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Bildergalerien Wismarer Seehafen im Wandel
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07:00 20.04.2018
Rund 7,1 Millionen Tonnen wurden im letzten Jahr im Seehafen Wismar umgeschlagen.
Rund 7,1 Millionen Tonnen wurden im letzten Jahr im Seehafen Wismar umgeschlagen. Quelle: Hoffmann Heiko
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Wismar

Säcke werden im Seehafen nur noch auf alten Fotos geschleppt. Kräne bestimmen den Alltag. Personelchef Jan Kelling spricht von Industrie 4.0 und sagt: „Wir treiben die Digitalisierung voran. Die Ausrüstung mit Tablets und Scannern sowie die Einführung von Apps für Kunden und die Vernetzung von Prozessabläufen sind nur einige Beispiele.“

Am Tag der Logistik hat sich der Seehafen als modernes Unternehmen präsentiert. Säcke schleppen war gestern, die Zukunft heißt Digitalisierung.

Am Tag der Logistik hat sich der Seehafen - etwa so groß wie 92 Fußballfelder - als modernes Unternehmen präsentiert. Schüler der Claus-Jesup-Förderschule, der Goethe-Gesamtschule und einige Interessierte konnten sich ein Bild verschaffen. Vom Tagesgeschäft und vom Wandel. Tagesgeschäft bedeutet den Umschlag von gut sieben Millionen Tonnen jährlich. Vor allem Holz- und Forstprodukte, aber zum Beispiel auch Agrarprodukte, Schrott, Baustoffe und Salze. Wandel heißt Digitalisierung. Jüngstes Beispiel ist das voll automatisierte Tor bei der Zufahrt in den Seehafen vom Haffeld aus.

Aktuell zählt der Seehafen 176 Mitarbeiter, davon zehn Azubis. Ausgebildet werden Fachkräfte für Hafenlogistik. Marius Bonk weiß noch nicht so recht, was er später machen möchte. Doch was er vom Seehafen sieht, begeistert den Neuntklässler der Goetheschule. „Das ist echt interessant.“ Dass er auf einen Kran klettern und Hebel in einigen Metern Höhe bedienen kann, findet der 15-Jährige cool. „Das ist schon eine Hausnummer, wenn man sieht,  in welcher Höhe man plötzlich ist.“

Bewerbermangel hat der Seehafen derzeit nicht. Zuletzt kamen auf vier Plätze 30 Bewerber. Personalchef Kelling gibt den jungen Leuten einige Tipps mit auf den Weg. Früh bewerben und er achtet auf Fehltage und auch auf die Kopfnoten. Lehrerin Christine Schäfer freut sich, dass Schüler einen Einblick in die Praxis bekommen haben. Der Seehafen ist erst seit wenigen Monaten der Partnerbetrieb der Goethe-Gesamtschule. Auch mit der Werft besteht eine Partnerschaft. „Der Seehafen hilft uns und wir hoffentlich auch unserem Partnerbetrieb“, denkt Christine Schäfer nicht nur an den künftigen Berufsnachwuchs. Der Chor der Schule könnte auch in den Unternehmen bei bestimmten Anlässen auftreten.

Größtes aktuelles Projekt im Seehafen ist eine Erweiterungsfläche. Rund 45000 Quadratmeter wurden dem Wasser abgerungen. Rund 33 Millionen Euro kostet das Vorhaben, an dem sich Bund und Land mit 22 Millionen Euro beteiligen. Ende des Jahres soll die Fläche zur Verfügung stehen. Logistische Herausforderungen sind für den Seehafen im Zusammenhang mit der Unterführung in der Poeler Straße verbunden. Der laufende Betrieb soll möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Trotz moderner Logistik geht es - zum Glück - nicht ohne Menschen. Der Tag der Logistik wurde am Mittwoch mit einer Aktion für Berufskraftfahrer eingeläutet. Für diese Logistikhelden gab es ganztägig Franzbrötchen und Kaffee. Jan Kelling: „Es ist gut, dieser Berufsgruppe zu danken, gemeckert wird ja genug.“

Hoffmann Heiko