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Bildergalerien Wismar zeigt seine Schätze beim Hansetag
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21:49 24.06.2018
Peter Wermke von den Wismarer Numismatikern zeigt eine frisch geprägte Münze auf dem Hansetag in Rostock. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar/Rostock

Peter Wermke holt einmal tief aus, um das Rad der Spindelpresse zu drehen. Mit der eindrucksvollen historischen Maschine wird er gleich eine Münze prägen – vor den Augen neugieriger Zuschauer mitten auf dem Marktplatz in Rostock. Wermke gehört zu den Wismarer Numismatikern, die somit auch die Stadt Wismar beim 38. Internationalen Hansetag in Rostock präsentieren.

Münzpräger aus Wismar beeindrucken Besucher beim 38. Internationalen Hansetag in Rostock. Wismarer präsentieren zudem Musik, Kunst und typische Waren aus der Hansezeit.

Jedes Jahr begeht der Städtebund „Die Hanse“ in einer der 190 Mitgliedsstädte den Internationalen Hansetag. Rund 2000 Delegierte, Kulturschaffende und Markttreibende aus 16 europäischen Ländern waren beim 38. Hansetag in Rostock dabei. Rund 500 000 Besucher sind nach Rostock gekommen, um sich das Treiben anzuschauen. Viele Hansestädte hatten besondere Attraktionen mit nach Rostock gebracht. So waren auf dem Neuen Markt unter anderem Seilmacher, eine finnische Sauna oder Salzhersteller zu sehen – und eben auch die Wismarer Numismatiker.

Wismarer prägen Sondermünze für den Hansetag

Die haben für den Hansetag sogar eine Sondermünze mit dem Logo der Veranstaltung geprägt. Und das Prägen der Münzen ist ein echter Knochenjob. „Die Spindelpresse – auch Balancier genannt – ist die zweite Maschine weltweit, die gebaut wurde, um Münzen zu prägen“, erklärt Peter Wermke aus Wismar. Wie sie genau funktioniert, führt er – gekleidet im historischen Gewand – mitten auf dem Marktplatz vor. Dafür holt er zunächst den Münzrohling aus einer Dose hervor. Das Zinnstück ist noch ganz blank. Dann legt ihn Peter Wermke vorsichtig in den sogenannten Unterstempel, obendrauf kommt der Oberstempel. „Machen Sie bitte ein bisschen Platz“, sagt Wermke zu den umstehenden Schaulustigen. Denn um das Rad der Spindelpresse zu drehen, muss er ausholen. Langsam schraubt sich die Presse auf den Zinnrohling. Der Wismarer Münzpräger schaut dann einmal nach. „Reicht noch nicht ganz, ich muss nochmal drehen“, sagt er. Nach der zweiten Runde ist es dann geschafft. Heraus kommt eine silbern glänzende Münze mit der typischen Kogge des Hansetages.

Übrigens: Die erste Maschine, die gebaut wurde, um Münzen zu prägen, ist der Fallhammer. Auch den haben die Wismarer Numismatiker mit nach Rostock gebracht. „Wenn ich den bediene, stehen alle still“, berichtet Peter Wermke schmunzelnd. Denn das Gerät macht ordentlich Krach. Immerhin: Es hat eine Aufschlagskraft von rund 20 000 Tonnen. Die Münze, die unter dem Hammer liegt, kann so in ein bis zwei Stößen geprägt werden. „Jede Münze ist ein Unikat“, betont Wermke zudem. Denn es könne immer mal sein, dass sich ein Staubkorn auf den Rohling legt oder sie nicht ganz gerade im Stempel liegt. Das Interesse an den Numismatikern aus Mecklenburg-Vorpommerns westlichster Hansestadt war jedenfalls groß. „Vor allem Sonnabend waren sehr viele Besucher da“, berichtet der Münzpräger.

Studenten der Hochschule stellen Schwedenkopf aus

Weitere Spuren aus der Wismarer Hansezeit haben sich beim Hansetag unter anderem im Rostocker Stadthafen gefunden. Dort lag die Poeler Kogge „Wissemara“ (die OZ berichtete). Sie hatte sich bereits in der vergangenen Woche auf den Weg gemacht, um Wismarer Waren nach Rostock zu verschiffen.

In der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) wurde zudem während des Hansetages die Internationale Hanse-Ausstellung eröffnet. Dort wurden Bilder, Skulpturen und Objekte gezeigt. Wismars Beitrag war ein überdimensional großer Schwedenkopf. Daniela Malchow und Christoph Meyer, Absolventen der Hochschule Wismar, haben den 1,20 Meter hohen Kopf, auf dem eine Landkarte zu sehen ist, aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt. Im Foyer vor dem Katharinensaal der HMT steht das Kunstwerk unter anderem in Gesellschaft des Wesel- Esels und eines Wolfes aus der Prignitz. In jedem Fall gehört der Wismarer Schwedenkopf zu den größten Exponaten.

Musikalische Beiträge aus Wismar gab es beim Hansetag in Rostock auch: So standen Auftritte der Band „Ray D.O.“ und dem Shantychor „Blänke“ auf dem Programm.2019 findet der Hansetag übrigens im ostrussischen Pskow statt.

Michaela Krohn

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