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Essen und Trinken Von Handwerk und Hochprozentern: Trend zu Craft-Spirituosen
Mehr Essen und Trinken Von Handwerk und Hochprozentern: Trend zu Craft-Spirituosen
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10:22 23.02.2018
Destillateurmeisterin Nina Lang steht mit einer frisch gezogenen Qualitätsprobe zwischen alten Eichenfässern im Keller der Brennerei.
Destillateurmeisterin Nina Lang steht mit einer frisch gezogenen Qualitätsprobe zwischen alten Eichenfässern im Keller der Brennerei. Quelle: Boris Roessler
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Schlitz

Alkohol am Arbeitsplatz - für Nina Lang ganz normal. Die junge Frau trinkt von Beruf wegen regelmäßig. Mit einer Pipette und einem Glas ausgestattet steigt sie in den Lagerkeller hinab und zapft aus schweren Holzfässern Kostproben.

Sieben Schritte der Spirituosen-Herstellung

Das Verfahren zur Spirituosenherstellung umfasst vereinfacht gesagt sieben Schritte:

1. Annahme der gelieferten Rohstoffe, Qualitätskontrolle, Lagerung

2. Verarbeitung zur Maische

3. Vergärung des Zuckers in der Maische zum Alkohol

4. Brennen der Maische

5. Lagerung des Destillats zur Reifung

6. Verdünnen auf Trinkstärke und Filtrierung

7. Abfüllen und Vertrieb

Schlitzer Destillerie
Craft-Spirituosen

„Wir liefern nicht für den Massenmarkt, sondern konzentrieren uns auf unsere Stärken: handwerklich hergestellte Spirituosen mit hoher Qualität und Glaubwürdigkeit“, sagt Geschäftsführer Tobias Wiedelbach.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht ebenfalls den Trend. „In zunehmendem Maße treten handwerklich hergestellte Spirituosen in Erscheinung“, erklärt GfK-Spirituosen-Experte André Beron. „Gerade bei den Hochprozentern ist eine gesteigerte Orientierung der Verbraucher an Wertigkeit zu erkennen.“ Der Mengenkonsum trete zunehmend in den Hintergrund. „Eine Entwicklung, die auch in den nächsten Jahren die Spirituosen-Nachfrage kennzeichnen dürfte.“ Mehr Klasse als Masse ist also gefragt. Die Kundschaft sei durchaus gewillt, für bessere Qualität ein paar Euro mehr auszugeben.

Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure

Die Schlitzer Destillerie, die gar nicht so viel und günstig produzieren kann wie die Platzhirsche der Branche, hat aus der Not eine Tugend gemacht. „Bei uns entscheidet der gute Geschmack und die Erfahrung des Brennermeisters, wie unsere Erzeugnisse munden - und nicht Maschineneinstellungen in der industriellen Fertigung“, erklärt Wiedelbach. Zudem könne die Destillerie viel schneller auf Trends reagieren als die großen Tanker. „In sechs bis zwölf Monaten können wir ein neues Produkt liefern“, sagt der Geschäftsführer.

Schlitzer hat rund 50 Produkte im Portfolio, darunter auch prämierten Whiskey und natürlich auch einen Gin. Der Wacholder-Schnaps hat sich zum beliebten Szene-Getränk gemausert. Die Schlitzer setzen darauf, dass als nächstes Korn groß herauskommt. „Wir sind überzeugt, dass Korn einen neuen Hype bringt. Wir haben schon etliche Fässer eingelagert“, sagt Wiedelbach. Der ur-deutsche und mehr als 500 Jahre alte Schnaps könne je nach Fasslagerung unterschiedlich schmecken. „Korn kann sehr variantenreich sein. Man kann ihn natürlich pur trinken. Oder auch mit speziellem Tonic Water kombinieren.“

Von hochwertigem Korn als Mode-Getränk ist auch der Branchen-Riese Berentzen überzeugt. Der Getränkehersteller aus dem Emsland hat nun einen Premium-Doppelkorn im Repertoire. „Wir sehen den Crafted-Korn absolut als aufkeimenden Trend“, sagte Vorstand Oliver Schwegmann.

dpa

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