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Deine Tierwelt Wenn Pfiffi Pulli trägt: Diese Hunde in MV sind warm eingepackt beim Gassigehen
Mehr Deine Tierwelt Wenn Pfiffi Pulli trägt: Diese Hunde in MV sind warm eingepackt beim Gassigehen
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Nadja Kelber aus Rostock und ihre Vierbeiner Nikki und Wiebke Quelle: Luisa Schröder
Rostock

Ob Wintermantel mit Fellkragen, Regenjacke, Glitzerhalsband oder Schühchen: Der Hund von heute hat die Wahl und geht mit der Mode – wie damals schon im 19. Jahrhundert. Paris war das Zentrum der Hundebekleidung und Accessoires. In adeligen Kreisen war es üblich, Hunden feine Seidenbänder anzulegen. Die Vierbeiner trugen echte Pelze oder Badekostüme. Bei Hochzeiten erschienen sie sogar im feinen Hunde-Zwirn und Seiden-Schühchen.

Schaut man sich hierzulande um, wird deutlich: Hier herrscht eher Pragmatismus. Kein Prunk, so wie in der Antike. Dort hüllten die reichen Damen ihre Kleinhunde in edle Tücher, um sie vor der Kälte zu schützen. Heute gibt es dafür Pullover und Parkas. Besonders in der kalten Zeit schwören viele Hundehalter auf die trendigen Bekleidungsstücke für ihre kleinen Vierbeiner.

Auch Hundehalterin Nadja Kelber aus Rostock zieht ihren Hunden etwas Wärmendes an, wenn es regnet, kalt oder windig ist. Die 20-Jährige hat für ihre braunen Jack-Russell-Mischlinge stets das passende Outfit parat. „Beiden fehlt leider Fell am Bauch, deshalb frieren sie schnell.“ Anfangs fand die vierjährige Wiebke das Anziehen etwas nervig, doch mittlerweile sei es nicht mehr schlimm. Nikki, der erst seit zwei Wochen zur Familie gehört, gewöhne sich auch langsam an das Tragen der Outfits, erzählt Nadja, die beide Hunde aus einer spanischen Tötungsstation gerettet hat.

Hundekleidung shoppt sie bei Discountern wie Kik, im Internet oder auf Hundemessen. Die Auswahl für kleine Hunde sei groß und vielfältig. „Im Einzelhandel für Tierbedarf gibt es natürlich auch Sachen, doch die sind mir zu teuer“, erzählt die Chemiestudentin, die zwischen fünf und 15 Euro pro Kleidungsstück ausgibt.

Wärmende Kleidung schützt vor Krankheiten

Lordy hat Arthrose in der Hüfte und Spondylose. Daher ist es wichtig, dass sie bei winterlichen Temperaturen ein Mäntelchen trägt. Quelle: Luisa Schröder

Diese Meinung teilt auch die Studentin Nadja. Für sie steht der praktische Nutzen im Vordergrund, weniger die Optik. „Natürlich sollte der Hunde-Pulli nicht total hässlich aussehen, aber wichtiger ist, dass es zweckmäßig ist.“ Vermissen tut sie trotzdem individuelle Läden in Rostock, in denen man auch mal etwas Außergewöhnliches findet.

Apropos: Die ersten „Hunde-Ateliers“ wurden im 19. Jahrhundert in Paris eröffnet. Dort wurden maßgeschneiderte Hundeanzüge designt.

Für den Jack-Russel-Mischling Wiebke sollte es ein Weihnachtsanzug sein. Nicht mal online hatte Frauchen Nadja etwas Passendes gefunden. Deshalb entwarf sie kurzerhand selbst einen Anzug und schneiderte es ihrem Hund auf den Leib. Entstanden ist ein dunkelroter Satin-Pullover mit viel weißem Plüsch. „Das habe ich extra für ein Shooting zu Weihnachten designt, das Foto habe ich auf den Adventskalender drucken lassen und verschenkt“, sagt die 20-Jährige stolz. Damit sie die passende Größe nähen konnte, nahm sie die Maße des Rückens, sowie des Hals- und Brustumfangs.

Eigens gefertigte Hundekleidung für die Vierbeiner

Maddox, der treue Begleiter der Rostockerin Lisa Klante, durfte sich auch schon über ein speziell für ihn gefertigten Pullover freuen. Gestrickt von Lisas Mutter. Den roten Pulli muss die zwölfjährige französische Bulldogge seit Kurzem tragen, wenn es nach draußen geht. Bei Maddox wächst das Fell am ganzen Körper nicht mehr nach. „Er zittert richtig, wenn wir Gassi gehen“, erzählt die 34-Jährige. Sonst brauchte Maddox keinen Wärmeschutz, doch nun geht es nicht mehr ohne – altersbedingt. „Er freut sich jedes Mal, wenn ich ihm den Pulli überziehe.“

Das Problem mit dem fehlenden Fell kennt Anne-Marie Gäth nur zu gut. Bei ihrem Schätzchen wächst das Unterfell nicht mehr. Die zehnjährige Bourdeaux-Dogge trägt schon seit mehr als drei Jahren eine Jacke.

Lordy hat Arthrose in der Hüfte und Spondylose. Dadurch sind die Wirbelknochen hinten steif“, erklärt Anne-Marie. Damit sie auch bei Regen und Kälte aus dem Haus kann, ist Schutz-Kleidung für ihren Hund unverzichtbar. Bei Lordy wurden vier Tumore diagnostiziert und auch ihr Immunsystem sei stark angeschlagen. „Mit der Jacke fühlt sie sich wohl. Sie soll sich einfach nicht erkälten“, sagt die Rostockerin, die gerne mal modische Klamotten kaufen würde. Denn im Vergleich zu kleinen Hunden ist die Auswahl an Hunde-Kleidung für große, stabile Tiere nicht sehr üppig. „Ich finde, es sieht schon süß aus, wenn die Outfits von Hund und Herrchen aufeinander abgestimmt sind.“ Zumal Jacken und Pullover für größere Vierbeiner auch recht teuer sind. Die im Internet gekaufte Jacke liegt bei knapp 90 Euro für Lordy.

Krümel, das 30-Jährige Shetlandpony aus Fresendorf bei Rostock,trägt ständig eine Jacke Quelle: Luisa Schröder

Für noch größere Vierbeiner gibt es auch Kleidungsstücke. Beispielsweise trägt Krümel, das 30-Jährige Shetlandpony ständig eine Jacke. Die Jacke soll einer Erkältung vorbeugen und selbstverständlich wärmen. Denn Krümel hat in den letzten Jahren stark abgebaut. Ihre Knochen gucken an den Hüften raus, das Fell fehlt dort auch wieder. Ähnlich geht es der 14 Jahre alten Püppi. Die Trankener Stute verfügt über wenig Unterfell. Wenn es zu windig und kalt ist, zittert sie. Das Pflegepferd von Anne-Marie kann sich nicht mehr selbst wärmen, wie andere Pferde, die dickeres Fell haben, erklärt sie. Jedes Wochenende besucht sie ihr Pflegepferd in Fresendorf bei Rostock und kümmert sich.

Luisa Schröder

Grisu ist eine fünfjährige Katze aus Greifswald, die seit Anfang des Jahres auf der Social Media Seite Instagram zu sehen ist. Es werden Fotos und Videos aus dem Alltag der Katze geteilt.

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