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Finanzen Please leave! Deutsche Wirtschaft verliert Geduld mit wankelmütigen Briten
Mehr Finanzen Please leave! Deutsche Wirtschaft verliert Geduld mit wankelmütigen Briten
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20:06 22.03.2019
Früherer UKIP-Chef und Brexit-Befürworter Nigel Farage: Der Ball bleibt im britischen Feld. Quelle: Christopher Furlong/Getty
Berlin

Die deutsche Wirtschaft hat mit Ungeduld auf die erneute Verlängerung des Brexit-Dramas reagiert. „Die Hängepartie geht weiter. Mit der Fristverlängerung setzt sich die quälende Unsicherheit für die Unternehmen fort“, klagt Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der deutschen Industrie (BDI). Ob die Fristverlängerung tatsächlich zu einem geordnetem Ausstieg führe, sei „mehr als unsicher“ so Lang weiter. Der Ball bleibe im britischen Feld.

„Das Parlament in London sollte die Alternativen abwägen und das Austrittsabkommen annehmen“, forderte der Industrievertreter. Es müsse nun bald zu einer echten Lösung der Probleme kommen.

„Unsere Unternehmen brauchen Klarheit. Dafür muss die britische Politik den Brexit-Prozess schnellstmöglich abschließen“, forderte Lang. Schließlich müsse Europa dich auch um andere Dinge kümmern als nur um den Ausstieg der Briten.

Wirtschaft will keine weiteren Zugeständnisse für Briten

Auch beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist man mit der aktuellen Situation nicht glücklich. „Die Verschiebung des Austrittsdatums um erst mal zwei Wochen verschafft der Wirtschaft einen Moment zum Durchpusten, mehr aber nicht“, erklärte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Das Grundproblem dass das englische Parlament der Austrittsvereinbarung zustimmen müsse, sei nach wie vor nicht geklärt.

Schweitzer lobte die Positionierung der EU, die auf einer Zustimmung des britischen Unterhauses zum ausgehandelten Deal besteht, bevor die Austrittsfrist um weitere fünf Wochen verlängert wird. „Wie wir aus unseren Umfragen wissen, ist selbst einer Mehrheit der direkt betroffenen Unternehmen eine klare Position gegenüber den ausstiegswilligen Briten lieber als weitere Zugeständnisse“, sagte der DIHK-Präsident.

Unternehmen sollen sich auf harten Brexit vorbereiten

Allersdings sei die Gefahr eines harten Brexit nach wie vor hoch. „Ich rate meinen Unternehmerkollegen, sich hierauf weiterhin vorzubereiten“, sagte Schweitzer, der auch Chef des Berliner Recyclingunternehmens Alba ist.

Verlässt Großbritannien die EU, wird sich der Negativ-Trend für die Wirtschaft nach Einschätzung des DIHK fortsetzen: Der Binnenmarkt, das Herzstück der Europäischen Union, wird von 513 Millionen Einwohnern auf 446 schrumpfen, das BIP verringert sich von 15,4 auf 13 Billionen Euro, rechnete Schweitzer vor.

„Wickeln die EU-Länder derzeit noch 64 Prozent ihres weltweiten Handels untereinander ab, werden es nach dem Brexit noch 60 Prozent sein. Für die deutsche Wirtschaft gibt es deshalb keinen Zweifel: Brüssel muss in den Brexit-Verhandlungen die vier Freiheiten des Binnenmarkts verteidigen. Nachahmungseffekte anderer Mitgliedsstaaten müssen in jeden Fall vermieden werden.“

Von Andreas Niesmann/RND

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