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Bildergalerien Biber zerstören Wald bei Buddenhagen
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09:08 20.10.2018
Im Wald von Buddenhagen richten inzwischen mehrere Biberpaare im Bebrowbach und im Großen Scheidegraben riesige Schäden an. 80 Hektar wertvoller Wald, u.a. mit alten Buchenbeständen, sind abgesoffen und sterben ab. Quelle: Meerkatz Cornelia
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Buddenhagen/Greifswald

Wer dieser Tage durch den Wald zwischen Buddenhagen und Lassan spazieren geht, sieht sie allerorten: Schäden, die durch den Biber verursacht wurden. Dazu gehören überflutete Flächen, aber auch Fraß an den verschiedensten Baumarten. Betroffen sind nicht nur junge Eichen, Birken und Weiden, sondern inzwischen auch dicke Buchen. 

Die Nager fluten große Flächen durch riesige Dämme und fressen mittlerweile auch wertvolle Buchenbestände an. Maßnahmen dagegen gibt es nicht, der Biber ist eine streng geschützte Tierart.

60 Hektar Wald haben Biberschäden

Nach Aussage des zuständigen Revierförsters Frank Trodtfeld gibt es mittlerweile vier Biberfamilien im Brebowbach und dem Großen Scheidegraben. Beide Bäche haben im Wald zusammen eine Länge von fünf Kilometern. „Insgesamt sind in meinem Revier 60 Hektar wertvoller Wald von Biberschäden betroffen. Gut die Hälfte der Fläche ist durch Biberburgen geflutet, Tendenz steigend, da sich der Biber im Bachlauf immer weiter ausbreitet“, sagt Trodtfeld. Da sein Revier zum FFH-Gebiet gehört und der Biber als streng geschütztes Tier gilt und zudem im FFH-Gebiet als Zieltierart geführt wird, hat er nach seinen Worten keine natürlichen Feinde. „Die Schäden sind nicht mehr zu beherrschen. Ich muss zusehen, wie mein Lebenswerk in Größenordnungen zerstört wird“, sagt der 57-Jährige.

Wasserentnahmestellen nicht nutzbar

Seit 40 Jahren ist er in der Forstwirtschaft tätig. Generationen von Forstleuten hätten zwischen Buddenhagen und Lassan einen gesunden Wald aufgebaut. Das dürfe nur des Bibers wegen nicht aufgegeben werden. Trodtfeld berichtet zudem, dass er mit der Feuerwehr im Wald war. „Wir wollten die Löschwasserentnahmestellen begutachten“, sagt er. Dabei sei deutlich geworden, dass mehrere Entnahmestellen nicht mehr zugänglich sind, weil das gesamte Gebiet drumherum durch Biberdämme geflutet wurde. Traktor oder Feuerwehrauto können dort nicht mehr hinfahren.

Waldbild verändert sich durch Biber

Der Leiter des Forstamtes Jägerhof, Torsten Hackert, kann die Sorge seines Revierförsters nachvollziehen. Auch er ist überzeugt davon, dass sich das Waldbild durch den Biber und die damit einhergehenden Schäden verändern wird. Er sagt aber klar, dass es gesetzlich keine Handhabe gegen den Biber gibt. „Er hat Schutzstatus, daran müssen wir und auch die Untere Naturschutzbehörde sich halten. Dammbauten müssen erhalten bleiben“, so Hackert. Theoretisch gäbe es noch die Idee, Bereiche entlang der Bäche, in denen Biber leben, einzuzäunen, um wenigstens Fraßschäden zu begrenzen. „Ich halte das für wenig zielführend und für viel zu teuer“, meint Hackert.

Wald hat auch Borkenkäferbefall

Für Frank Trodtfeld ist der Biber allerdings nicht das einzige Problem, mit dem der Förster sich im Buddenhagener Wald auseinandersetzen muss. „Wir haben verstärkt an den Fichtenbeständen Borkenkäferbefall zu verzeichnen“, sagt er. Eine Bestandsaufnahme habe ergeben, dass 800 Festmeter Fichte im Buddenhagener Revier betroffen sind.  

Meerkatz Cornelia

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