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Bildergalerien Nun steht es fest: Ab 2019 kein Eintritt mehr fürs Strandbad
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05:27 03.07.2018
Tom und Marc haben Spaß im Strandbad. Ab 2019 fällt sogar der Eintritt weg. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Das Strandbad Eldena wird ab 2019 kostenfrei. Das hat die Bürgerschaft am Montagabend mit knapper Mehrheit beschlossen (21 Ja-, 19 Neinstimmen). Die neue Regelung soll vorerst für zwei Jahre gelten. SPD, Grüne und Linke machen sich bereits länger für die Abschaffung des Eintrittsgeldes stark, scheiterten zweimal mit diesem Ansinnen.

Seit Jahren kochte der Streit um den Eintritt ins Strandbad Eldena immer wieder hoch. Diesmal setzte sich das linke Bündnis durch. Ab 2019 ist das Strandbad kostenfrei. Doch wie hoch steigen nun die Kosten für den städtischen Haushalt?

„Das ist auch für die touristische Entwicklung der Stadt wichtig. Immer wieder stehen Touristen fassungslos vor dem Strandbad, weil sie für einen Blick über den Deich Eintritt zahlen sollen“, sagt Andreas Kerath, der Fraktionsvorsitzende der SPD. Er betont außerdem den sozialen Aspekt. „Jeder soll das Strandbad besuchen dürfen, unabhängig vom Geldbeutel.“

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OB Stefan Fassbinder (Grüne) hatte die Beschlussvorlage eingebracht, weil eine Prüfung des Rechtsamtes ergeben hatte, dass die Weiterbetreibung des Strandbades durch die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung mbH Greifswald (ABS) unzulässig ist. Die Abschaffung der Eintrittsgelder ist hierbei also nur ein Nebenaspekt.

Aus Sicht der Verwaltung sei es wettbewerbsverzerrend, dass die ABS das Strandbad mit Ein-Euro-Jobbern und Kombilohnkräften betreibt. „In Stralsund wird es genauso gemacht. Warum ist es dort rechtlich in Ordnung“, fragt das Bürgerschaftsmitglied Ludwig Spring (Bürgerliste). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild sieht das pragmatisch: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“ Seine Fraktion sorgt sich auch um Sicherheit und Sauberkeit in einem kostenfreien Strandbad. „Klar kann auch mehr Müll entstehen, wenn das Strandbad intensiver genutzt wird“, sagt Alexander Krüger Fraktionschef von Grüne/Forum 17.4. „Dann muss die Stadt dort für Ordnung und Sauberkeit sorgen.“

Nach Planungen der Verwaltung wird ab 2019 ein Strandbadleiter mit 30 Arbeitsstunden pro Woche eingestellt. Einzelne Leistungen, wie beispielsweise Reinigung des Strandes, Betreibung des Kioskes, Vermietung von Strandkörben oder Wachschutz sollen ausgeschrieben werden. Durch den Wechsel von der ABS zur Stadt als Betreiber und den Wegfall der Eintrittsgelder steigen die Kosten für die Stadt von aktuell 35.000 Euro auf 100.000 Euro pro Jahr.

Degrassi Katharina