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Kommentar Bundesregierung in der Pflicht
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06:38 24.01.2019
Kommentar von Frank Pubantz zur Peene Werft Quelle: OZ-Montage
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Wolgast

300 Jobs für Schiffbauer oder Friedensbeitrag? Natürlich ist die Frage so nicht fair. Aber darauf läuft die Entscheidung zum Exportstopp für Patrouillenboote der Wolgaster Werft in einen Despoten-Staat hinaus. Seit Jahren fordern die Linken im Land ein Eingreifen der Politik und Neuausrichtung der Werft hin zu zivilen Aufträgen. Die CDU spottete kürzlich über die angebliche Idee einer „Fabrik für Dosenöffner“. Jetzt, da die Lage eskaliert ist, schauen sich alle ratlos an. Die Menschen im Land sind in dieser Frage zerrissen.

Eine Bundesregierung, die die Ausfuhr von lange unbeanstandeten Schiffen auf einmal untersagt, ist in der Pflicht, neue Wege aufzuzeigen, bei der Kompensation von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Berlin hat den Exportstopp um zwei Monate verlängert; offenbar fehlt es aber bislang an einem Plan, wie denn das Dilemma zu lösen ist. Setzt sich das Ausfuhrverbot fort, drohen wohl auch Klagen.

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Fragte man Werftler, ob sie lieber Kreuzliner oder Kriegsgerät bauen wollen, sie würden sich sicher für Ersteres entscheiden. So schön ist die Welt aber leider nicht. Denn zur Wahrheit gehört auch: Baut Wolgast die Patrouillenboote für Saudi-Arabien nicht, dann machen es andere woanders.

Mehr zum Thema: OZ-Umfrage: Wolgaster Rüstungsexporte spalten das Land

Frank Pubantz