Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bildergalerien Fütterung im Ozeaneum Stralsund
Mehr Bilder Bildergalerien Fütterung im Ozeaneum Stralsund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:30 01.08.2018
Täglich um 13 Uhr werden die Schildkröten im Stralsunder Meeresmuseum gefüttert. Quelle: Christian Rödel
Anzeige
Stralsund

Gekonnt schärft André Oetjen an diesem Mittwochmorgen sein großes Tranchiermesser an einem langen Wetzstahl. Vor dem 30-jährigen Zootierpfleger stehen in der Futterküche im Erdgeschoss des Stralsunder Ozeaneums diverse Schüsseln und Dosen. Neben ihm schnippeln und portionieren auch seine Kollegen Erika Teßmann (29), Kevin Kleemann (30) und Kai Czepa (32) Fisch und Meeresfrüchte. Auf den Edelstahltischen liegen Seelachsfilets, eine Meerforelle, Kalmare, Garnelen, Minikrebse, Muscheln ... – Köstlichkeiten, die auch in Gourmetküchen verwendet werden.

In Ozeaneum und Meeresmuseum sind eine Menge hungriger Mäuler zu stopfen. Die Bewohner sind anspruchsvoll. Ihre Pfleger setzen auf Abwechslung und Nahrungsergänzung.

Seafood für die Meeresbewohner

Sie sind aber für die tierischen Bewohner der allein 50 Schauaquarien des modernen Naturkundemuseums auf der Hafenhalbinsel bestimmt. Während beispielsweise für den Nordseebereich 15 Kilo Futter vorbereitet werden, sind es für die Ostsee-Abteilung 13 Kilo. „Hier bekommen unter anderem Dorsche, Seehasen und Hornhechte die Seelachsstücke und Kalmare“, erklärt Erika Teßmann, die hier als Erste der Aquaristiker seit 6 Uhr ihre Schicht begonnen hat.

Neben der mitunter mehrmals täglich erforderlichen Verpflegung ihrer Schützlinge, die die in den nördlichen Meeren beheimatet sind, gilt es den Besucherbereich auf Vordermann zu bringen, Technik und Becken zu checken und zu reinigen.

Hungrige Mäuler im „Offenen Atlantik

Der Löwenanteil des Spezial-Büfetts – insgesamt 30 Kilogramm – ist heute für die Bewohner des 2,6 Millionen Liter fassenden Beckens „Offener Atlantik“ gedacht. Die Fütterung unter anderem der Haie, Rochen, Drückerfische, Makrelen und Wolfsbarsche gehört an drei Tagen in der Woche zu den Attraktionen im Museum. Um 11 Uhr beginnt die Show in dem neu gestalteten Bereich, in dem sich ein Wracknachbau befindet. Die Zeit drängt.

Während ihre Kollegin bereits auf dem Weg in die Ostsee-Abteilung ist, füllen die Männer die letzten Schalen. Auf einer liegt eine Dorade. Die aus dem Mittelmeer stammende Goldbrasse ist für Sandtigerhai „Niki“ gedacht.

Alle Fische sollen satt werden

Im Aufzug fährt Oetjen – von den Gästen unbemerkt – dann mit einem Rollwagen in den dritten Stock. Die Fütterung erfolgt am höchsten Punkt des neun Meter hohen Beckens, das auf zwei Etagen beobachtet werden kann. Kaum ist er oben ans Geländer getreten, brodelt es an der Wasseroberfläche. Vor allem die Makrelen, Wolfsbarsche und Rochen machen Rabatz.

„Wir müssen dafür sorgen, dass alle Fische etwas bekommen und das Futter gut verteilen“, sagt der junge Mann. Er erhält per Funk Hinweise von Kleemann. Der steht – umgeben von Besuchern – in der Krypta der Anlage und schaut, wann der an einem Seil herabgelassene Futtereimer am Boden auftrifft und dann über den Grund gezogen wird. Zum Schluss gleitet die Dorade an einer Zange, die mit einer Teleskopstange verbunden ist, in die Tiefe.

„Niki“ hat es nicht eilig

Doch die gut 230 Kilo schwere „Niki“ bleibt am Boden. Dann umkreist die Lady, inmitten der wild durcheinanderschwimmenden Mitbewohner die am Grund liegende Beute. Diese ist so groß, dass die anderen Raubfische sie nicht fressen können.Gemeinsam mit vielen anderen Gästen beobachtet Familie Horn aus Schmalkalden (Thüringen) das Treiben. Larissa (2), Antonia (11), Julia (14) sowie die Eltern Sandra (36) und Michael (36) sind fasziniert. „Das Ozeaneum ist nicht nur für Kinder ein Erlebnis“, sagt Familienvater Horn.

Fünf Pfleger kümmern sich um Schildkröten

Ortswechsel. Während die Tierpfleger des Ozeaneums die Fütterung im Super-Becken beenden, geht im gut einen Kilometer entfernten Meeresmuseum die Vorbereitung für die Beköstigung der dortigen Stars in die heiße Phase: die fünf großen Meeresschildkröten.

An drei Wochentagen, jeweils um 13 Uhr werden die urweltlichen Geschöpfe von fünf Tierpflegern gefüttert. Im Keller des Domizils zumeist exotischer Bewohner der wärmeren Gewässer befindet sich inmitten unzähliger Pumpen, Leitungen und Leuchten die Küche. Auf dem Tisch steht ein Eimer mit Blattsalat.

Zootier-Pflegemeisterin Sigrid Wewezer (56) und Steffen Thiele (19), der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, füllen Kalmare. Mit Hilfe von Spateln und Pipetten werden hier, ähnlich wie im Ozeaneum, zusätzliche Mineralstoffe, Vitamine, Jod und sogar Knoblauchsaft dazugegeben. „Durch Nahrungsergänzungsmittel gleichen wir auftretende Verluste bei gefrosteter Ware aus. Zudem wird die Verdauung bei den Tieren gefördert“, erläutert Sigrid Wewezer.

Abwechslung muss sein

„Wir setzen etwa 30 verschiedene Futterarten ein“, erläutert die Expertin. Dazu gehören Heringe und Fischfilet, verschiedene Krill-Arten, Muschelfleisch und Riesengarnelen, aber auch tierisches und pflanzliches Plankton für die Korallen und andere wirbellose Tiere. Die größte Portion erhält die 100 Kilo schwere, 53 Jahre alte Unechte Karettschildkröte: 1,5 Kilo Seelachsfilet, Hering und Tintenfisch. „Die Unechten Karetten sind mitunter etwas unleidlich. Denn sie sind Einzelgänger“, erläutert Sigrid Wewezer.

Um Futterneid zwischen den neugierigen Rückenpanzer-Trägern zu vermeiden, wählen die Tierpfleger größere Abstände an den Plätzen. „Man muss gut aufpassen, sonst ist der Finger ab“, betont Kay-Michael Hirsch (40), der heute mit Detlef Vergin (52) und Mirko Becker (47) das Team komplettiert.

Der Schwarzspitzen-Riffhai muss warten

Als das Quintett an den Rand der Anlage tritt, herrscht nicht nur im 350 000 Liter großen Becken Alarm. Auch vor den drei mal acht Meter großen Schaufenstern entsteht Trubel. Die Besucher beobachten, wie die Reptilien von rund 200 Fischen – darunter ein Schwarzspitzen-Riffhai – umkreist werden. Schnell sind Salat und Fisch sowie Kalmare verputzt. Erst dann kommt übrigens der Hai zum Zug, vorher hat er gegen die Schildkröten keine Chance.

Penne Volker

In der Satower Mosterei werden über 50 Sorten Saft aus regionalen Zutaten hergestellt. Im Herbst können auch Kunden ihre Äpfel zum Pressen bringen und so Saft aus den eigenen Früchten erhalten.

01.08.2018

Aktuelle und außergewöhnliche Motive aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Rest der Welt.

01.08.2018

Ende der Woche wird von dem beliebten Eisladen in der Mecklenburger Straße in Wismar nichts mehr übrig sein. Nach dem verheerenden Brand in der Altstadt muss er abgerissen werden.

31.07.2018