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Mads – Medien an der Schule Titandioxid macht alles so schön weiß
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Eine Minute Chemie: Titandioxid

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15:34 20.01.2020
Der Puderzucker auf der Waffel ist so strahlend weiß, weil er unter anderem Titandioxid enthält. Quelle: Achim Scheidemann / dpa
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Rostock

Damit Puderzucker noch weißer als weiß wirkt, enthält er Titandioxid. TiO2 kommt in Hunderten Produkten vor: in Farben und Lacken, in Kaugummiüberzügen und Zahnpasta, in Porzellan und Cremes. „In pigmentierter Form ist Titandioxid unter anderem in Fleisch zu finden. Obst wird zum Teil mit Partikeln der Substanz überzogen, um die Farbe und die Konsistenz zu verbessern“, sagt Juliana Zeidler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie der Uni Rostock.

Bekannt ist die anorganische Verbindung im Lebensmittelbereich unter der Bezeichnung E 171. Im Kosmetikbereich unter C 77891. Beliebt ist der Zusatzstoff, der künstlich hergestellt oder aus Erzen gewonnen wird, wegen seines hohen Deck- und Aufhellungsvermögens und seiner Beständigkeit. Umstritten ist seine Wirkung, wenn er in Nanogröße aufgenommen wird, da der Stoff mit Zellen reagieren kann.

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Chemikerin Juliana Zeidler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock. Quelle: Franziska Burzlaff

„In Frankreich wurde Titandioxid gerade für ein Jahr verboten, weil es die Gesundheit gefährden könnte“, berichtet die Chemikerin. Allerdings fehlten Beweise dafür, die Studien seien teilweise fraglich und bezögen sich nur auf Ratten und Mäuse mit denen die Tests durchgeführt wurden. „In Lebensmitteln ist der Zusatz unbedenklich, sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung“, weiß die Wissenschaftlerin. Interessanter sei nach ihrer Auffassung vielmehr die Frage, wie Titandioxid mit anderen Zusatz- und Konservierungsstoffen in der Nahrung reagiert und wie sich das dann auf den Menschen auswirkt.

Von Klaus Amberger