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20:10 04.06.2019
Frank Pubantz Quelle: Frank Söllner/dpa
Rostock

Was für eine Nachricht für ein Tourismusland: In der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern sind weit mehr Flächen mit Kampfmitteln aus Kriegen und militärischer Nutzung belastet als bisher bekannt. Dabei geht es aber nicht um ein paar Buchten, sondern um insgesamt 15 000 Quadratkilometer. Das entspricht etwa zwei Dritteln der Landfläche MVs. Die Dinge stünden gut, dass es sich überwiegend um Übungsmunition handele, heißt es aus dem Innenministerium: keine Gefahr. Dann der Widerspruch: Auch Gefechtsmunition aus dem Zweiten Weltkrieg könne dort liegen, Blindgänger. Beruhigend klingt das ganz sicher nicht.

Lesen Sie auch den Bericht: Tickende Zeitbombe Ostsee – Deutlich größere Fläche mit Munition belastet

Seit vielen Jahren gibt es Forderungen, bekannte Fundstellen, an denen Bomben, Minen oder Torpedos liegen, zu beräumen, dazu systematisch nach Blindgängern zu suchen. Denn gut 74 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Gefahr groß, dass die Granaten verrotten und womöglich hochgehen. Erst kürzlich forderte der Innenminister Schleswig-Holsteins von seinen Länderkollegen mehr Anstrengungen. In der Vergangenheit war in MV oft fehlendes Geld Argument dagegen. Mit den neuen Fakten wird dies ganz sicher nicht mehr durchgehen. Die Menschen haben ein Recht auf umfangreiche Information zu Fundstellen und Abhilfe.

Frank Pubantz

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