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18:18 29.04.2018
Als Kinder waren die 40 jungen Menschen des ersten Durchgangs in die Mehrzweckhalle in Dorf Mecklenburg einmarschiert. Nach der einstündigen Feier zur Jugendweihe verließen sie die Halle als junge Erwachsene. Quelle: Sylvia Kartheuser
Dorf Mecklenburg

Schlange stehen vor der Mehrzweckhalle in Dorf Mecklenburg: Der Eingang ist schmal und viele festlich gekleidete Menschen wollen hinein. Die erste Jugendweihefeier des Jahres im Landkreis Nordwestmecklenburg steht an. In zwei Durchgängen werden insgesamt 72 Jugendliche der örtlichen Regionalen Schule und der drei 8. Klassen des Gymnasiums „Tisa von der Schulenburg“ den ersten Schritt ins Erwachsenenleben wagen.

72 Jugendliche der Regionalen Schule und des Gymnasiums „Tisa von der Schulenburg“ in Dorf Mecklenburg erhielten am Wochenende die Jugendweihe. Damit haben sie den ersten Schritt in die Welt der Erwachsenen getan.

Jugendweihe

Die Jugendweihe ist eine festliche Initiation, die den Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter kennzeichnet. Der Begriff Jugendweihe tauchte erstmals 1852 auf und geht auf einen Vorschlag von Eduard Baltzer (evangelischer Theologe) zurück. Der älteste Jugendweiheverein ist der in Hamburg. Er feierte 2015 das 125-jährige Bestehen.

Jetzt beginnt die Zeit der Entscheidungen

„Der Eintritt in die Welt der Erwachsenen ist der Eintritt in eine Zeit vieler Entscheidungen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) in ihrer Festrede. Was will ich machen? Lehre oder Studium? Wo will ich wohnen? Wie mein Leben gestalten? Für welche Werte will ich einstehen? Das seien nur einige der Fragen, die in den nächsten Jahren auf die jungen Menschen zukommen würden. Das sei aufregend und erschreckend zugleich. „Wie soll ich mich für mein Leben entscheiden, wenn ich nicht einmal weiß, welches Oberteil ich anziehen soll“, fasste Birgit Hesse die Ängste vieler Jugendlicher zusammen. Und sie tröstete: Nicht jede Entscheidung werde richtig sein, „aber oft lassen sich Entscheidungen revidieren“. Die Bildungsministerin rief die jungen Menschen auf, „Teil eines Miteinanders und nicht Teil eines Gegeneinanders“ zu werden.

Mit festlichem Programm zur Übergabe der Urkunden

Das Parkett und der Rang waren gut gefüllt. Eltern und Großeltern sowie andere Verwandte und Freunde wollten dabei sein, wenn ihre „Kleinen“ den ersten Schritt in die Welt der Erwachsenen vollzogen. Doch nach dem Einzug der Jugendlichen zum „Coburger Marsch“ von Michael Haydn, gespielt vom Blasorchester Dorf Mecklenburg, gab es erst einmal ein festliches, aber strammes Programm: das Showballett „Charisma“ tanzte zu Musik von Rondo Veneziano, Marianne Kaule vom Jugendweiheverein rezitierte das Gedicht „Das Glück“ von Karin Ahrens, das Blasorchester spielte „Rock Experience“, Birgit Hesse hielt ihre Festrede und das Blasorchester Dorf Mecklenburg spielte „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Gerade bei diesem Titel verdrückte manche Mutter und mancher Vater heimlich eine kleine Träne.

Sonne und Früchte, Liebe und Menschen

Doch dann war es soweit. Die erste Gruppe wurde aufgerufen, um Urkunden, Gedenkbücher und Blumen zu erhalten. Sechs junge Frauen und Männer erhoben sich und stellten sich hinter die mit Kreidestrichen auf dem grauen Filz angezeichneten Markierungen. Zu dieser Gruppe gehörten Neele Dieckmann und Dalin Pritsch vom Gymnasium „Tisa von der Schulenburg“, die etwa zehn Minuten später selbst ans Mikrofon traten. Sie sprachen für die Jugendlichen und setzten ein Zitat von Julius Langbehn an den Beginn: „Früchte reifen durch die Sonne, Menschen reifen durch die Liebe“. Und viel Liebe hätten sie von ihren Eltern erfahren und viel Verständnis, egal in welcher Krise sie steckten. „Unser Dank gebührt aber auch unseren Grundschullehrern, die die Basis gelegt haben, und unseren Lehrern an den weiterführenden Schulen, die aus uns Jugendlichen eigenständige junge Erwachsene gemacht haben“, sagten Neele Dieckmann und Dalin Pritsch im Wechsel. Zum Schluss riefen sie ihren Mit-Teilnehmern an der Jugendweihe den Wandspruch zu: „Setze die Segel mit Mut, dann bestimmst Du wohin die Reise geht.“

Eine große Umstellung für die Eltern

Anika Gottschling aus Bad Kleinen und ihre Freundin Aliah Asche aus Bobitz räumten ein: „Wir waren schon ganz schön nervös.“ So ein erster Schritt ins Erwachsenenleben sei ja schließlich nicht irgendwas. Die Feier hat ihnen gut gefallen. „Sie war sehr stimmungsvoll“, urteilte Anika Gottschling. Nach dem offiziellen Teil in der Mehrzweckhalle feierten die Familien unter sich. Und wie ist das für Eltern, wenn die Küken langsam flügge werden? Manfred Asche muss schlucken: „Das ist ’ne Umstellung und für einen Vater sehr emotional.“ Die nächsten Jugendweihen: 12. Mai Stadthalle von Neukloster, 26. Mai Sport- und Mehrzweckhalle in Wismar.

Kartheuser Sylvia

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