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Bildergalerien Eröffnungsparty mit lockeren Brieftaschen
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09:31 23.09.2018
Sven Hasl und seine Frau Martina mit Ines Rodewald-Dannenberg von der Kinderkunstakademie Greifswald. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Unter einem glitzernden Kronleuchter und prachtvollen Stuckdecken feierten rund hundert Gäste die Eröffnung des neuen Hauptsitzes der Firma Sven Hasl Immobilien in der Anklamer Straße 89. „Wir haben die alte Villa aus dem Jahr 1904 komplett instandgesetzt und umgebaut“, erzählt Sven Hasl. „Die Arbeiten haben sich noch bis zur letzten Minute gezogen, aber jetzt ist es geschafft.“ Entstanden sind nicht nur Büroräume, sondern auch fünf exklusive Mietwohnungen mit gehobener Ausstattung. Orientiert habe man sich dabei an alten Vorlagen und Fotografien, um dem Originalzustand so nah wie möglich zu kommen. „Auch vermeintlich kleinere Arbeiten, wie die Türen wieder herzurichten, waren mit erheblichem Aufwand verbunden“, erinnert sich Hasl. „Aber ich finde, es hat sich gelohnt.“

Am Wochenende feierte Sven Hasl die Eröffnung des neuen Hauptsitzes seiner Immobilienfirma in der Anklamer Straße. Spendenübergaben fanden im Minutentakt statt.

Vorpommern-Greifswalds künftiger Landrat, Michael Sack (CDU), nickte bekräftigend. „Hat er gut gemacht“, befand der Bauingenieur nach einigen prüfenden Blicken. Und kam gleich auf eines der heißesten Themen in Greifswald: Den Wohnungsmarkt. „Ich finde es immer gut, wenn nicht nur Büroräume sondern auch Mietwohnungen entstehen. Vielleicht sind diese hochwertigen Wohnungen auch ein Anreiz für Menschen, die sich sonst ihr Eigenheim außerhalb der Stadt gebaut hätten“, so Sack. „Dort haben wir aber mittlerweile ein Flächenproblem.“ Über mangelnde Nachfrage kann Hasl jedenfalls nicht klagen. „Der Markt ist da, mit der Universität, dem Klinikum und den Instituten haben wir auch ein Klientel, das genau solche Wohnungen sucht.“

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Doch drohte Hasl gleich am ersten Tag am neuen Firmensitz ein Gespräch über Abgabefristen der Steuerunterlagen? Der hohe Anteil an Steuerberatern unter den Gästen hätte das vermuten lassen. „Aber nein“, sagte Christian Pantke der unter anderem mit seinen Kollegen Jürgen Seemann und Monique Maeklenburg auf die Feier gekommen war. „Wir sind zwar das Steuerbüro der Hasls, aber heute privat hier. Svens Frau Martina und ich kennen uns noch aus alten Loissiner Zeiten. Ihrer Mutter gehörte damals das Boddenblick, da gab es manch wilde Party.“

Auch Peter und Marianne Melnik, die ehemaligen Besitzer der Villa in der Anklamer Straße, schauten vorbei. Sie hatten die Villa 1994 gekauft, er betrieb eine Fahrschule, sie führte das Modegeschäft im Haus. „Auch wir haben schon einiges am Gebäude gemacht. Das Dach musste neu gedeckt werden, die Fassade hergerichtet“, erzählte der 72-Jährige Peter Melnik. „Und Toiletten auf dem Flur waren ja auch kein Zustand.“ Schließlich habe man sich aber doch zum Verkauf entschieden, Vermietung und Verwaltung wurden den beiden zu viel. „Sven Hasl hat sich wirklich viel Mühe gegeben“, sagte Marianne Melnik. „Das Haus sieht toll aus.“

Nach einem kleinen Rundgang durch die Villa flossen bei Lederwarenhändlerin Petra Struck sogar einige Tränen der Rührung. „So viele Erinnerungen kommen gerade hoch“, sagte die ehemalige Mieterin und ließ sich gern von Sven Hasl tröstend in die Arme schließen. Sie bewohnte zwischen 1980 und 2000 eine Wohnung in der Villa und erinnert sich gern an diese Zeiten, auch wenn damals viel Improvisationstalent gefragt war. „Als ich einzog, war die schöne Wohnung mit dem Erker eigentlich baupolizeilich gesperrt, so schlecht war der Zustand“, erzählte sie. „Aber Schritt für Schritt ging es voran und letztendlich konnte sogar der Erker ja erhalten werden, das freut mich sehr.“

An den Wänden der neuen Büroräume sahen die rund hundert Gäste moderne Werke von Künstlern mit Handicap, gefertigt in den Diakonischen Werkstätten in Greifswald. „Sechs Bilder haben wir schon verkauft“, freute sich Hasl. „Darunter auch Bilder für je 600 und 300 Euro. Das Geld fließt natürlich an den Pommerschen Diakonieverein, wir haben unsere Räume nur als Ausstellungs- und Verkaufsraum zur Verfügung gestellt.“ 

Den Anlass der Eröffnung nutzte Hasl auch, um einige dicke Briefumschläge für den guten Zweck zu verteilen. Riesenfreude gab es bei den sieben Mädels der „Rising Stars“ des Vereins Ostseetanz Greifswald, die stellvertretend für alle 85 Jugendlichen der Abteilung in die Anklamer Straße gekommen waren. Sie erhielten eine Spende von 1000 Euro. Geld, das der Verein gut gebrauchen kann, denn die Tänzer haben sich nicht nur für die WM qualifiziert, in zwei Wochen stehen auch die Deutschen Meisterschaften in Limburg (Hessen) auf dem Programm. „Wir fahren mit rund 80 Teilnehmern“, erzählte Wiebke Peters, die stellvertretend für „Rising Stars“-Trainerin Janine Liskow gekommen war. „So eine Reise geht natürlich ganz schön ins Geld.“   

Doch bei den 1000 Euro für die jungen Tänzer sollte es nicht bleiben. Mit 400 Euro bedacht wurde auch die im vergangenen Jahr eröffnete Kinderkunstakademie des Institutes Leben und Lernen (ILL). „Das Geld haben Schüler des Ostsee-Gymnasiums gesammelt“, betonte Hasl, der mit seiner „Helfende Hände“-Aktion Spender und Bedürftige zusammenbringt. „Das Geld soll in eine Bibliothek angelegt werden“, sagt Kinderkunstakademie-Schulleiterin Ines Rodewald-Dannenberg. „Uns ist es in dieser Zeit besonders wichtig, nicht nur auf digitale Medien zu setzen, sondern auch auf klassische Bücher.“ Die Kinderkunstakademie ist eine staatlich anerkannte Grundschule mit Orientierungsstufe, die bisher über zwei Klassen verfügt, eine erste mit 15 Kindern und eine zweite Klasse mit acht Schülern. „Wir fangen erst ganz klein an, aber die Nachfrage ist bereits riesig“, so Rodewald-Dannenberg.

Den Baustaub wird Sven Hasl nach der Einweihung der Villa aber vorerst nicht los. Direkt neben dem Gebäude wartet noch eine Baulücke. Die soll bis 2020 mit einem Neubau gefüllt werden, in dem vier Eigentumswohnungen entstehen werden.

Anne Friederike