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Meinung Deponie Ihlenberg: Das stinkt zum Himmel!
Mehr Meinung Deponie Ihlenberg: Das stinkt zum Himmel!
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13:52 21.11.2018
Kommentar von OZ-Redakteur Thomas Luczak zur Deponie Ihlenberg. Quelle: Montage: Benjamin Barz
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Selmsdorf

Es stinkt zum Himmel: Seit 1979 wurden in der Deponie Ihlenberg bei Selmsdorf 19 Millionen Kubikmeter Hausmüll und Industrierückstände, darunter hochgiftige Filterstäube, abgelagert. Jetzt verunsichern nicht nur Informationen über schlecht überprüfte Giftmülltransporte, die die zulässigen Grenzwerte zum Teil um ein Vielfaches überschreiten. Sondern auch ein Minister, der angibt, die Transporte quer durch Europa gestoppt zu haben, und auf genaue Nachfrage zurückrudert. Sowie eine Geschäftsleitung, die sich nicht äußern darf.

All das hat das ohnehin angeschlagene Vertrauen in die landeseigene Deponie schwer erschüttert. Anwohner und Umweltschützer befürchten, dass sie jahrzehntelang mit Halbwahrheiten abgespeist wurden. Dass Kommerz über Umweltschutz ging – und geht. Dass Giftstoffe ins Grundwasser gelangen und das Trinkwasser belasten könnten.

Das unprofessionelle Krisenmanagement der letzten Tage lässt befürchten, dass diese Furcht nicht unbegründet ist. Es höchste Zeit, die Vorgänge zu überprüfen. Das hat nun auch die Landesregierung erkannt und setzt einen Sonderbeauftragten ein. Doch Ziel muss sein, die Müllimporte so bald wie möglich komplett zu stoppen.

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Thomas Luczak