephanie Luft erklärt geduldig und mit einem Lächeln im Gesicht, wie sie dabei vorgehen wollen. In der WG-Küche, Herzstück der Wohnanlage, können die Bewohner später aber auch fernsehen. „Der Fernseher funktioniert jetzt endlich“, berichtet Klemens Schäfer, der auch aus Wismar stammt.

Das Team der Pflege- und Wohnanlage Hinter dem Rathaus in Wismar: Dörte Pukowski, Marco Gieseler, Bianca Neu, Caroline Labrenz, Simone Krüger, Stephanie Luft, Ilona Pohl und Richard Simm (v.l.). Quelle: Michaela Krohn

Und in der Tat: Haustechniker Marco Gieseler hat in diesen Tagen noch viel zu tun. Den neuen Fernseher hat er gerade angeschlossen. Kurze Zeit später steht er schon auf der Leiter, um die Küchenuhr für die WG anzubringen, dann folgt eine letzte kleine Installation in den Bädern.

Offenes Konzept – mitten in der Stadt

„Er ist hier unser wichtigster Mann im Haus“, sagt Standortleiterin Dörte Pukowski. Denn neben der Pflegewohngemeinschaft ist dort auch eine Tagespflege entstanden. In der oberen Etage befinden sich Appartements. „In den kommenden Monaten werden nach und nach weitere Bewohner einziehen“, sagt sie. Etwa die Hälfte der Plätze ist schon belegt. Richard Simm, Geschäftsführer des Pflegedienstes, weiß: „Alle unsere Einrichtungen sind immer sehr gut ausgelastet. Besonders freuen sich beide über den zentralen Standort der neuen Einrichtung. „Wir sind hier mitten im Zentrum, die Bewohner haben aus ihren Zimmern eine tolle Aussicht, auf der Straße ist immer was los“, sagt Simm. Zudem gelte im Haus ein offenes Konzept. „Es gibt keine Besuchszeiten. Besucher können kommen, wann sie möchten. Denn die Bewohner leben hier ja in ihren eigenen Wohnungen“, sagt Dörte Pukowski. Außerdem werde viel Wert auf eine umfassende Betreuung gelegt, es werden unter anderem verschiedene Programme wie die tägliche Zeitungsschau, Gymnastik, basteln, spazieren gehen angeboten. „Wir sind ja mitten in der Stadt. Da wollen die Menschen auch wissen, was vor der Tür los ist“, betont die Standortleiterin.

Bewohner richten Zimmer selbst ein

„Bewohner Klemens Schäfer bekommt fast täglich Besuch“, sagt Dörte Pukowski. Das sei auch für die Mitarbeiter schön zu sehen. Für sein WG-Zimmer hat der 84-Jährige seine eigenen Möbel mitgebracht: Sofa, Tisch und Schränke. An den Wänden hängen Erinnerungen und Familienfotos. In der WG und am großen Tisch in der Küche ist noch für weitere sieben Bewohner Platz. Am 8. Mai findet in der Einrichtung ein Tag der offenen Tür statt. Alle Interessierten sind zum Vorbeischauen eingeladen.

Michaela Krohn

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