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Mecklenburg Zwei Generationen auf der Bühne
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17:00 29.11.2019
Szene aus dem Stück „Andorra“: Bastian Inglin (oben) und Ulrich K. Müller Quelle: Dorit Gätjen / Volkstheater Rostock
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Rostock

Schauspieler Ulrich K. Müller und der Schauspielstudent Bastian Inglin stehen gemeinsam auf der Bühne. Die intensiven Proben haben die beiden Darsteller zusammengeführt, nämlich in der Vorbereitung des Stückes „Andorra“, das in dieser Spielzeit zum Programm des Volkstheaters Rostock gehört. Neun Darsteller stehen auf der Bühne, davon kommen sechs von der Hochschule für Musik und Theater (HMT).

Schauspieler und Studierende zusammen auf der Bühne

Es ist eine gute Tradition, dass Studierende der HMT in Inszenierungen des Volkstheater einbezogen werden. Auch in diesem Fall. Bastian Inglin ist einer von ihnen, er wurde 1997 geboren, der gebürtige Schweizer studiert im vierten Semester Schauspiel an der HMT. Ulrich K. Müller, Jahrgang 1965, ist seit zwanzig Jahren im Schauspielerensemble des Rostocker Volkstheaters, der gebürtige Bremerhavener gehört damit zu den gestandenen Mimen am Theater.

„Der alte Mann trifft auf den jungen Wilden“

Beide sind also Teil der Inszenierung des Stücks „Andorra“ von Max Frisch, das von Stephan Thiel auf die Bühne gebracht wurde. Für Bastian Inglin ist dies die Erstbegegnung mit dem Theaterbetrieb. „Das ist hier wie ein Reality Check“, sagt Inglin. Er muss sich nicht nur auf seine Rolle konzentrieren, sondern wird mit den Abläufen im Theater vertraut gemacht. So kann er Erfahrungen sammeln. Aber auch die älteren Schauspieler profitieren von der Energie, die die jungen Darsteller mitbringen. „Der alte Mann trifft auf den jungen Wilden“, sagt Ulrich K. Müller ironisch. Denn: „Die Jungen haben andere Vorstellungen und kommen auch zu anderen Erkenntnissen“, sagt Müller, der immer auf neue Sichtweisen neugierig ist; diese Form der Zusammenarbeit ist auch wie eine Frischzellenkur.

Praktische Tipps werden weitergegeben

Die Proben waren für den jungen Mimen auch eine Form der Wissensaneignung, was ganz praktische Dinge in den Arbeitsabläufen angeht. „Ich gebe den jungen Darstellern gern Ratschläge“, sagt Ulrich K. Müller, will aber nicht in die Arbeit des Regisseurs eingreifen. Wichtig sind dabei manchmal die kleinen Dinge. „Es beginnt damit, dass man etwas früher und natürlich gut vorbereitet zur Probe kommt“, sagt Müller.

Max FrischsAndorra“ ist immer noch aktuell

Das Stück „Andorra“ ist immer noch von großer Brisanz, darin sind sich beide Darsteller einig. Thematisiert wurde von Max Frisch der Umgang mit dem Antisemitismus, angelegt als Familientragödie im Kleinstaat Andorra. Das 1961 uraufgeführte Stück ist immer noch von beklemmender Aktualität, die Fremdenfeindlichkeit führt zu einer großen Tragik. „Es geht aber um viel mehr in dem Stück“, sagt Bastian Inglin, „nämlich um die Frage der Identität und allgemein um Ausgrenzung.“ So erschließt sich jede neue Generation diesen Stoff neu.

Wertvolle Erfahrungen gesammelt

Für Bastian Inglin war die Zeit der „Andorra“-Proben mit sehr langen Arbeitstagen verbunden – zunächst der reguläre Studienbetrieb an der HMT, dazwischen die Proben am Volkstheater. Und natürlich noch die Zeit für die Textaneignung. Erst hinterher fiel die Anspannung ab. „Nach der Premiere hab ich erst mal zwanzig Stunden geschlafen“, sagt Bastian Inglin.

Diese Inszenierung war für ihn eine wertvolle Erfahrung. Bis Oktober 2022 studiert Bastian Inglin an der HMT. Dann kann er sich immer noch entscheiden, wie es für ihn beruflich weitergeht, ob es Theater, Film oder Fernsehen wird.

Nächste Vorstellungen von „Andorra“: 12. Dezember um 18 Uhr, am 14. Dezember um 20 Uhr, immer im Ateliertheater des Volkstheaters Rostock.

Von Thorsten Czarkowski

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