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Deine Tierwelt Wildschweine in Wismar: Stadt prüft, ob Tiere geschossen werden können
Mehr Deine Tierwelt Wildschweine in Wismar: Stadt prüft, ob Tiere geschossen werden können
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14:30 20.08.2019
Norbert Müller steht vor seinem Garten, der heute Nacht von Wildschweinen umgewühlt wurde. Quelle: Lena Isenberg
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Wismar

Norbert Müller ist fassungslos. Er steht aufgebracht in seinem Garten in der Poeler Straße und schaut sich die Wildschweinschäden an, die in der Nacht entstanden sind. „Ich habe acht Wildschweine durch das Fenster gesehen. Es müssen ungefähr zwei Bachen und sechs Frischlinge gewesen sein“, sagt der Bewohner an der Poeler Straße. Schon über Jahre kommen die Wildschweine immer wieder in die Gärten der Poeler Straße. Die Tiere halten die Bewohner dort schon lange in Atem. „Aber noch nie haben sie so einen großen Schaden angerichtet wie jetzt“, sagt Norbert Müller. Die Wildschweine würden dort immer zwischen halb drei und halb fünf Uhr morgens im Vorgarten wühlen.

Die Wildschweine sind nachts sehr dicht an den Wohnhäusern in der Poeler Straße. Quelle: Lena Isenberg

Verängstigt durch die Wildschweine

Er ist froh, dass die Wildschweine sein Gemüsebeet noch nicht umgegraben haben, ärgert sich dennoch sehr über die Schäden auf seinem Rasen. Eine ganze Fläche ist von den Wildschweinen umgegraben worden. Auch ein Rasenstück – nicht mal einen Meter entfernt von den parkenden Autos – wurde umgewühlt. „Meine Frau muss jeden morgen um halb fünf aus dem Haus. Sie ist verängstigt durch die Wildschweine und schaut immer um die Ecke, um zu sehen, ob sich irgendwo die Tiere in der Nähe aufhalten.“, sagt Norbert Müller.

Zäune sollen vor Wildschweinen schützen

Auch eine Nachbarin von nebenan schaut sich den Rasen in ihrem Vorgarten an. „Das waren die Wildschweine heute Nacht. Das sieht ja aus“, ruft die ältere Dame über den Gartenzaun. Die Stadtverwaltung rät Betroffenen, ihre Grundstücke mit entsprechenden Zäune zu schützen. „Das macht die Stadt im Stadion im Übrigen auch. Dort wird auch ein Zaun gezogen, weil Wildschweine die neu angelegte Spielfläche aufsuchten“, sagt Marco Trunk, der Sprecher der Hansestadt Wismar.

Norbert Müller hat die Zäune um seinen Garten repariert. „Jetzt kommen die Tiere hinten herum über den Fußgängerweg in den Garten. Vergrämungsmittel habe ich auch ausprobiert, aber der Gestank zog bis in unsere Wohnung. Das war nicht zum Aushalten“, sagt er.

„Ob geschossen werden kann, wird derzeit geprüft“

In der Poeler Straße wühlen die Wildschweine zwischen Fahrbahn und Radweg den Grünstreifen um. Quelle: Lena Isenberg

Bereits zu Beginn des Jahres war ein Modellprojekt der Universität Rostock aus dem Jahre 2012 auch in Wismar im Gespräch. Mitarbeiter untersuchten damals mithilfe von Ohr- und Halsbandsendern die Bewegungsmuster der Wildschweine rund um den Rostocker Stadtteil Markgrafenheide. Daran sehen sie, wo sich Rotten aufhalten und wo sie fressen. Die Auswertung ergab, dass die alten Bachen ihren Jungen beibringen, wo es die besten Futterplätze gibt. Wenn diese Futterstellen in einer Wohnsiedlung liegen, ist Ärger programmiert. Deshalb werden die älteren Bachen gezielt abgeschossen.

Die Wismarer Stadtverwaltung hat auch Kontakt zum Kleingartenverband aufgenommen, da sich auch in den Anlagen immer wieder Wildschweine tummeln. Gerade die unbewirtschafteten Gärten seien laut Verwaltung eine ideale Nahrungsquelle für die Wildtiere. „Im Bereich Kuhweide wollen wir intensiver Mähen, um den Wildschweinen den Lebensraum zu verringern. Ob dort geschossen werden kann wird derzeit geprüft“, sagt Stadtsprecher Marco Trunk.

Norbert Müller hingegen ist weiter besorgt: „Jetzt waren die Wildschweine auch schon auf der Hauptstraße und haben den Grünstreifen teilweise umgewühlt.“ Er wünscht sich, dass nun endlich Maßnahmen ergriffen werden, um die Tiere fern der Wohnsiedlung zu halten.

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Von Lena Isenberg

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