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Kommentar Da freut sich auch der Staat
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19:10 25.02.2019
Thoralf Cleven kommentiert die Makler-Courtage. Quelle: OZ-Archiv
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Rostock

In der Immobilienbranche ist der Grundsatz, wer etwas bestellt, der bezahlt auch, teilweise noch immer außer Kraft gesetzt. Es ist löblich, dass Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) die Praxis bei Käufen und Verkäufen nun umdrehen will. Für den Vermietungsbereich gilt das sogenannte Bestellerprinzip bereits länger. Und alle Seiten haben sich damit arrangiert.

Die Makler-Courtage von bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises ist für Käufer tatsächlich ein ordentlicher Batzen Geld. Doch wer seine Traumwohnung in seiner Traumlage nach Jahren des Suchens endlich findet – der nimmt das in Kauf. Und ohne sich dabei zu weit aus dem Fenster zu lehnen, kann getrost vermutet werden: Das wird auch bei Anwendung des Bestellerprinzips auf den Kaufbereich so bleiben. Denn wie soll realistisch verhindert werden, dass die Courtage verdeckt Teil des Kaufpreises ist? Dann zahlt der Käufer nicht nur die Vermittlungsgebühr, sondern auch Grunderwerbssteuer auf den höheren Kaufpreis. Das wiederum freut auch den Staat, der hierbei gern die Hand offen hält.

Thoralf Cleven