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06:00 21.04.2018
Bei der Übergabe der Zuwendung aus dem Leader-Programm der EU auf dem historischen Thingplatz in Neuburg: Jörg Böhncke und Mirko Rink vom Neuburger Thingplatz-Verein, Bürgermeisterin Heidrun Teichmann, Astrid Winkelmann vom Stalu MV und Erich Reppenhagen, EU-Beauftrager beim Landkreis Nordwestmecklenburg (v.l.)
Bei der Übergabe der Zuwendung aus dem Leader-Programm der EU auf dem historischen Thingplatz in Neuburg: Jörg Böhncke und Mirko Rink vom Neuburger Thingplatz-Verein, Bürgermeisterin Heidrun Teichmann, Astrid Winkelmann vom Stalu MV und Erich Reppenhagen, EU-Beauftrager beim Landkreis Nordwestmecklenburg (v.l.) Quelle: Michaela Krohn
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Neuburg/Kalsow

Große Freude in Neuburg und in Kalsow: In beiden Orten sind Fördermittelbescheide aus dem Leader-Programm der Europäischen Union übergeben worden, mit denen der ländliche Raum aufgewertet werden soll.

In Neuburg soll so der historische Thingplatz in der Nähe des Sportlatzes wieder hergerichtet werden. 130 000 Euro müssen dort insgesamt investiert werden, das Leader-Programm unterstützt das Projekt mit 117 000 Euro. Viel ist dort bereits geschehen. So wurden kleine Hütten und Unterstände aus Holz gebaut. Das zentrale Bauwerk für den Thingplatz fehlt allerdings noch: Der alte Aussichtsturm. „Der ist seit Anfang 1954 weg“, sagt Jört Böhncke vom Neuburger Thingplatz-Verein. Zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Mirko Rink steht er vor dem Platz, auf dem einst der Turm thronte. In der Hand halten sie eine alte Fotografie, auf der der Turm noch zu sehen ist - inklusive Hakenkreuz. „Das wurde aber erst in den 1930er-Jahren hinzugefügt. Der Turm wurde schon 1928 gebaut“, erzählt Böhncke. Nach dem Krieg haben die Neuburger dann ein Loch hineingeschlagen, um das Kreuz loszuwerden. Ein weiteres Foto von 1953 belegt, dass das Loch einfach mit einem Banner abgedeckt wurde. Doch schon ein Jahr später war vom Turm nicht mehr viel übrig. „Jeder brauchte etwas. Die Leute haben sich die Steine geholt“, berichtet Jörg Böhncke.

Nun soll der Turm neu gebaut werden. Im kommenden Jahr, wenn Neuburg 800 Jahre alt wird, soll es soweit sein. Der Thingplatz ist jetzt schon ein kleines grünes Idyll. Will man dorthin gelangen, müssen viele unebene Stufen erklommen werden. Doch der Weg lohnt sich. Die Gemeinde richtet regelmäßig Feste dort aus, zum Beispiel das Burgfest und das Herbstfeuer. „Wir wollen künftig noch mehr Veranstaltungen dort ausrichten“, sagt Bürgermeisterin Heidrun Teichmann (Linke). Zunächst soll mithilfe der Fördermittel die Treppenanlage erneuert werden. Ob die Gelder auch ausreichen, um den Turm zu bauen, wisse sie noch noch. „Der Verein macht, was er kann, in Eigenarbeit, zum Beispiel Kabel verlegen“, sagt die Bürgermeisterin, die auch im Neuburger Thingplatz-Verein aktiv ist. Alle anderen Arbeiten würden allerdings vom Amt ausgeschrieben.

Nich weit entfernt in Kalsow wurde ebenfalls eine Zuwendung aus dem Leader-Programm übergeben. Dort wird das Gutshaus Kalsow derzeit vollständig von Unternehmer Dietmar Hocke saniert. Es sollen altersgerechte Wohnungen entstehen, eine Tagespflege eingerichtet sowie Angebote für die Dorfbewohner geschaffen werden. Einen gesonderten Teil bildet die Gestaltung der Außenanlagen mit behindertengerechtem Zugang. 196 796,25 Euro sollen diese Arbeiten kosten. 99 225 Euro gibt es vom Leader-Programm dazu.

Noch ist dort vor allem eine Baustelle zu sehen. Das alte Gutshaus, das vermutlich um 1856 errichtet wurde, ist noch mit Baugerüst versehen. „Wir haben es 2015 gekauft, dann komplett entrümpelt, Brand- und Wasserschäden entdeckt. 2016 haben wir dann erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt“, berichtet Eigentümer Dietmar Hocke. Im Spätsommer sollen die Sanierungsarbeiten nun abgschlossen werden. Zusätzlich zur Sanierung wird zudem ein Erweiterungsbau hinter dem Gutshaus errichtet, der fast noch einmal so groß ist. Vor allem die Brandschutzauflagen für das alte Gutshaus haben Hocke bei der Sanierung zu schaffen gemacht. „Ich gehe aber optimistisch in die Zukunft. Das Haus soll so die nächsten 100 Jahre halten“, sagt er.

Übergeben wurden die Zuwendungsbescheide von Erich Reppenhagen, dem EU-Beauftragten des Landkreises Nordwestmecklenburg, und Astrid Winkelmann vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt. „Es sind beides tolle Projekte. Wir wollen mit dem Leader-Programm den ländlichen Raum am Leben erhalten und die Lebensqualität dort erhöhen“, sagt Erich Reppenhagen bei der Übergabe.

Michaela Krohn