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00:00 16.12.2017
Nicole Burmeister, Beraterin im Pflegestützpunkt Vorpommern-Rügen.
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Die Pflegestützpunkte sind erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflege. Was wollen die Menschen wissen?

Nicole Burmeister: Wir sind nicht nur eine Anlaufstelle für Ältere, sondern auch für Eltern pflegebedürftiger Kinder. Die Fragen sind ganz vielfältig, reichen vom Pflegegrad und den Leistungen, die man in Anspruch nehmen kann, über die Sicherstellung der häuslichen Pflege oder die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises bis zur Vorsorgevollmacht.

Einer Greifswalder Seniorin ging es darum, dass sie sich mit der Pflege ihres Ehemannes überfordert gefühlt hat. Sie wollte ihn in ein Heim geben, obwohl er es ablehnt. Wie können Sie in solchen Fällen helfen?

Burmeister: Vor allem versuchen wir, die zahlreichen Möglichkeiten zur Verbesserung der häuslichen Pflege aufzuzeigen. Immer ganz individuell. Zum Beispiel die Krankenpflege, die Einbeziehung eines Pflegedienstes, der auch mehrmals am Tag kommen kann, Tagespflege, Essen auf Rädern, Betreuungs- und Entlastungsangebote, Hausnotruf oder die Vermittlung von ehrenamtlichen Helfern, die den Betroffenen vorlesen oder mit ihnen spazieren gehen. Eine Alternative zum Heim sind auch das Betreute Wohnen oder Wohngruppen.

Welche Kriterien müssen vorliegen, damit Sie empfehlen, eine Entmündigung in die Wege zu leiten?

Burmeister: Eine Entmündigung gibt es nicht mehr. Zum 1. Januar 1992 trat das Betreuungsrecht in Kraft. Die Betreuung als Rechtsfürsorge zum Wohl der betroffenen Menschen ist an die Stelle von Entmündigung, Vormundschaft für Erwachsene und Gebrechlichkeitspflegschaft getreten. Eine gesetzliche Betreuung kommt aber nur in Frage, wenn der Betroffene seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr regeln kann. Voraussetzung sind psychische Erkrankungen, körperliche, seelische oder geistige Behinderungen und wenn es keine Vorsorgevollmacht gibt und somit kein Bevollmächtigter zur Verfügung steht. Das Allerwichtigste: Das Wohl des Betroffenen steht immer im Vordergrund.

In welchen Fällen kommen Sie zu den Hilfesuchenden nach Hause?

Burmeister: Auch wenn der Hilfesuchende im letzten Dorf wohnt. Wenn er es wünscht, kommen wir in jedem Fall zu ihm nach Hause.

Wie viele Personen beraten Sie im Schnitt monatlich?

Burmeister: Pro Monat sind es zwischen 150 und 200 Hilfesuchende.

OZ

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